Vergangenheitsbewältigung
Helgi Reykdal hat sich als Kommissar bei der Polizei in Reykjavík etabliert, nachdem er die Nachfolge von Hulda übernommen hat. Jetzt wird er mit einem ungewöhnlichen Fall betraut: Die 70-jährige gefeierte isländische Krimiautorin Elín S. Jónsdóttir ist spurlos verschwunden. Ist sie freiwillig untergetaucht oder steckt ein Verbrechen dahinter? Während Helgi in Elíns Vergangenheit nachforscht und dabei erstaunliche Ungereimtheiten entdeckt, kämpft er zugleich mit familiären Spannungen. Um sich davon abzulenken, nimmt er immer wieder Krimis seiner Lieblingsautorin Agatha Christie zur Hand und lässt sich davon inspirieren. Weiterlesen
„Kirchenglocken und Meeresrauschen, Gespräche, mal laut, mal leise, mal zärtlich, mal aggressiv“ – so beschreiben Raimund Gitsels und Manfred Schwarz ihre Musik. Als MA:RA verbinden sie elektronische Klänge mit Geige und Improvisation. Ihre Musik entsteht zwischen bewusst gesetzten Klängen und dem, was im gemeinsamen Spiel unerwartet entsteht. Im Gespräch erzählen die beiden, was sie musikalisch verbindet, woher ihre Ideen kommen und wie sie beim gemeinsamen Musizieren immer wieder neue Impulse aufnehmen. Gerade arbeiten die Dortmunder Künstler an ihrem ersten Album. Wir sind schon gespannt, was daraus entsteht und freuen uns darauf!

Foto (links): © Dietmar Wäsche
Die Vigilantin mit den Gänseblümchen
Eine eigene, verschwindende Welt
Seit über 40 Jahren fotografiert der Isländer Ragnar Axelsson Menschen, Tiere und Landschaften in den entlegensten Regionen Grönlands, Islands und Sibiriens. In dramatischen Schwarz-Weiß-Bildern fängt er die existentielle menschliche Erfahrung am Rande der bewohnbaren Welt ein. Anstatt lediglich den Klimawandel zu veranschaulichen, offenbaren seine Aufnahmen, wie Umweltveränderungen von den Menschen erlebt werden, deren Lebensgrundlage von Land, Meer und Eis abhängt. Und das zeigt er in der aktuellen Ausstellung „Greenland“ im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung. Weiterlesen
Tanz und Emotionen
Gerade mal zwei Monate ist der letzte Katzenclub her (bei dem uns Abu Nein und Yakima Jera einen wunderbaren Abend beschert haben, und für ein Interview mit Abu Nein war auch Zeit), schon folgt der nächste Abend mit illustren Gästen, die man beide nicht allzu oft auf deutschen Bühnen sieht – klar, die Anreise aus den USA respektive Québec/Kanada ist ja auch nicht gerade kurz. Die Rede ist von Shannon Funchess aka Light Asylum sowie Xavier Paradis aka Automelodi, zwei außergewöhnliche Acts, auf die sicher nicht nur ich mich sehr freue. Shannon war 2019 schon mal beim Katzenclub (mit Rue Oberkampf als Vorband – Bericht hier), Automelodi sind zum ersten Mal dabei. Der Abend verspricht düster, elektronisch und sehr tanzbar zu werden – und danach gibt es ja noch die bewährte Party. Also auf ins Feierwerk. Weiterlesen
Dystopisches Berlin
Verlassenheit
Drei Jahre sind vergangen, seit Meipr mit Maltrankvilo eine dunkle Welt aus Unruhe, Verlust und Trauer gezeichnet haben. Schon damals entstand aus Cello und Elektronik eine intensive, berührende und filmische Klangwelt, die viel Raum für eigene Bilder und Vorstellungen ließ (Link Review). Nun kehren Henrik Meierkord und Peter Josefsson mit Renaskiĝo zurück. Und wieder entstehen beim Hören Bilder und Stimmungen, die uns durch das Album begleiten.
Gerade erst war eine Fotoausstellung von Ragnar Axelsson über einen traurigen, verfallenden Teil Grönlands zu sehen. Unwirtliche Landschaften, Kälte und Einsamkeit wirken noch nach. Auch seine früheren Bilder vom schwindenden Eis und einer sich verändernden Landschaft kommen beim Hören von Renaskiĝo wieder in den Sinn. Unterschiedliche Ausstellungen, unterschiedliche Zeiten; und doch entstehen bei uns, Lichtgoettin und Anomena, ähnliche Bilder und Gefühle: Kälte und Weite, Einsamkeit und Bedrohung, Verfall und Verlust.
Zwei Frauen, ein Gedanke
Manchmal muss es gar nicht die große Ausstellung in München sein. Manchmal reicht eine kleine S-Bahn-Fahrt, ein hübscher Ort, ein alter Kunstturm – und ein bisschen Zeit zum Schauen. Genau so ging es mir am vergangenen Wochenende in Wolfratshausen. Mitten in der Altstadt, am Schwankl-Eck, steht der Kunstturm. Schon durch die Schaufenster bekommt man einen ersten Eindruck davon, was einen drinnen erwartet: „Leises Verschwinden“, eine gemeinsame Ausstellung von Gabriele von Mallinckrodt und Roswitha Tafertshofer. Die beiden Künstlerinnen haben sich im Kunstverein Murnau kennengelernt und teilen eine Vorliebe für das Unaufdringliche, das Angedeutete und ein wenig Rätselhafte. Genau darum geht es auch bei „Leises Verschwinden“.



