Die Burg mit Ambiente
Ein tolles Ambiente für ein wundervolles Festival bietet die Burg Veldenstein in Neuhaus an der Pegnitz. Bereits zum elften Mal versammelten sich die Freunde und Fans dieses besonderen Events im Burghof. Diesmal war es ratsam, Regenjacke und warme Kleidung im Gepäck zu haben, denn der Wettergott meinte es in diesem Jahr nicht gut. Doch es kam bei weitem nicht so schlimm wie erwartet und von den Meteorologen behauptet. Ein paar kurze heftige Schauer mussten die Besucher über sich ergehen lassen. Den meisten machte es aber überhaupt nichts aus und sie ließen sich ihre Fröhlichkeit nicht nehmen.
Pünktlich um 14 Uhr betrat Donar von Rabenschrey die Bühne, begrüßte das Publikum und kündigte die erste Band an. Den Auftakt durften Vermaledeyt aus Memmingen machen, die nach ihrem Auftritt die Pausen auf dem Mittelaltermarkt musikalisch verkürzten. Die junge Band überzeugte schnell mit ihren mittelalterlichen Klängen, die ersten Anwesenden begannen im Hof zu tanzen, die ersten Füllhörner streckten sich dem Himmel entgegen. Die Jugendlichkeit der Mitglieder konnte man deutlich in den Stücken hören: beschwingt, viel Elan und Fröhlichkeit. Der Mix aus deutschen und französischen Texten vermittelt ein unvergessliches Flair.
Die Band Rabenschrey gehört auf dem Veldensteiner Festival schon fast zum Inventar. So waren sie auch in diesem Jahr wieder auf dem Line-Up zu finden. Mit neuen Bühnenoutfits und neuem Make-up stellten sie sich dem angeheiztem Publikum gegenüber. Der Jubel klappte an diesem Tag nicht so besonders, vielleicht fehlten die zusätzlichen Endorphine der Sonne. In gewohnt rockiger Manier und bei bester Laune unterhielt Donar seine Fans mit bekannten alten Stücken wie „Dreckstück“, „Wir sind Heiden“ und natürlich auch „Walhalla“. Am 31.08.2012 erscheint die neue CD Hart aber ehrlich auf dem Musikmarkt. Einen kleinen Vorgeschmack hatte die Band für die Anwesenden im Gepäck. Die Stücke schienen sehr gut anzukommen und sicherlich wird die ein oder andere Scheibe über die Ladentheke gehen.
Schon eine halbe Ewigkeit sind die Mannen von Tanzwut auf den Beinen und auf den Bühnen unterwegs. Mit viel elektronischen Klängen und einem harten Industrialsound trafen sie genau den Geschmack des Publikums, wer jetzt noch saß, war entweder schon betrunken oder mochte die Band halt einfach nicht. Tanzwut wissen, wie sie sich in Szene setzen müssen, gekonnt binden sie ihre Fans mit ein und schaffen es auch die letzten Reihen zum Tanzen zu animieren. Im letzten Jahr brachten sie Weiße Nächte heraus; ein durchaus gelungenes Album, wie die Anwesenden mit Applaus bestätigten. Ein altbewährtes Stück durfte aber auch nicht fehlen, ohne „Bitte Bitte“ durften Tanzwut die Bühne nicht verlassen.
Die eigenwillig geformte Zigarette, die Donar während der nächsten Ankündigung rauchte, ließ schon erahnen, welche Band nun kommen sollte. Die niederländische Gruppe Omnia nahm ihren Platz auf der Bühne ein. Nach vielen elektronischen Klängen kehrte nun etwas Ruhe und Besinnlichkeit ein. Unterstützt von Harfe und Didgeridoo versetzten Jenny und Sic ihre Fans in einen Traum. Leider schüttete es bei diesem Auftritt dermaßen, dass doch viele versuchten, Zuflucht unter einem schützenden Dach zu finden. Laut Sic rächte sich Gott wohl in diesem Moment an den Menschen, die Umwelt und Natur nicht achten und schützen. Musikalisch gab es nichts auszusetzen, aber es fehlte ein bisschen an Schwung und Lebendigkeit.
Dass Fiddler’s Green eine Garantie für gute Stimmung und viel Spaß sind, bewiesen sie auch an diesem Abend. In der letzten Zeit waren sie recht viel unterwegs und ihre Stimmen hatten nicht viel Schonzeit. Wer nun meint: Die müssen doch auch mal müde werden, den muss ich enttäuschen: Ihr Bühnenprogramm riss jeden mit, gute irische Folkmusik, die einfach in Mark und Bein überging. Es ist immer wieder ein Genuss, diesen gutgelaunten Musikern zuzusehen und zuzuhören. Da kann man definitiv nichts falsch machen. Die Stimmung im Publikum war jedenfalls wieder deutlich gestiegen und die Menschen waren bereit für das große Finale.
In diesem Jahr waren Schandmaul die Headliner. In recht dunkel gehaltenem Bühnenlicht positionierten sich die Musiker und warteten auf ihren Einsatz. Die Klänge unter der beleuchteten Burg zu hören, verzauberte und faszinierte. Nach ein paar Stücken musste Thomas allerdings ein bisschen improvisieren, da es Tonprobleme gab. Doch alle nahmen es mit Humor und die Fehler wurden recht schnell beseitigt. Was mir persönlich an diesem Abend besonders gut gefiel? Schandmaul spielten viele alte Stücke, zum Beispiel: „Die goldene Kette“, „Herren der Winde“, „Vogelfrei“ und „Walpurgisnacht“. Das sind alles Lieder, die mich damals auf die Band aufmerksam gemacht haben. Und ich genoss die Reise in die Vergangenheit, genau wie die restlichen Anwesenden, die mitsangen und im Takt mitwippten. Und das sollte auch zwei Stunden anhalten. Dieser Auftritt war für mich einer der besten, den ich von Schandmaul gesehen habe, deswegen ein sehr gelungener und großartiger Abschluss.
Ein Highlight gab es auf dem Veldensteiner Festival auch noch. Ich warte ja schon seit Jahren darauf, dass ein Heiratsantrag auf der Bühne gemacht wird und an diesem Tag war es soweit. Es war zuckersüß, die Angebetete da oben stehen zu sehen. Erst der überraschte Ausdruck in ihrem Gesicht, gefolgt von strahlendem Lächeln, Berührtheit und Glück. Möge den beiden eine schöne Zukunft mit viel Liebe bevorstehen. Alles Gute.
Leider sieht es für ein erneutes Veldensteiner Festival im nächsten Jahr sehr schlecht aus. Der bisherige Pächter steigt aus und es wird immer noch ein Nachfolger gesucht. Drücken wir die Daumen, dass die Tradition fortgesetzt werden kann.
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