The bomb has already been dropped
Das französische Duo Buzzkill wurde im September 2024 in Montpellier gegründet und besteht aus Nolwenn Boyet (Gesang und Synthesizer) und Ronan Gauderat (Bass). Buzzkill lässt sich im Deutschen als Spaßbremse übersetzen, aber natürlich hoffen wir auf das Gegenteil. Ihr Debütalbum Wasteland ist Anfang des Jahres bei Manic Depression Records erschienen.
“Shout” startet mit einer hektischen Drum Machine und einem ungewöhnlichen Bassspiel, das im Sekundenrhythmus Akzente setzt. Shouts im Electro-Punk-Stil könnte mensch jetzt erwarten. Doch schließlich setzt der Gesang von Nolwenn ein, der stattdessen ein wenig an Anja Huwe von X-Mal Deutschland erinnert. Der Spirit der glorreichen Achtziger wird deutlich spürbar. Auch “Deus Rex” besitzt einen flotten Rhythmus, doch der Bass klingt hier um einiges düsterer. Zusammen mit dem ätherischen Gesang entsteht ein spannendes Wechselspiel. Eine Ahnung von Siouxsie Sioux lässt sich dabei erhaschen. In “Nowhere” wird die elektronische Komponente deutlich verstärkt und tendiert schon fast in Richtung EBM, was die atmosphärischen Synthesizer aber zu verhindern wissen. Auch der Gesang steht im Widerspruch dazu, was einen tollen Kontrast bildet, und der Bass erdet ohnehin alles.
Überhaupt der Bass, der hat zu Beginn von “Après la pluie” einen ganz großen Auftritt, auch wenn er in der Folge etwas zurückgefahren wird. Beim Gesang kommt mir auch Lisa Gerrard von Dead Can Dance in den Sinn. Die Musik in “There must be a place” hat etwas absolut Hypnotisches, und der pumpende Rhythmus zwingt mich förmlich zum Tanzen. Zum Glück bieten kleine Breaks Momente zum Luftholen. Orgelklänge eröffnen “Wasteland”, schließlich begleitet von diesem speziellen Basssound. Ein harter Drumbeat befördert den Track auf die Überholspur, und nur der ätherische Gesang verhindert das Abheben. Zum Abschluss erinnert mich “Isolation” irgendwie an Totenwald, auch wenn hier natürlich das Saxophon fehlt. Vielleicht ist es diese punkige Energie, die Buzzkill auch insgesamt anhaftet.
Fazit: Eine Endzeit-Szenerie in schwarz-weiß baut sich auf, in den Achtzigern sinnbildlich für No Future. Allerdings ist Wasteland keine Warnung – the bomb has already been dropped. Hart, sanft, atmosphärisch, energetisch punkig -all das vereinen Buzzkill auf Wasteland. Was sich zunächst etwas widersprüchlich anhört, ist allerdings perfekt ausgefeilt und funktioniert am Ende wunderbar zusammen, definitiv keine Spaßbremse. Die Wurzeln im French Cold Wave sind spürbar, ebenso wie Einflüsse aus dem Industrial. Interessanterweise liefert Nolwenn keine harshen Vocals, stattdessen hat ihr Gesang etwas schamanenhaftes, was viel zur Atmosphäre beiträgt.
Ich bin von Wasteland überrascht, denn wie ein Debüt fühlt es sich ganz und gar nicht an. Wie gerne würde ich diese Energie einmal live spüren, bevor die Welt explodiert. Please come to Munich!
Anspieltipps: Wasteland
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Buzzzkill: Wasteland
Manic Depression Records, Vö. 09.01.2026
MP3 7,00 €, CD 10,00 €, LP 20,00 € erhältlich über Bandcamp
Links:
https://www.facebook.com/people/Buzzkill-Montpellier/61580506116191/
https://www.instagram.com/buzzkill_band_/
https://buzzkill-buzzkill.bandcamp.com/album/wasteland
https://www.manicdepression.fr/en/
https://www.facebook.com/manicdepressionrecords
https://www.instagram.com/manicdepressionrds/
https://manicdepressionrecords.bandcamp.com/
Tracklist:
01 Shout
02 Deus Rex
03 Nowhere
04 Après la pluie
05 There must be a place
06 Wasteland
07 Isolation
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