Diese Woche wollen wir euch melancholischen Post-Rock aus Stuttgart vorstellen. Astraya war mit ihrem Debütalbum Myth of Dike bereits ziemlich erfolgreich, jetzt stehen sie mit ihrem zweiten Album bereits in den Startlöchern. Atropine ist ab dem 24.04.2026 überall erhältlich. Astraya haben sich unseren Fragen gestellt.

Bitte stellt Eure Mitglieder kurz vor, und wie kam es zur Bandgründung?
Benny: Astraya besteht aus Tim (Gitarre), Klaus (Schlagzeug), Tobi (Bass), Melina (Vocals) und mir. Melina und ich haben irgendwann in 2017 angefangen Songs zu schreiben. Als ein paar Songs so einigermaßen fertig waren, war der Wunsch groß, diese auch mit einer Band zu spielen. Also gingen wir auf die Suche nach einem Proberaum und nach Musikern. Mit Tim und Tobi habe ich bereits in meiner alten Band gespielt, Klaus kam dann erst 2023 dazu.

Wo würdet ihr eure Musik einordnen?
Benny: Wir finden es etwas schwierig, unsere Musik einem einzigen Genre zuzuordnen, und es gibt nur wenige Bands, mit denen wir uns wirklich vergleichen würden. Der Gesang ist klassisch beeinflusst, während die Musik viele Elemente aus Post-Rock sowie Metal und Doom miteinander vereint. Bands wären zum Beispiel The Gathering, Katatonia und Anathema.

Wie sieht das Songwriting bei euch aus? Wie sind die Aufgaben verteilt?
Benny: Im Normalfall schreibe ich die ersten Songideen (mal mehr, mal weniger ausgearbeitet). Danach schreibt Melina ein paar Zeilen und die Gesangsmelodie dazu, und das Ganze wird dann mit den restlichen Bandmitgliedern im Proberaum gejammt, bis ein fertiger Song entsteht.
Tim: Beim kommenden Album war für mich lange nicht wirklich klar, was ich genau spielen möchte. Erst nach der abgeschlossenen Vorproduktion habe ich mich im Studio eingeschlossen und meine Gitarrenparts noch einmal komplett überarbeitet. Für das nächste Album würde ich deshalb deutlich früher Demos recorden – ich denke, das ist für den Songwriting-Prozess auf jeden Fall hilfreich.

Gab es ein Erlebnis, dass euch/dir im Verlauf der Bandgeschichte bis heute in Erinnerung blieb?
Melina: Mir ist in Erinnerung, wie wir zu einem Gig nach Freudenstadt gefahren sind und das Schlagzeug stellen mussten. Keiner von uns hat ein großes Auto, wir wollten aber unbedingt alle zusammen fahren. So haben wir einen uralten Anhänger von Bennys Vater ausgeliehen und sind mit 80 km/h dort hingetuckert.
Benny: Bei einem Gig in Stuttgart hat mein Bühnenmonitor Feuer gefangen und ich musste ihn von der Bühne kicken.

Klaus: Also der Gig, wo uns ein Bühnenmonitor abgeraucht ist, wird auch bei mir in Erinnerung bleiben. Hier als Ergänzung: Wir haben vorher natürlich gefragt, ob genügend Monitore auf der Bühne sind, da wir bis auf Melina ohne In-Ear-Monitoring spielen. Und dann kommt der mit so großen PC-Lautsprecher daher. Also völlig ungeeignet. Durch die Vibrationen auf der Bühne und da diese „Monitore“ nur so leichte Plastikboxen waren, sind die natürlich auf der Bühne hin- und hergewandert. Als wir dann mitten im Set waren, roch es irgendwie verbrannt, und ich habe mich schon gefragt, ob es irgendwo brennt. Es war dann Benny’s Monitor (lacht).
Tim: Unser allererstes Konzert haben wir in der Schweiz gespielt. Wir waren in einem alten, ziemlich abgefuckten Mercedes-Kombi unterwegs und mussten leider schon sehr früh am Morgen wieder zurückfahren. Allerdings sind wir keine 50 Meter weit gekommen, bevor uns direkt die Schweizer Polizei anhielt – zum Glück durften wir danach weiterfahren.

Welcher (verstorbene) Künstler hat dich persönlich am meisten inspiriert und warum?
Benny: Während eines längeren Krankenhausaufenthalts habe ich Mars Volta und Mastodon entdeckt und mich sofort in beide Bands verliebt. Als Brent Hinds 2025 gestorben ist, waren wir mitten in den Aufnahmen für das neue Album. Der Tod hat mich dazu bewegt, die Soli umzuschreiben, als eine Art Tribute (auch wenn diese natürlich nicht vergleichbar sind).
Melina: Mein großes Vorbild ist Anneke van Giersbergen. Als ich The Gathering 2002 auf dem Summer Breeze gesehen habe, war ich tief beeindruckt von ihrem Gesang, aber auch von ihrer Persönlichkeit.
Klaus: Taylor Hawkins und Neil Peart sind für mich nach wie vor zwei mega Drummer, die mich inspirieren.
Tim: Ganz klar Kurt Cobain. Nirvana war eine der ersten Bands, die mich in meiner Kindheit nachhaltig geprägt und beeinflusst hat. Bis heute gehört Nirvana zu meinen absoluten Lieblingsbands. Die Songs haben mich so geprägt, dass ich versuche, in meinem Gitarrenspiel immer eine gewisse Punk/Grunge-Attitude einfließen zu lassen.
Tobi: Es ist weniger ein einzelner Künstler als vielmehr ein ganzes Jahrzehnt, das mich geprägt hat. Die 90er Jahre haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen – von Nirvana über Stone Temple Pilots bis hin zu Radiohead. Ebenso fasziniert mich der Trip-Hop jener Zeit, etwa mit Portishead, Morcheeba und Air.

Kein Alkohol ist bekanntlich auch keine Lösung – eine Alk-Kombination, nach der ihr ganz sicher keine Probleme mehr habt?
Melina: Wer mich kennt weiß, dass ich am allerliebsten Weinschorle trinke (am liebsten in einem sehr großen Glas). Probleme habe ich dann nie.
Klaus: White Russian.
Tim: Cuba Libre geht immer, nur leider habe ich immer das Pech, dass ich zum Schluss einen erwische, der schlecht geworden ist.
Tobi: Zu einem ordentlichen Herrengedeck sage ich nicht nein.
Benny: Da bin ich konservativ, mit Bier hab ich keine Probleme, ohne schon eher.

Die gute Fee steht plötzlich vor dir und sagt, du hättest einen Wunsch frei. Was wünschst du dir?
Klaus: Einfach schöne Auftritte mit Astraya, ganz egal ob vor 50 Leuten oder vor 500. Hauptsache wir können die Zuhörer abholen und sie eintauchen lassen in unsere Songs und den Gefühlen und Emotionen, die dahinterstecken. Am Ende wäre es noch gut, wenn wir mit der Gage unsere Ausgaben wieder rein bekommen würden (lacht).
Melina: Auf dem Summer Breeze spielen wäre ein Traum.
Tim: Eine kleine Club-Tour wäre cool.

Was steht als Nächstes an – Tour, Studio, Urlaub – oder ganz was anderes?
Melina: Am 24. April 2026 feiern wir unsere CD-Release-Party in Aalen (Baden-Württemberg) – ein Ereignis, auf das wir mit großer Vorfreude hinarbeiten. Dieses Mal wird die Veranstaltung in einem besonders exklusiven Rahmen stattfinden.
Klaus: Nach der CD-Release Party, freue ich mich auf das Songwriting für das nächste Album. Quasi, nach dem CD-Release – ist vor dem CD-Release (lacht).
Tim: Ich denke, sobald die Release-Party durch ist, gönne ich mir eine kurze Verschnaufpause – und dann geht es direkt wieder ins Songwriting. Melina und Benny droppen gefühlt im Stundentakt neues, geiles Material, das unbedingt im Proberaum ausprobiert und gejammt werden muss.

Bandcamp
Homepage
Instagram
Facebook

(599)

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert