Eine fast perfekte Ehe

Durch einen Zufall, bei dem sie sich als ziemlich heldenhaft erweist, lernt Sylvia Robinson Adam Barnett kennen. Dieser bietet ihr kurzerhand eine Anstellung als private Pflegekraft für seine Frau an. Sie hatte einen schweren Unfall und benötigt seither 24 Stunden am Tag Betreuung. Sie kann ihr Bett nicht verlassen, nicht eigenständig essen und auch nicht sprechen. Der Job wäre im Haus der Barnetts auf Long Island, weit weg von Sylvias Zuhause in Brooklyn, New York. Doch das Angebot ist die Rettung!

Sylvia ist pleite, und binnen weniger Tage wäre sie obdachlos, wenn sie nicht an Geld käme. Zusätzlich zum Gehalt bekommt sie auch kostenlos Kost und Logis, und da sie so fast die ganze Zeit im Haus ist, lernt sie die kranke Victoria schnell kennen. Sie vegetiert wirklich bedauernswert vor sich hin, obwohl ihr Ehemann Adam sich so gut wie möglich um sie kümmert. Doch schon bald hat Sylvia das Gefühl, dass Victoria nicht so hilflos ist, wie sie scheint. Als sie dann auch noch Victorias verstecktes Tagebuch findet, kann sie kaum glauben, was sie da liest. Hier drin steht eine völlig andere Geschichte dieser Ehe als die, die sie hier erlebt und erzählt bekommen hat. Sylvia fängt an, alle Selbstwahrnehmungen und Berichte über diese Beziehung zu hinterfragen. Sie bereut mittlerweile, sich in diesem Haus am Ende der Welt mit Victorias Eheman eingelassen zu haben. Bekommt die kranke Frau doch etwas davon mit? Außerdem will diese ihr unbedingt etwas mitteilen. Sylvia möchte ihr wirklich helfen, doch die Situation wird immer undurchsichtiger und auswegloser.

Der neueste Roman von Freida McFadden ist wieder der reinste Page Turner. Ich will einfach wissen, wie es weiter geht, und ob alles so ist, wie es scheint. Es erinnert mich von der Geschichte her in weiten Teilen ein wenig an „Der Feind in meinem Bett“, unheimlich spannend verfilmt damals mit Julia Roberts. Erst gegen Ende kommen die für McFadden so typischen Plot Twists vehement zum Einsatz. Ein wieder einmal sehr spannend und intelligent gemachter Thriller!

4/5

Freida McFadden – Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen
Übersetzer: Frank Dabrock
Heyne Verlag, Vö. 25. März 2026
416 Seiten
Taschenbuch
17 Euro

(299)

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