Japanischer Horror – ein Erfolg?
Ich liebe nicht nur das Reisen in andere
Länder, auch literarisch lasse ich mich gern auf Neues ein. Diesmal stand Japan ganz oben auf meiner Leseliste, denn der bereits 2007 im Original erschienene Roman Iwaiyama erschien erstmals unter dem Titel Der Schrein auf Deutsch. Mehrere von Nanami Kamons Büchern wurden bereits verfilmt, zuletzt Room 203 oder Onmyoji Zero.
Hauptprotagonistin ist Minami Kazuno. Sie ist Horror-Buchautorin und der Deadline zur Abgabe ihres neuen Buches schon sehr nah. Allerdings hat sie noch keine richtige Idee und irgendwie auch eine Schreibblockade. Da kommt ihr die E-Mail einer Bekannten gerade recht. Asako erzählt, dass sie mit Freunden einen Ausflug zu einem Berg mit Ruine unternommen hat, wo es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Minami beginnt zu recherchieren und trifft sich zuerst einmal mit den Leuten. Dabei kommt ihr Asako bereits irgendwie verändert vor. Dann schaut sie sich Bilder und Berichte eines unheimlichen Bergschreins an und setzt die Puzzlestücke zusammen. Es ergibt das Bild eines Ortes, den man lieber nicht betritt.
Japan und Horror geht sehr gut zusammen, das war meine Intention. Als Der Schrein erschien, wurde ich aufgrund des Klappentextes wirklich neugierig, da das Buch auch als preisgekrönt betitelt ist. Aber leider muss ich sagen, dass ich sehr enttäuscht bin, denn es passiert nichts – einfach gar nichts. Bei mir kam erst auf den letzten Seiten ein klitzekleines bisschen Gruselstimmung auf, vorher war alles ziemlich langatmig und die Figuren blieben sehr blass.
Man muss jedoch sagen, dass sich Der Schrein sehr flüssig liest, und man bekommt einen Einblick in die japanische Mythologie und Kultur. Das wiederum fand ich doch interessant.
Der Schrein ist bei weitem kein Horrorroman, auch Thrillerelemente fehlen meiner Meinung nach völlig. Da reichen mir ein unheimlicher Schrein, ein paar unheimliche Berichte (die nicht unheimlich waren) und ein paar düstere Fotos nicht aus. Ich lege auch überhaupt keinen Wert auf Splatter mit viel Aggressivität oder Blut. Aus dem Plot hätte man viel mehr machen können. Mir fehlte bei den Beschreibungen vor allem die atmosphärische Dichte und ein Bezug zu den Protagonisten.
2/5 Punkte
Nanami Kamon: Der Schrein
Übersetzt von Bernd Sambale
Droemer Knaur, VÖ: 01.04.2026
Taschenbuch, 208 Seiten
12,99 EUR
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