Scream louder!

DSC_5584Wenn man mit „Vorhin saß ich am Schreibtisch, da hat mir noch nicht so viel weh getan!“ begrüßt wird, weiß man zwei Dinge: Erstens, dass man alt ist, und zweitens, dass man einen grandiosen ersten Festivaltag hinter sich hat. Das geht nicht nur uns so, wir wir sehen, als wir es nach dem Mittagessen beim Heavy Metal Barpiano im lauschigen Gleisbett-Biergarten erst mal ruhig angehen lassen. Georg Heinle, Deutschlands härtester Barpianist, bekannt von Wacken, Copenhell, Inferno, Rock Hard Festival, diversen Metal-Cruises usw. kredenzt bekannte Metalsongs im Barpiano-Gewand, was zusammen mit einem kühlen Getränk und einem Liegestuhl das perfekte Ankommen im zweiten Festivaltag ist. Weiterlesen

Mrs. Hyde

Lucifer_Star_MachineHeute ist der Tag mit den meisten gefürchteten Bandüberschneidungen, und nur drei Stunden Schlaf im Nacken sind ohnehin nicht optimal. Kaum sitzen wir im Auto, meldet sich der Vermieter, wir können so lange bleiben, wie wir wollen. Tja, Shit happens. Dafür nächstes Jahr wiederkommen. Am Parkschlösschen legen wir uns erst noch einmal hin und holen den fehlenden Schlaf nach, was zum Glück gut funktioniert. Schlussendlich geht es für uns wieder ins Täubchenthal, wo Lucifer Star Machine den ersten Auftritt des Abends haben. Weiterlesen

Yggdrasil

Mein erster Blick nach meinem Erwachen am Sonntag in der Früh richtete sich gen Himmel, um die Wetterlage zu checken. Mit Grauen stellte ich fest, dass es bereits geregnet hatte. Dieses Jahr war das Wetter am WGT in Leipzig besonders wechselhaft. Geplant war ein ganztägiger Aufenthalt im Heidnischen Dorf, weil dort traditionell am Sonntag der Metal-Tag stattfindet. Erst einmal gestärkt mit Toast und Kaffee, wie üblich, und voller Tatendrang, richtete ich mich her und dachte schon voller Freude an das, was mich erwarten sollte. Was soll ich sagen, bereits gegen 13 Uhr war ich im Heidnischen Dorf, und im Vorfeld war ich fest überzeugt, dass mein Konzerttag mit der Band Alvader aus unserem Nachbarland, den Niederlanden, erst um 15.50 Uhr beginnen sollte. Weiterlesen

Torshammare

Sa_VeljanovNach der ganzen Aufregung vom Freitag beginnt der Samstag sehr langsam. Irgendwann bin ich ausgehfertig und mache mich zum Völkerschlachtdenkmal auf (obwohl unsere Wohnung nicht so weit weg ist, ist der Weg dahin dank vieler Baustellen umständlicher als gedacht), um von dort aus dann in die Kuppelhalle weiterzuziehen, wo am Nachmittag Veljanov auftreten wird. Das Völki ist beeindruckend wie immer, es sind auch viele Goth*innen unterwegs, die teilweise vom Südfriedhof herüberkommen, doch schon nach kurzer Zeit wird der Himmel düster, und ein ordentlicher Schauer kommt herunter. Ich bin da schon unterwegs und mit Regenjacke eigentlich gut ausgerüstet, stelle mich aber trotzdem lieber noch unter. Daher komme ich etwas später als gewollt zur Kuppelhalle, Einlass zum Glück kein Problem – dafür ist drinnen schon alles echt voll und sehr dampfig.

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Ankalætha

WGT25-Freitag-VicPic-1Nachdem mir am Vorabend von den Stummfilmkonzerten im Grassi Museum vorgeschwärmt wurde, sind wir für unsere Verhältnisse ziemlich früh unterwegs und um viertel vor elf – eigentlich relativ pünktlich – im Museums-Foyer. Dort sitzt allerdings schon ein Bekannter mit betrübtem Gesichtsausdruck – die Karten sind alle schon weg. Nun ja, da kann man nix machen. Wir drehen erstmal, ganz wie so echte Goths, eine Runde über den Alten Johannisfriedhof. Weiterlesen

MB-WGT-Willkommensschild

 

Phoebe

So viel Unschönes ist passiert im letzten halben Jahr, dass ich mich dieses Jahr mehr aufs WGT freute als all die Jahre zuvor. Allein schon, wenn in der WGT-App sukzessive Bands und andere Programmpunkte aktualisiert wurden – spät genug übrigens -, hat das jeweils Vorfreude ausgelöst. Endlich war er da, der Donnerstag, der Tag der Anreise!

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Im Netz der Spinne

Aux Animaux ist ein Underground-Musikprojekt von Gözde Duzer, einer schwedischen Künstlerin aus Stockholm mit türkischen Wurzeln. Mit ihrem Album Body Horror bin ich bereits auf sie neugierig geworden (Link zur Review). Daher bin ich auch mehr als gespannt, wie das Ganze in der Live-Erfahrung ausfällt. Im Vorprogramm tritt XTR Human auf, der schon lange nicht mehr in München zu Gast war und auf jeden Fall auch eine eigene Fangemeinschaft hat. Als lokale Vorband sind Dürre Ringer engagiert worden, von denen wir noch nie etwas gehört haben. Der Name klingt aber schon mal ungewöhnlich, sodass wir uns da einfach mal überraschen lassen.

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Kleines Familientreffen

Der Mai ist nicht nur ein schöner Frühlingsmonat, in dem viele Menschen Geburtstag haben, sondern steht dieses Jahr auch ganz im Zeichen diverser schwedischer Lieblingsbands. Eine Woche vor dem heutigen Abend waren Then Comes Silence mit Post Punk im Backstage (Review hier), in der kommenden Woche wird Aux Animaux mit Theremin und Hauntwave dort auftreten. Und heute wird es elektronisch, denn mit dem Duo Spark! steht einer der besten schwedischen EBM-Acts auf der Bühne im Live.Evil, nach langer Zeit endlich mal wieder in München und in neuer alter Besetzung. Als Opener konnten die Veranstalter niemand Geringeren als Liebknecht aka Daniel Myer gewinnen, und wer sich für dieses Package nicht in die Stiefel schnürt, wird etwas verpassen, so viel sei jetzt schon gesagt. Weiterlesen

Ein Sound, bei dem die Zeit stehenbleibt

Die Schweden Then Comes Silence haben sich 2012 in Stockholm gegründet und erforschen seitdem die dunkle musikalische Schnittmenge zwischen Gothic und Post Punk. Ihr aktulles Album Trickery ist schon das siebte und stammt aus dem Jahr 2024. Mit ihrer umfangreichen Discographie und nicht zuletzt zahlreichen Festival-Auftritten haben sie sich eine treue Fangemeinde erspielt. Den letzten Auftritt in München vor einer halben Ewigkeit hatte ich seinerzeit leider verpasst, nur beim WGT 2018 hatte ich bislang einmal das große Vergnügen. Höchste Zeit also, um das Gehirn mit neuen Live-Eindrücken zu füttern. Weiterlesen

Doom with a spin

In München sind die Italiener*innen von Messa zwar nach ihren Auftritten auf dem Dark Easter 2022 (Review hier) und 2023 mit Crowbar (Review hier) keine Unbekannten mehr, mit dem großen „Ausverkauft“-Schild am Feierwerk hätte ich dann allerdings doch nicht gerechnet. Natürlich ist das völlig verdient, aber ich bin froh, dass ich früh da bin und mir daher einen guten Platz vorn an der Bühne sichern kann. Erst wenige Tage vor dem Konzert haben Messa ihr viertes Album The spin veröffentlicht, das ebenso wie die Vorgänger hervorragende Rezensionen eingeheimst hat. Doom Metal als grobe Richtlinie, angereichert mit Elementen des Jazz, Blues, Seventies Rock und noch so diversen Sachen – das ist eine ziemlich einzigartige und sehr faszinierende Mischung, die live noch einmal eine ganz eigene Magie entfaltet. Weiterlesen