Seit 2016 kreieren Barkosina Hanusova und Jerome Tcherneyan mit ihrem gemeinsamen Projekt Years of Denial dunkle Elektro-Klänge und erforschen mit ihrer Musik die Grenzen neuer Klangkonzepte. Fasting culture ist Barkosinas Solo-Debüt, das sie Ende letzten Jahres veröffentlicht hat. Die 10 Tracks auf Fasting cuture sind ein ganz eigenes und unglaublich spannendes Klanguniversum, dem man sich nicht entziehen kann – eingehüllt in einen Sound, der dicht und überwältigend ist.
In ihrem Solo-Projekt verwebt die tschechische Künstlerin ein breites Spektrum unterschiedlicher Kunstformen zu einem außergewöhnlichen Gesamtkunstwerk. Fasting culture ist zusammen mit einem Buch, Fotografien (die wir euch im Interview zeigen), Essays und Gedichten von Barkosina erschienen.
Nihil ist ein französischer Schriftsteller, Digitalkünstler und Fotograf. Sein künstlerisches Universum ist dunkel, surreal. Wiederkehrende Themen sind Schmerz, Leiden, Verzweiflung, Trostlosigkeit, Isolation, Einsamkeit und Stille. Der in Oslo lebende Künstler zeigt in seinen Werken Körper, die meisten von ihnen haben kahle Schädel, kein Gesicht oder ihre Gesichtszüge sind ausdruckslos und ihrer Individualität beraubt. Nicht selten fangen seine Bilder den Kontrast von anmutiger Stille und aufwühlender Angst und Bedrohung ein. Leidende Körper mit Wunden, trostlose karge Landschaften – dunkle Farben stehen im Kontrast zu weißen Kunstwerken, die die Dunkelheit berühren und gleichzeitig Fragilität, Schönheit und Sinnlichkeit ausstrahlen.
„Stille ist zurückhaltend arrangiert, lässt den Noten und ihrem Klang genügend Platz“
Seit 2020 veröffentlicht Jan Sturm mit seinem Solo-Projekt STURM modern klassische und Ambient Musik, verwebt in seinen Kompositionen Geräusche, Klänge und Melodien in fragile Melancholie und Stille, die zum Verweilen und Nachdenken anregen. Topographie ist die aktuelle Veröffentlichung des Musikers aus Poing. Das Album enthält acht minimale und intensive Instrumentalstücke. Inspiriert ist die Musik von Dokumentarfilmer Dieter Wieland, der in seiner Serie „Topographie“ die Schönheit von Orten und Landschaften in Bayern dokumentiert und seine Kritik an Bausünden, Fehlplanungen und Umweltzerstörungen zeigt. In unserem Interview richten wir den Fokus auf das Thema Stille und sprechen mit Jan Sturm über die Bedeutung und den Klang von Stille.
„Stille ist ein Zustand, der sich fast überall herstellen lässt, weil er unabhängig vom Außen existiert“
Stille ist eins meiner Lieblingsthemen, das mich bei der Fotografie genauso fasziniert wie in der Musik – sie ist sehr vielfältig interpretierbar sowie wahrnehmbar und weckt unterschiedliche Assoziationen. Reduktion, Einfachheit, gedämpfte (Farb-)Töne, Rauschen und Klänge, die den Moment der Verbundenheit und Ruhe einfangen, können in beiden Kunstformen im Fokus stehen, um Stille zu komponieren.
In unserer neuen Serie nähern wir uns Stille aus verschiedenen Blickwinkeln und laden Künstler:innen dazu ein, Gedanken zum Thema Stille mit uns zu teilen. Der Auftakt der Serie ist unser Interview mit Morphosita, einer Künstlerin aus München, die wir euch vor gut einem Jahr im Webzine (hier zum Interview) vorgestellt haben. Neben faszinierenden Fotos arbeitet Morphosita auch mit bewegten Bildern und kreiert Musikvideos für verschiedende Künstler:innen.
