Pure Agonie!

Der Sommer ist da, mit seiner für mich unerträglichen Hitze, und der Rezensent (also ich) fühlt sich ein wenig antriebslos und ohne Energie. Aber glücklicherweise fiel mir eine Neuerscheinung auf, von der ich schon viel Gutes in Black Metal Kreisen gehört hatte. Was soll ich sagen (ich möchte ja nichts vorwegnehmen), mein Anwärter für das Album 2025. Der Workaholic aus den USA, namentlich In One Place, veröffentlichte schon im März 2025 (das Album ist dennoch eine Review wert) sein Album Everything is exactly where it belongs, man möge es kaum glauben, in Eigenregie. Alleiniges Mitglied J Sebastiano (he plays everything) spielt eine von mir so geliebte Post Black Metal Art, dass ich euch das jetzt erzähle!

Gleich zu Beginn möchte ich sagen, dass mir das Album extrem gut gefällt, aber ihr kennt mich, ich schweife hie und da mal ab, aber bleibe immer sachlich. Dieses Album muss (großgeschrieben) man von der ersten Sekunde an hören und fühlen. Den wahrhaftigen Reigen eröffnet der „Everything used to matter“. Eine traurige Melodie, Wind und schon ist man im Universum von In One Place. Erhabener, majestätischer Mid Tempo Black Metal, der sich wie ein Teppich in den Ohren wiegt und sich mit wilder Raserei und dem besten Gekreische der letzten Jahre abwechselt. Gerade in dem Mid Tempo Part gefällt mir das besonders gut. „Sleep return“ offenbart in seinen schönsten Stellen (glaubt mir, es gibt sie zuhauf) das erste Mal Einflüsse des Shoegaze. Wie in einen Strudel wird man hineingezogen, und jeder Versuch sich dem zu entziehen (vorausgesetzt, man lässt sich in das Stück fallen) sind kläglichst zum Scheitern verurteilt. Herrliche Melodien, gespickt von Melancholie und purer Verzweiflung, doch seltsamerweise zur gleichen Zeit etwas positiv Ausstrahlendes. Der Keif-Gesang mit Echo versehen und die wiederkehrende Melodie fräsen sich richtig ein. Mir fehlen fast die Vergleiche, die ich manchmal anführe. Hatte ich schon die sehr gute Produktion erwähnt? Nein, dann tue ich das jetzt. Track 3 „Mute“ ist so dermaßen druckvoll, dass bei richtiger Lautstärke die Boxen erzittern vor dem mächtigen Stück. Ich würde soweit gehen und es Endzeit Post Black Metal nennen. Ein Stück, bei dem man sich eine öde Mond- oder wahlweise auch Mars-Landschaft vorstellen kann. Hoffnungslosigkeit aus jedem einzelnen Ton, einfach perfekt. Die Choräle, die eingestreut werden, erzeugen schon fast Gänsehaut. Damit man sich nicht allzusehr an das gemäßigte Tempo gewöhnt, wird mit „Vanishing“ gesorgt. Das Herz eines Black Metal Anhängers (wie sagt man denn eigentlich richtig?) schlägt höher, und man erinnert sich an Größen wie Darkthrone und Konsorten. Das Ende hätte man nicht besser treffen können, vom Post Rock direkt zum Black Metal. Herrlich! „If only it was all just a bad dream“ reiht sich nahtlos an die Vorgänger. Fans von alten Alcest kommen voll auf ihre Kosten. Das abschließende titelgebende Stück „Everything is exactly where it belongs“ beendet das Album auf unerwartet positive Art und Weise. Ja, ihr habt richtig gelesen! Verträumter Atmospheric Black Metal, wie er besser nicht sein kann. Pure Magie!

Die Band ist so spurlos an mir vorbeigezogen die letzten Jahre, dass es fast schon sträflich ist. Für ein Ein-Mann-Projekt eine erstaunlich gut produzierte Veröffentlichung, von der perfekten Musik ganz zu schweigen. Dass In One Place noch ohne Vertrag ist, versteht nicht mal Odin. Auf jeden Fall hat mich das Album beeindruckt, und ich habe es durchaus schon auf Repeat gehabt. Uneingeschränkte Kaufempfehlung für Freunde des guten, ausladenden Black Metal jenseits der Vier-Minuten-Tracks. Wie gesagt, mit ein Anwärter für mein Album 2025!

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In One Place: Everything is exactly where it belongs
Bandcamp, Vö: 23.03.2025
Nenne deinen Preis! (Lohnt sich)

Tracklist:
1 Everything used to matter
2 Sleep return
3 Mute
4 Vanishing
5 If only it was all just a bad dream
6 Everything is exactly where it belongs

Facebook: https://www.facebook.com/InOnePlaceMusic/
Band: https://inoneplace.bandcamp.com/

 

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