Veränderungen sind gut – und manchmal eben nicht
Vor allem härter sollte die Scheibe werden. Der zuvor veröffentlichte Track „House of Shame“ gab eine vielversprechende Richtung
vor, mit fetten Riffs und harten, schnellen Rhythmen. Marco Coti Zelatis‘ Komponierkünste und die flüssigen Arrangements gehen nahtlos ineinander über. Für meinen Geschmack ist das jedoch alles zu rund um wahr zu sein. Die düstere, raue Schale, die besonders bei „Tears, Blood, Dust“ zur Geltung kommt, steht der Band eigentlich richtig gut, leider verliert sich alles so ein wenig im Metalmischmasch, was sehr schade ist. Weniger berauschend muss leider auch das Songwriting genannt werden. Keine herraustechenden Ideen, alles plätschert so vor sich hin. Ein Ausreißertrack bietet vielleicht noch: „Love me, cause I hate you“. Hier hat wenigstens der Text ein wenig mehr Tiefgang zu bieten. Mehr davon, die Richtung passt soweit! Die Songs sind insgesamt ja auch nicht schlecht gemacht, handwerklich super und perfekt abgemischt. Nur etwas langweilig eben.
Ich wünsche mir für den nächsten Silberling eine zündende Konzeptidee, gepaart mit der rauen Schale und vielleicht wieder ein wenig „Back to the Roots“. Vielleicht könnte man das mit ein paar Alternativ-Instumenten umsetzen? Ein paar markante Kanten werden sicher auch nicht schaden, das alles spannender zu machen. Eine Handvoll richtig gute Songs kann keine Plattform bieten, um nicht im Metal-Goth-Nirvana zu versumpfen.
Anspieltipps: Delirium, House of Shame, Love me, cause I hate you

Lacuna Coil – Delirium
Century Media Records (Sony Music), VÖ: 27.05.2016
17,99 €
Amazon
Tracklist:
1.The house of Shame
2.Broken Things
3.Delirium
4.Blood, Tears, Dust
5.Downfall
6.Take me Home
7.You love me, cause I hate you
8.Ghost in the Mist
9.My Demons
10.Claustrophobia
11.Ultima ratio
12.Live to tell
13.Breakdown
14.Bleed the Pain
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