Zwei verfeindete Volksfestclans und
zwei beste Freunde
Ich möchte euch heute einen kleinen Eindruck vom neuen Eberhofer-Krimi verschaffen. Immerhin hat es drei Jahre gedauert, bis das „Steckerlfischfiasko“ nun endlich auf der Leinwand gelandet ist. Ihr seid sicher neugierig, ob es sich lohnt! Und was soll ich sagen: Als Eberhofer-Fan muss man eigentlich hin.
Franz Eberhofer, der Dorfgendarm von Niederkaltenkirchen, hat privat genug um die Ohren. Er wohnt mit Susi und Paul im schicken Neubau und findet das längst nicht so gemütlich wie seinen alten Saustall. Susi will Bürgermeisterin werden, und Franz soll Wahlkampf machen. Begeisterung sieht anders aus – die Flyer fliegen schon mal aus dem Autofenster. Susi entwickelt sich zur kleinen Wahlkampfmanagerin mit plötzlich internationalem Sprachgestus und liefert dabei einige der schönsten Bonmots des Films. Und ihr Sohn Paul? Der tanzt Ballett, trägt Tütü und darf genau das sein, was er ist. Niemand macht sich über ihn lustig. Franz steht sogar selbst bei der Schulaufführung auf der Bühne. Das fand ich richtig schön.
Aber zur Hauptsache! Da gibt es natürlich noch einen Mord. Der Steckerlfischkönig liegt nackt und erschlagen in der Sauna des Golfclubs – gespielt von Christian Tramitz, der die wenigen Minuten seines Auftritts großartig nutzt. Tramitz liest bekanntlich die Eberhofer-Hörbücher und ist damit für viele längst die Stimme des Franz. Dass er sich selbst inzwischen für zu alt hält, um den Eberhofer zu spielen, macht diesen kleinen Auftritt fast noch charmanter. Und dann ist da Rudi Birkenberger: lange Haare, ungewaschene Klamotten, ziemlich verlottert und angeblich aus Umweltschutzgründen gegen warmes Wasser. In Wirklichkeit lebt er seit Monaten im Auto. Auch das ist Eberhofer: Hinter dem Blödsinn steckt manchmal ein bisserl Tragik.
Die Krimihandlung selbst ist für mich eher Nebensache. Viel wichtiger ist, dass die ganze lustige Bagage wieder dabei ist: der Flötzinger, der Simmerl, der Wolfi, Max Simmerl, der grantelnde Papa, der Leopold und natürlich die Oma. Leider haben manche diesmal viel zu wenig zu tun, aber allein dass man sie wieder sieht, gehört für mich zum Eberhofer-Gefühl. Die Oma sitzt zeitweise im Pflegeheim und beschwert sich über die Mitbewohner*innen: „Lauter alte Leut!“ Einer möchte sogar verhaftet werden, damit er wieder rauskommt. Der junge Polizist Max Simmerl, der engagierteste von allen, hält das prompt für eine Geiselnahme und fordert das SEK an – dabei will der alte Herr eigentlich nur wieder aus dem Heim heraus. Und Eisi Gulp, der Eberhofer-Papa, ist einfach wieder Eisi Gulp. Der muss manchmal gar nichts Besonderes sagen, er sagt es einfach so, dass man lachen muss.
Ein Wahnsinns-Schenkelklopfer ist das „Steckerlfischfiasko“ für mich nicht. Aber ich habe mehrfach laut gelacht und mindestens genauso oft geschmunzelt. Und nach dem unschönen Hickhack zwischen Rita Falk und dem Filmteam hatte ich diesmal tatsächlich das Gefühl: Die haben sich wieder lieb. Besonders Paul ist dafür ein schönes Beispiel. Ach so, und der Mordfall? Ich sag’s mal so: Der Eberhofer kann froh sein, dass da immer irgendwo der Birkenberger ist. Zwischen zwei verfeindeten Volksfestclans in einem kleinen Kaff zu ermitteln ist nämlich nicht so leicht. Noch dazu, wenn da eine schöne Tochter des Ermordeten ist, die ihren „Papsi“ heiß und innig geliebt hat und dem Eberhofer schöne Augen macht.
Also, wie würde der Monaco Franze sagen? „Ein rechter Schmarrn war’s, ein provinzieller!“
Aber lustig wars! Und als Eberhofer-Fan ein Muss. Nicht hinzugehen? Das wäre doch erst ein richtiges Fiasko!
3,5/5
Steckerlfischfiasko
Kinostart Deutschland: 13. August 2026
Genre: Krimikomödie / Komödie / Literaturverfilmung
Laufzeit: ca. 98 Minuten
Regie: Ed Herzog
Romanvorlage: Rita Falk, nach ihrem gleichnamigen Eberhofer-Krimi
Cast: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Gerhard Wittmann, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Sigi Zimmerschied, Ferdinand Hofer, Michael Ostrowski , Milan Peschel, Lara Mandoki, Ruby O. Fee, Elisabeth Wasserscheid
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