Wenn die Blumen Trauer tragen

Den Münchener Künstler Martin Blumöhr habe ich euch ja schon öfter vorgestellt. Man erkennt seine Kunstwerke oft schon von weitem, sie sind meist bunt, farbenfroh, beinhalten Sonnen, Blumen, viele kleine Menschenfiguren. Meist suche ich diese Kunstwerke, doch gestern bin ich förmlich drüber gestolpert. Gehe ich doch seit einiger Zeit regelmäßig auf den Weihnachtsmarkt am Luise-Kiesselbach-Platz, auch „Luki“ genannt. Gestern war ich wohl früher unterwegs als sonst, es war beim Aussteigen aus dem Bus noch heller Tag. Und dann steht da plötzlich etwas am Rande des Marktes, ein kleines buntes SWM-Häuschen!

Und sogleich als echten Blumöhr erkannt. Es ist auch gar nicht ganz neu, wie man an der Aufschrift auf einer Seite erkennt: „Kunstprojekt Sentilinga“ steht hier. Mittels Google erfährt man, dass Martin Blumöhr die Arbeit 2020 vorgenommen hat. Es steckt wie immer eine Geschichte dahinter.
Ganz klar, dass die Geschichte in die Umgebung – Sendling Westpark – eingebaut wurde. So hat hier im Westpark eine Blume Corona (ja, das war genau die Zeit!), und deshalb müssen die anderen Blumen eine Maske tragen. Zum Westpark gehört ganz eindeutig auch der Rosengarten mit seinem Biergarten. Links oben erkennt ihr den Rosengarten und den Bierkrug mit seiner Schaumkrone in Form einer weißen Rose. Die Bäume haben wie immer Gesichter, das sind die Bewohner des Stadtviertels. 


Hier an dieser Seite des Häuschens hat Blumöhr eine „70“ geschaffen, die alte Postleitzahl des Stadtteils. 


Diese Seite des Kunstwerks beinhaltet in der Mitte das gebogene Tor des Westparks, links davon erkennt man den Schmied von Kochel, und rechts zeigt es den heiligen Georg, der gegen einen Drachen kämpft. In diesem Fall soll das den Kampf gegen die Gentrifizierung darstellen. 


Es war dem Künstler wie immer sehr wichtig, auch Ideen von Passanten mitaufzunehmen. Schön geworden! Wenngleich ich gestern von der zugemüllten Wertstoffinsel in unmittelbarer Nähe unangenehm berührt war. Aber mei, es war der 1. Januar, ein Tag nach dem üblichen Year-End-Inferno.

Wo genau:
Luise-Kiesselbach-Platz in der Nähe des Maibaums, gegenüber Altenheim St. Josef

Infos aus:
Hallo-München

 

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