Schabernack in Freiham

Freiham ist das größte Neubaugebiet Europas habe ich vor kurzem gelernt. Ich kannte es bislang gar nicht, nur aus dieser alten Werbung, wie ging die? „Wenns frei ham, fahrns nach Freiham!“ Aber jetzt leben hier immer mehr Menschen. Eine Initiative wollte die durcheinander gewürfelten Einwohner animieren, ihr Viertel zu entdecken. Im Rahmen der Annuale 2024 „Freiham Future“, einer temporären Ausstellung der Landeshauptstadt München im öffentlichen Raum, wurde der Künstler Bonnie Ton dieses Jahr eingeladen. Er sollte und wollte Pumuckl-Skulpturen in diesem allerneuesten Stadtviertel aufstellen. Seit November sind diese nun in den Freihamer Wohnanlagen der Münchner Wohnen zu entdecken.
Bonnie Ton hat hierzu Betonfiguren geschaffen, die unser Münchener Urgestein, den Pumuckl, darstellen. Wieso denn ausgerechnet den Pumuckl? „Der Pumuckl bringt seit Jahrzehnten Menschen zum Lachen“, sagt Dr. Doris Zoller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Münchner Wohnen. Darum gibt es in Freiham in diesem Neubaugebiet Straßen wie die Gustl-Bayrhammer-Straße, die Ellis-Kaut-Straße, den Hans-Clarin-Weg und viele bekannte Namen mehr. Jeder Pumuckl-Fan kennt sie: Ellis Kaut hat den Pumuckl geschaffen, Gustl Bayrhammer war der charmant-grantlerische Meister Eder, und Hans Clarin hat dem Pumuckl seine Stimme gegeben.

Drei verschiedene Figuren hat der Künstler geschaffen:
– auf einem Bein stehend, Daumen an der Schläfe und die Zunge rausstreckend
– sitzend und verträumt in den Himmel schauend
– wild in seiner Schaukel schwingend und dichtend (als Relief)

Zunächst wurden die etwa 35 cm großen Skulpturen aus Ton geformt, dann in Beton gegossen und daraufhin in Freiham verteilt. Sie sind frei zugänglich aufgestellt, man soll sie suchen.
Ich habe sie leider nicht alle gefunden, weil sie erstens nicht bunt sind und zweitens auch nicht sehr groß. 35 cm im freien Raum sind sehr unscheinbar.

Dafür habe ich ein Stadtviertel entdeckt, das aus viel mehr besteht als Möbel Höffner und einem Lager für das angeblich beste Münchener Bier. Die Menschen werden hier einmal in neuen Wohnanlagen leben, umgeben von Bäumen und ganz viel Grün! Es entsteht eine Dichte an Spielplätzen, Parks, Schulen, Häusern für Kinder, ein Stadtteilkulturzentrum, ein Familien- und Beratungszentrum, ein Bildungslokal, eine Stadtteilbibliothek und drei Nachbarschaftstreffs, was ich so gesehen habe!

Und einen wunderschönen Turm, der auf die verschiedenen Kulturen und Religionen aufmerksam machen soll, sowie einen „Freihamer Adventsweg“. Alleine das war schon die kleine Reise wert.

Manche, die ich nach den Pumuckl-Figuren gefragt habe, waren freundlich, wussten aber nicht, wovon ich sprach. Andere haben freudig ihr Wissen geteilt. Zwei kleine Kinder einer jungen Frau waren schon wahre Spezialisten! Sie konnten mir wertvolle Tipps geben.

Ihr habt noch Zeit bis Ende Februar 2025, die kleinen Figuren zu suchen. Bis dahin finanziert die Münchner Wohnen die Verlängerung der Open-Air-Ausstellung in ihren Wohnanlagen.
Der Künstler Bonnie Ton, der an der Münchener Akademie der Bildenden Künste studiert hat und als Kunstvermittler sowie handwerklich arbeitet, hat eine schöne Homepage, auf der er einen Plan für seine Pumuckls veröffentlicht hat. Vielleicht hilft euch das! Viel Spaß dabei!

https://www.b-ton.net/schabernack

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