Von Banksy bis Peter Gabriel

Bild von der MUCA Homepage

Ich war mal wieder im MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art in München. Und es war ein Nachmittag, der bei mir ganz unterschiedliche Reaktionen ausgelöst hat: Manches hat mich eher kaltgelassen, anderes fand ich spannend – und am Ende gab es sogar einen Moment, der mich wirklich berührt hat. Das MUCA selbst ist schon ein ungewöhnlicher Ort: Das Haupthaus befindet sich in einem ehemaligen Umspannwerk, direkt daneben liegt der ehemalige Luftschutzbunker, den das Museum seit einigen Jahren ebenfalls für Ausstellungen nutzt. Genau dieser Bunker sollte für mich am Ende noch eine ganz besondere Rolle spielen.

Im Haupthaus ist derzeit Antony Micallefs Ausstellung „The Future Is Stupid“ zu sehen. Über 50 Schlüsselwerke aus mehr als 20 Jahren seines Schaffens sind dort versammelt. Und zunächst war ich mir gar nicht sicher, wie sehr mich diese Arbeiten erreichen würden. Am besten hat mir hier seine Reihe „Tanzwut“ gefallen.

3 Teile aus „Tanzwut“

Nach einem Durchbummeln des Erdgeschosses und der Galerie des Haupthauses ging es dann hinunter ins Untergeschoss zur Dauerausstellung „UNVEILING – Highlights of the MUCA Collection“. Und hier wurde es für mich richtig interessant. Denn plötzlich begegnet man Namen wie Banksy, Christo, Keith Haring, Damien Hirst, Invader, Yayoi Kusama und weitere Größen der Urban-Art-Szene. Und das Schöne daran: Es geht hier nicht einfach nur um berühmte Motive als Reproduktion. Man steht tatsächlich vor Originalarbeiten!

Danach ging es in den MUCA-Bunker. Der Bunker grenzt an das Haupthaus an und wird vom MUCA für Sonderausstellungen und besondere Formate genutzt. Die Atmosphäre ist ganz anders als im Museum selbst: roh, geschlossen, ein bisschen geheimnisvoll. Erstaunlicherweise hat mich gerade dort Micallef am meisten angesprochen. Hier sind seine Figuren, Zeichnungen und Siebdrucke zu sehen – und vieles davon fand ich persönlich ausgesprochen ansprechend. „Schön“ ist bei Kunst natürlich Ansichtssache. Aber ich blieb hier deutlich lieber stehen, habe genauer hingesehen und mir manches länger angeschaut. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir „A Small Print of What I think Love Looks Like“, ein Siebdruck von 2010.

Und dann kommt die Verbindung zu Peter Gabriel. Ausgehend von dieser Arbeit entstand die Zusammenarbeit rund um Gabriels Song „Love Can Heal“. Die Bildidee wurde zu einer Animation weiterentwickelt, die im Bunker zu sehen ist und die auch im Zusammenhang mit Peter Gabriels Performances eingesetzt wurde. Es läuft in Dauerschleife in einem Raum. Für mich war das ein ganz besonderer Moment: warm, intim und irgendwie tröstlich. Und vielleicht bin ich dafür auch besonders empfänglich, weil ich Peter Gabriel über alles liebe. Für mich war das ein schöner Abschluss dieser Ausstellung.

Eigentlich hätte danach nur noch ein Getränk im Mural gefehlt, dem Restaurant im MUCA, das wäre für mich der perfekte Nachmittag gewesen. Das Mural hatte eine ganz eigene Verbindung von Fine Dining und Street Art; die Wände waren selbst Teil des künstlerischen Konzepts. Schade, dass dieses Kapitel beendet ist, das Restaurant wurde 2026 geschlossen.
Auf einen kleinen Abstecher zur Toilette wollte ich trotzdem nicht verzichten. Auch dort setzt sich die Kunst fort: Der Gang und die Toiletten sind individuell gestaltet, unter anderem mit den charakteristischen Hühnern von Matthias Mross – ein Motiv, das man in München durchaus auch an anderen Orten schon einmal gesehen hat.
Und dann kommt mein ganz persönlicher kleiner Schlussmoment. Als ich wieder aus dem MUCA herausgehe, bleibe ich noch einmal kurz vor dem Museum stehen. Da ist sie wieder: „Girl“, die Micallef-Skulptur, die ich gleich zu Beginn fotografierte. Damals, noch bevor ich überhaupt ins Museum gegangen war. Einfach weil sie mir aufgefallen war – ohne die geringste Ahnung davon zu haben, was mich drinnen eigentlich erwartet. Jetzt sehe ich sie mit ganz anderen Augen. Und genau das gefällt mir als Schluss dieses Besuchs: Diese Originalskulptur kann man schon von außen und ohne Eintritt sehen. Aber nachdem ich Micallefs Arbeiten im Bunker erlebt habe, bekommt sie für mich plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Ich mache noch einmal ein Foto.

Ein schöner Nachmittag im MUCA!

Antony Micallef: „The Future Is Stupid“: noch bis zum 18. Oktober 2026
Dauerausstellung: „UNVEILING – Highlights of the MUCA Collection“

MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art
Hotterstraße 12, 80331 München

Öffnungszeiten:
Mittwoch–Sonntag: 10–18 Uhr
Donnerstag: 10–20 Uhr
Eintritt:
Kombi-Ticket Haupthaus + Bunker: 15 €
Ermäßigt: 10 €
Kinder unter 12 Jahren: frei

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