Wer ko, der ko
Urlaubsbedingt kam ich erst am zweiten Wiesn Samstag dazu, mir das neue, alljährliche Wiesnbild in der Tumblingerstraße anzuschauen – wie jedes Jahr von der ADK Crew, dem Künstlerkollektiv „Der Blaue Vogel“. Es trägt den Titel „Wer ko, der ko“.
Links und rechts schauen ein paar verdutzte blaue Vögel auf das Geschehen. In der Mitte steht ein Brunnen, um den sich sechs fröhliche, vielleicht angeheiterte Herren versammelt haben. Außderdem steht hier noch ein Limokasten und ein Putzeimer. Dahinter steckt eine aktuelle Münchner Debatte: Brauereien nutzen ihr Tiefengrundwasser nicht nur zum Bierbrauen, sondern teilweise auch für die Herstellung von Limonaden und für Reinigungszwecke. Die Künstler der „Blauen Vögel“ greifen damit die Frage auf, ob dieses besonders wertvolle Grundwasser für solche Zwecke verwendet werden sollte – und ob die Brauereien dafür künftig bezahlen müssten.
Die sechs traditionellen Münchner Brauereien sind auch dieses Jahr auf der Wiesn vertreten. Giesinger Bräu dagegen wartet weiterhin auf seine Chance – obwohl die Brauerei eigens einen Tiefbrunnen bauen ließ, um das benötigte Münchner Grundwasser zu haben. Rechts oben schaut eine traurige Gestalt aus der Ferne zu – mit ein bisschen Fantasie könnte das durchaus Giesinger-Chef Steffen Marx sein.
Besonders liebevoll sind die kleinen Details: Jede der sechs Figuren trägt das Zeichen „ihrer“ Brauerei, und sogar das Augustiner-Männchen ist zu erkennen – das in dieser Darstellung ein bisschen wie der dumme Augustin aussieht.
Besonders liebevoll sind die kleinen Details: Jede der sechs Figuren trägt das Zeichen „ihrer“ Brauerei, und sogar das Augustiner-Männchen ist zu erkennen – das in dieser Darstellung ein bisschen wie der dumme Augustin aussieht.
Im Hintergrund reichen ein paar schwarze Pinselstriche, um die Wiesn anzudeuten: Riesenrad, Bierkrug, Bavaria, irgendein ziemlich schreckliches Fahrgeschäft – und sogar ein kleiner, einsamer Luftballon. Der ist für die Münchner*innen natürlich ein besonderer Gag: Schließlich kennen wir die regelmäßigen Durchsagen in S- und U-Bahnen, dass Luftballons wegen der Oberleitungen nicht mitgenommen werden dürfen – schließlich kann so ein kleiner Ballon im schlimmsten Fall den öffentlichen Nahverkehr zum Erliegen bringen.
Man muss wirklich nah herangehen, um all das zu entdecken. Genau das macht den Reiz dieses Bildes aus. Es ist witzig, hat eine klare Botschaft und lässt trotzdem Raum für eigene Gedanken. Ich bin nun keine leidenschaftliche Kennerin der Wiesn- und Brauereipolitik und möchte auch gar nicht entscheiden, wer hier nun „dran“ sein sollte. Aber die Pointe ist unübersehbar: Wer ko, der ko! Und dieses Motto passt für mich am Ende mindestens genauso gut zu meinen geliebten Blauen Vögeln. Die können einfach was: Mit wenigen Strichen erzählen sie verdammt viel.
c) 1. Foto: Instagram-Seite der ADK Crew, denn als ich vor dem Bild stand, haben leider jede Menge Leihräder die Sicht ziemlich gründlich versperrt.
Deshalb hier noch mein eigenes Foto – mit Leihrädern:
Wer ko, der ko, aber das hier geht nicht!
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Hi, danke, dass ihr so nett über uns schreibt.
Der Grundgedanke unserer diesjährigen Wand war
vor allem, dass die Brauereien das Grundwasser, welches sie für das Brauen vom Bier frei nutzen dürfen, auch für das Reinigen und die Herstellung ihrer Limos nutzen (deshalb der Limokasten und der Putzeimer). Dieses Wasser müssten sie bezahlen. Dazu gab es auch Artikel in der SZ etc. Vielleicht könnt ihr da ja noch was zu eurem Text hinzufügen.
Vielen Dank ✌🏼