Slowenischer Impressionismus in Dachau

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Fotocredit: Dachau Gemäldegalerie

Der Impressionismus ging viele Wege – einige führten über München und Dachau bis nach Slowenien. Um 1900 fanden junge slowenische Künstlerinnen und Künstler in der pulsierenden Kunst-Stadt München sowie in der Dachauer Künstlerkolonie neue Inspiration. Hier, wo Licht und Landschaft im Mittelpunkt standen, entdeckten sie eine Malerei, die den Realismus hinter sich ließ und zu eindrucksvollen, farbenfrohen Bildwelten führte.
Die Ausstellung Wege des Impressionismus – Die Slowenische Moderne und Dachau zeigt erstmals in Deutschland hochkarätige Werke der Slowenischen Moderne – von impressionistischen Landschaften über eindringliche Porträts bis hin zu Gemälden, die persönliche wie gesellschaftliche Umbrüche sichtbar machen.

Mit Impressionismus kann man mich locken, von Monet und seinen französischen Kolleg*innen habe ich schon viel gesehen; von der slowenischen Umsetzung war mir bisher nichts bekannt. Ein wirklich schöner Rahmen bildet die Gemäldegalerie Dachau, direkt in der Altstadt. Im ersten Stock kann man an diesem kalten Januartag seinen Mantel an mehreren aufgestellten Garderoben hinterlassen. Rund um die Kasse versammeln sich einige Personen, die an einer Führung teilnehmen wollen. Ich gehe gleich in den zweiten Stock, um das derzeitige Ausstellungs-Highlight auf eigene Faust zu erkunden.
Oben empfangen mich an Holzwänden angebrachte Fotografien der Künstler*innen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts auf die impressionistische Malerei eingelassen haben. Anton Ažbe (*30.05.1862 in Dolenčice – †06.08.1905 in München), der in München eine Malschule betrieb, ist der Mittelpunkt der Gemeinschaft. Es gehören dazu: Ivana Kobilcas, Rihard Jakopič, Matija Jama, Ivan Grohar, Ferdo Vesel und Matej Sternen. Im großen, hellen Ausstellungsraum unter dem Dach des Hauses geht es vorbei an eindrucksvollen Porträts, Örtlichkeiten und Landschaften im Stil des Realismus und Impressionismus. Das sind schöne Eindrücke bzw. Momentaufnahmen im Sommer und Herbst. Hier und jetzt im Winter könnte man manchmal wehmütig werden.
Im hinteren Teil der Räumlichkeit finden sich Werke von Zoran Mušič (*12.02.1909 – †25.05.2005). Diese sind zum großen Teil geprägt von seinem Aufenthalt im Konzentrationslager Dachau ab 1944. Es sind düstere Bildnisse, da lasse ich meinen Blick nur kurz darüber schweifen.
Der weitere Rundgang führt vorbei an gemalten Heuschobern, das Motiv kenne ich auch von Monet, und weiteren schönen Bildern im großen und kleinen Format.

Am Ende des Besuchs des Obergeschosses führt eine schön geschwungene Wendeltreppe zurück in den ersten Stock. Jetzt interessiert mich noch die Dauerausstellung der Gemäldegalerie Dachau, und ich bin wirklich positiv überrascht. Im Mittelpunkt steht die Künstlerkolonie Dachau, die ihre Blütezeit um das Jahr 1900 hatte. Rund 200 Bilder und einige ausgewählte Skulpturen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein kann man entdecken, renommierte und weniger bekannte Künstler sind zu finden. Weitere Infos dazu unter dem Link.

Der Weg zu diesen Kunstgenüsse hat sich gelohnt und kann ich nur empfehlen.

Ein weiterer Tipp: der Künstlerweg Etzenhausen. Ein Flyer dazu liegt im Haus der Gemäldegalerie zur Mitnahme bereit; online kann man Informationen dazu ebenfalls finden. Das Gelände kann man nach einem 20-minütigen Spaziergang von der Galerie aus erreichen. 

Wege des Impressionismus – Die Slowenische Moderne und Dachau
Eine Ausstellung der Gemäldegalerie Dachau und der Nationalgalerie Sloweniens in Kooperation mit dem Slowenischen Kulturzentrum SKICA Berlin.
Gemäldegalerie Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 3, 85221 Dachau
bis 12. Apr. 2026
Eintritt: 7 EUR
https://dachauer-galerien-museen.de/

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