Soviel Leben nach dem Leben

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In einer kalten, verschneiten Winternacht bringt eine Frau ein kleines Mädchen zur Welt. Leider stirbt es, bevor es auch nur einen Atemzug machen kann. Die Nabelschnur hat sich um den Hals gewickelt. Doch es passiert etwas Außergewöhnliches: Das Mädchen wird noch einmal geboren, und dieses Mal kann man sie retten, ein Arzt ist rechtzeitig zur Stelle.

Ursula wird sie von ihren Eltern genannt, in England um 1910. „Kleiner Bär“ heißt das, und so wird sie von ihrem Vater fortan immer wieder gerne genannt. Leider ist das nicht das einzige tragische Intermezzo der kleinen Ursula. Obwohl sie ein liebevolles Zuhause mit liebenden Eltern und mehreren Geschwistern hat, gibt es immer wieder Schicksalsschläge – und Ursula muss sterben. Ihr ganzes Leben ist ein einziger Kampf gegen das Schicksal. Sie ertrinkt im Meer und kommt erneut zur Welt, dieses Mal kann sie gerettet werden. Sie erliegt der Spanischen Grippe, auch hier wird sie neu geboren, und an der Stelle wird eine Lösung gefunden, damit keiner in der Familie mit der Spanischen Grippe in Berührung kommt. Allmählich kommt dem Mädchen ihr Leben selbst seltsam vor. Ihr ist, als hätte sie Déja vus. Große Liebe und Bewunderung empfindet sie für ihre Tante Izzy in London, doch auch unter deren Obhut muss sie sterben, gleich nach dem Abholen vom Zug und kurz nach dem Einsteigen ins Auto gibt es einen tödlichen Unfall. Schneeflocken rieseln jedes Mal ganz leise und langsam auf sie herab, wenn sie stirbt. Sehr viele und verschiedene Leben kommen so im Laufe der Zeit zustande. Ursula wird vergewaltigt und muss ihr Kind abtreiben. Ursula lebt eine Zeitlang in Deutschland, geht aber wieder nach England zurück, als sie sieht welche Entwicklung es dort gibt Anfang der 1930er Jahre. Ursula heiratet. Es ist die größte Fehlentscheidung eines ihrer Leben. Sie wird von ihrem Mann totgeschlagen. Ursula verliert ihren geliebten kleinen Bruder an den Krieg. Allmählich beginnt sie, eine seltsame Verbindung zu ihrem eigenen Schicksal zu spüren. Sie weiß Dinge, die sie nicht wissen sollte, und trifft Entscheidungen, die den Verlauf ihres Lebens und das der Menschen um sie herum verändern.

Life after life ist eine wunderschöne, authentisch ausgestattete Geschichte im England zwischen 1910 und dem Ende des 2. Weltkrieges. Was ist hier die existentielle Frage? Wie viele Chancen braucht man, um sein Leben wirklich zu leben?
Ursula und ihre ganzen Schicksale haben mich sehr berührt. Ein wundervolles, mir bislang unbekanntes Kleinod.

Life after life basiert auf dem Bestsellerroman von Kate Atkinson und ist als Vierteiler à 55 Minuten auf One (ARD Mediathek) zu sehen.

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Life after life
Genre: Dramaserie
Land:GB
Jahr: 2022
Regie: John Crowley
Cast: Thomasin McKenzie als Ursula u.v.m

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