Vom Anfang und Ende

c) Chatwin Bandcamp

Ben Chatwin hat sich mit den gewaltigen Zyklen von Schöpfung und Verfall beschäftigt, daraus entstanden sind zwei Singles: „The beginning“ und „The end“. Die Tracks wurden beim Sonica Festival 2024 in Glasgow als Teil eines größeren audiovisuellen Projekts uraufgeführt und von hypnotisierenden Bildern von Morgan Beringer begleitet, die dieser meditativen Erkundung der Existenz eine beeindruckende Dimension verliehen hat. Wir können uns leider nur auf die Musik einlassen, aber die kann sich zu etwas Besonderem in einem Kopfkino entwickeln.

„The beginning“ gibt uns mit 3:25 Minuten Länge nicht viel Zeit alles gleich und sofort aufzunehmen, es gibt so viel zu hören, zum Beispiel ein elektronisches Echo in der Weite des Alls, Walgesänge, wellenhafte bzw. pulsierende Bewegungen, das alles verläuft sich am Ende in der Weite des Alls. Was einmal angefangen hat, wird auch irgendwann enden: „The end“ (3:36 Minuten) verwebt ein tiefes Brummen mit Elektronik, es ist ein dahingleitender, schöner Abgesang, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der letzte Funke erlischt.

Inspiriert von der Geburt und dem Tod des Kosmos, erforschen die zwei Singles Themen wie Schönheit, Verfall und Vergänglichkeit durch gut durchdachte Kompositionen. Es reicht nicht, sich das nur einmal anzuhören. Chatwin verwendet analoge Hardware, die er bis an ihre Grenzen ausreizt, und sättigt und komprimiert den Klang, um ein viszerales Klangerlebnis zu schaffen. Das klingt abgehoben, ist es aber nicht. Einfach mal sieben Minuten lauschen und mit den Instrumentals abtauchen und sich darauf einlassen.

Ben Chatwin: The Beginning
Bandcamp, Vö. 06.02.2025
Digitales Album
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