Ostern steht vor der Tür, und damit auch das alljährliche metallische Ostereiersuchen im Backstage! Das Dark Easter Metal Meeting lädt wie jedes Jahr zum Haareschütteln ins zweite Wohnzimmer, und wie jedes Jahr haben die Veranstalter MRW Concerts wieder ein tolles Band-Paket geschnürt. Große Namen, große Geheimtipps, potenzielle neue Lieblingsbands – alles dabei. Damit ihr den Überblick nicht verliert, hier wie jedes Jahr unser schneller Guide durch zwei Tage Geballer! Eine kleine Abweichung gibt es dieses Jahr: keine Autogrammstunden, dafür eine hochkarätige Ausstellung in der Reitknecht Lounge (mit Werken von Afra/Fotografin Metal1.info, Manuel Scapinello und View from the Coffin, beides Illustratoren). Dann mal los!
Werk
Einlass: 14.00 Uhr
14.30-15.20 Uhr: Desaster
Das altgediente Black/Thrash-Geschwader aus Deutschland ist nach 2015 und 2018 zum dritten Mal beim DEMM zu Gast und eröffnet das Festival im Werk gleich mal mit ordentlichem Getrümmer. Seit Anfang der Neunziger treiben die Herren schon unerbittlich ihr Unwesen, das letzte Album Churches without saints ist von 2021.
16.20-17.10 Uhr: Empyrium
Zu Empyrium und ihrer ganz eigenen musikalischen Welt muss man nicht mehr viel sagen. Doch, eins: Hier auf dem DEMM spielen sie ein Oldschool-Set und damit auch das einzige Konzert 2025 in Deutschland. Oldschool heißt bei den Großmeistern düsterzarter Naturmystik um Ulf Theodor Schwadorf (auch z. B.: The Vision Bleak, Sun of the Sleepless) die ersten Veröffentlichungen aus den Neunzigern, die noch eher im Metalbereich angesiedelt waren. Ein echtes Schmankerl also und auch der erste Auftritt von Empyrium beim DEMM!
18.10-19.00 Uhr: Tsjuder
Tsjuder aus Norwegen spielen kompromisslosen und klirrend kalten Black Metal der guten alten norwegischen Schule, komplett mit Corpsepaint, Stachelarmbändern n’all. Das macht das Trio sehr gut und schon seit Anfang der Neunziger, die aktuelle Veröffentlichung ist das Album Helvegr aus dem Jahr 2023. Tsjuder sind nach 2019 zum zweiten Mal beim DEMM.
20.00-20.50 Uhr: Gaahls Wyrd
Der nächste Act im Werk ist ebenfalls aus Norwegen, ebenfalls seit Jahrzehnten im Black Metal unterwegs und definitiv kein Unbekannter: Gaahl. Früher bei Gorgoroth, God Seed, Trelldom (und ganz am Anfang bei Wardruna), seit einigen Jahren mit Gaahls Wyrd unterwegs. Black Metal with a twist und natürlich seiner einzigartigen, wandelbaren Stimme (und Präsenz). Vor ein paar Jahren hätten sie schon mal auf dem DEMM spielen sollen, jetzt klappt es endlich. Im Gepäck hat die Band die brandneue Single „Time and timeless timeline“, das dazugehörige Album Braiding the stories erscheint im Juni. Das wird groß!
21.50-23.05 Uhr: Belphegor
Nach Deutschland und Norwegen steht als Nächstes Österreich auf dem Plan, Belphegor um Bandchef Helmuth werden nach 2018 und 2022 wieder ganz viel Unheiligkeit auf der Werk-Bühne verbreiten. Musikalisch wird’s brachial und auf den Punkt, Black/Death mit Wucht und Präzision, der direkt in den Nacken geht. Seit Anfang der Neunziger treiben Belphegor bereits ihr Unwesen, die letzte Veröffentlichung The devils ist aus dem Jahr 2022.
00:05-1.10 Uhr: Moonsorrow
Auch die Finnen von Moonsorrow sind alte Hasen in der Szene, aber zum ersten Mal auf dem DEMM. Ihre Mischung aus klirrend kaltem Pagan und Black Metal ist fern jeglicher bierseliger Fröhlichkeit und beschwört Eisriesen und unendliche düstere Weiten herauf. Auf den letzten Alben ist kaum ein Song unter zehn Minuten, bei aller Atmosphäre kommt aber auch die metallische Härte nicht zu kurz. Die letzte Veröffentlichung Jumalten aika ist zwar schon von 2016, der Sound ist aber eh zeitlos einzigartig. Ein würdiger Tagesabschluss im Werk!
Halle
Einlass: 15.00 Uhr
15.25-16.15 Uhr: Imperium Dekadenz
Die DEMM-Veteranen Imperium Dekadenz (waren schon 2012 beim allerersten DEMM dabei, danach noch 2017 und 2022) aus dem Schwarzwald eröffnen den Tag in der Halle. Horaz und Vespasian (live verstärkt durch die Vargsheim-Truppe) spielen gleichermaßen eisigen wie erhabenen Black Metal und tauchen nicht nur namenstechnisch oft tief in die Geschichte ab. Mitunter darf es aber auch mal melodiös-melancholisch werden, im besten Mitnicktempo. Das letzte Album Into sorrow evermore ist von 2023.
17.15-18.05 Uhr: In the Woods…
Die Norweger spielen Avantgarde/Progressive Black Metal und sind – mit einer langen Unterbrechung – seit Anfang der Neunziger aktiv. Trotzdem ist es ihr erster Auftritt auf dem DEMM. Definitiv eine dieser besonderen Bands, für die die Veranstalter ein Händchen haben und die aus dem sonstigen Geballer herausstechen. Melodien, Klargesang, Growls, Härte, Introspektion – In the Woods… sind keine klassischen Schädelspalter, aber bestimmt ein Erlebnis. Im Gepäck hat der Fünfer das brandneue Album Otra.
19.05-19.55 Uhr: Spectral Wound
Spectral Wound aus Montréal, Kanada sind seit zehn Jahren aktiv und spielen klassischen Black Metal. Keifen, Raserei, absolute Finsternis, aberwitzige Songtitel – wüsste man es nicht besser, könnte man glauben, Spectral Wound kommen aus Norwegen oder Finnland. Zu „Aristocratic suicidal black metal“ und anderen Songs vom aktuellen Album Songs of blood and mire (2024) kann man sich hervorragend die Frisur ruinieren, das ältere Material steht dem in Nichts nach. Die Kanadier sind zum ersten Mal auf dem DEMM.
20.55-21.45 Uhr: Saor
Saor (gälisch: frei) aus Schottland sind ebenfalls zum ersten Mal auf dem DEMM und bringen ihren Caledonian Metal auf die Bühne der Backstage Halle. Eigentlich das Ein-Mann-Projekt von Andy Marshall, live wird er unter anderem von der deutschen Folkmusikerin Ella Zlotos (an Flöten und Uilleann Pipes) unterstützt. Black Metal gepaart mit Folk aus der reichen Tradition Schottlands, man sieht die Highlands vor sich, die grünen Weiten, Burgen, mal harsch ist sie, die Landschaft, mal lieblich. Vor zwei Monaten ist das sechste Album von Saor erschienen, Amidst the ruins.
23.10-00.00 Uhr: Thy Light
Wir bleiben in Schottland, denn hier haben sich die ursprünglich aus Brasilien stammenden Thy Light vor einiger Zeit niedergelassen. Depressive Black Metal mit ganz viel Atmosphäre spielt die Band, die letzte Veröffentlichung ist die gleichnamige EP aus dem Jahr 2021, das letzte Album ist von 2013 (No morrow shall dawn). Bei ihrem ersten Auftritt beim DEMM vor ein paar Jahren kam man kaum mehr in die überfüllte Halle, nur so als Tipp für diejenigen, die Thy Light unbedingt sehen wollen.
Club
Einlass: 15.00 Uhr
15.25-16.15 Uhr: Kohlrabenschwarz
„Kohlrabenschwarz“ ist nicht nur ein gutes Motto für das DEMM, sondern auch die neue Band von Constantin König, dessen frühere Bands Lunar Aurora und Bald Anders bei Szenekennern für leuchtende Augen gesorgt haben. Jetzt hat er sich unter anderem mit Dirk Rehfus (Ex-Grabnebelfürsten) zusammengetan, um „kohlrabenschwarzen“ Metal zu spielen. Das erste Album Im finsteren Tal ist letztes Jahr erschienen und bietet fein geknüppelten, rohen Black Metal mit deutschen Texten und einem guten Schuss Theatralik. Gerade ist mit „Der zerbrochene Spiegel“ noch eine neue Single herausgekommen.
17.15-18.05 Uhr: Hangover in Minsk
Die Band – und was für ein Bandname! – ist sozusagen ein DEMM-Baby, wie sie auf ihrer Facebook-Seite schreibt. Die Musiker*innen von Dymna Lotva befanden sich nach ihrem Auftritt 2024 auf der Rückfahrt nach Polen – wo die gebürtigen Belaruss*innen seit einiger Zeit leben -, hatten einen Kater und suchten nach dazu passender Musik. Nachdem sie keine fanden, wurde kurzentschlossen Hangover in Minsk gegründet, ihr Live-Debüt feiert die Band dieses Jahr passenderweise auf dem DEMM. Die aktuelle Single „Party is over“ wartet übrigens mit Gast-Sänger Kim Carlsson von Lifelover auf! Wie das Ganze klingt? Am besten selbst anhören.
19.05-19.55 Uhr: Cân Bardd
Cân Bardd aus der Schweiz sind ebenfalls zum ersten Mal auf dem DEMM und bringen Atmospheric Black Metal gemischt mit Folk-Elementen mit. Gerade sind sie mit Saor auf Tour, und die Kombination passt hervorragend. Verträumte, in sich gekehrte Passagen wechseln sich mit harschen Soundscapes ab, und von Landschaften und der Natur handeln auch die Texte. Das aktuelle Album Devoured by the oak ist aus dem Jahr 2021.
20.55-21.45 Uhr: Zemial
Zemial aus Griechenland gibt es bereits seit Anfang der Neunziger, auf dem DEMM sind sie allerdings zum ersten Mal. Ursprünglich als Black-Metal-Projekt im Stil von Bathory und Co. gestartet, hat man sich schon bald zu Avantgarde Metal hin orientiert, der stark von Thrash und Black Metal beeinflusst ist. Die Band von Mastermind Vorskaath sitzt musikalisch also zwischen diversen Stühlen und kreiert dadurch einen ganz eigenen, spannenden Sound. Die aktuelle EP To slay with silent dagger ist aus dem Jahr 2022.
23.10-00.00 Uhr: Lamp of Murmuur
Und noch ein Neuling auf dem DEMM beschließt den Samstag im Club, Lamp of Murmuur aus den USA. Erst seit ein paar Jahren treibt das Soloprojekt von „M“ sein Unwesen, hat es da aber schon auf drei Alben und diverse kürzere Veröffentlichungen gebracht. Roher, aber durchaus melodischer Black Metal mit knurrkeifendem Gesang, einer dicken Prise Norwegen und gelegentlichen Gothic-Einflüssen – das ist alles so vertraut wie irgendwie doch anders. Das aktuelle Album Saturnian bloodstorm ist aus dem Jahr 2023.
Hier geht’s zum Sonntagsüberblick!
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Saor
Thy Light
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Hangover in Minsk
Cân Bardd
Zemial
Lamp of Murmuur
(1822)

