Alles so schön hyggelig hier?

Eine perfekte Familie in einer eher reicheren Gegend in Kopenhagen. Schönes Haus, Garten, direkt am Meer, Mama, Papa, Sohn, und um nicht alles selbst machen zu müssen hat Cecilie ein philippinisches Au-pair-Mädchen, Angel. Alle Reichen scheinen hier philippinische Au-pair-Mädchen zu haben, diese sind eine richtige kleine Community. Ruby, das Mädchen der Nachbarn, einem befreundeten Ehepaar nebst Sohn, hat es dort wohl nicht so gut. Eines Abends bittet sie Cecilie um Hilfe. Doch Cecilie möchte sich nicht in deren Angelegenheiten mischen. Und tags drauf ist Ruby verschwunden.

Cecilie tut das sehr leid, dass sie Ruby so leichtfertig abgetan hat, sie hilft Angel und den anderen Philipininnen – und der Polizei – bei der Suche.

Die visuell großartig gemachte Serie wirkt zuerst einmal wie ein klassischer Krimi. Hat das Mädchen sich umgebracht? Versteckt? Welche Rolle spielt es, dass sie schwanger war? Wurde sie vergewaltigt? Wenn ja, von wem? Etliche potentielle Täter, Kinder, die sich seltsam verhalten. Dann ist der Thriller plötzlich sowas wie eine Gesellschaftskritik. Wieso können oder wollen sich diese reichen Leute keine Hausangestellten leisten? Wieso werden diese jungen Frauen ausgebeutet? Sie sind völlig abhängig von ihren „Familien“, wollen doch hier sowieso nur arbeiten, um Geld nach Hause zu schicken, um dort ihre eigentlichen Familien zu versorgen. Machtmissbrauch, Rassismus, systematische Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit und dazu ein System, das Reiche privilegiert behandelt, Täter schützt und Opfer vergisst.

Diese Seite von Dänemark, in dem alles so hyggelig erscheint, ist alles andere als sympathisch. Aber ist es denn nicht mittlerweile fast überall in der Welt so?

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Das Reservat
Produktionsland: Dänemark
Genre: Krimi, Drama
Cast: Marie Bach Hansen, Simon Sears, Excel Busano, Donna Levkovski u.v.m.
6 Episoden seit 15. Mai 2025 auf Netflix

 

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