Fast wie ein Märchen
Emma und Felix suchen verzweifelt nach einer Wohnung, es ist nahezu aussichtslos. So grenzt es fast an ein Wunder, als Emma plötzlich Erbin wird! Eine Frau von Donnerhall ist gestorben, hat keine Erben hinterlassen, und in irgendeiner entfernten Linie hat man Emma gefunden. Sie und Felix sehen sich das geerbte Haus an, und sie werden fast verrückt vor Freude! Das ist ja ein riesiges Anwesen mit Grundstück drumherum! Was sie nicht wissen: Das Haus ist bewohnt. Es leben Geister darin.
Das sind Urs, der älteste Mitbewohner, ein zotteliger Steinzeitmensch, ein römischer Legionär und noch so einige andere bis hin zu einer Grundschullehrerin mit Pfeil im Hals, die in den 1980er Jahren am Anwesen ihr Leben verlor. Keine*r weiß, wieso dieses bunte Völkchen dort ausharren muss, andere dort Verstorbene – siehe Frau von Donnerhall – konnten einfach ins Licht gehen. Emma und Felix ziehen dort ein. Das Haus muss gewaltig renoviert werden. Während die Geister alles beobachten, bewachen und um ihre Ruhe und Harmonie bangen, gehen Handwerker ein und aus. Felix, eine eher schlichte Person, will mithelfen. Er macht sich unglückseligerweise an der Elektrik zu schaffen, was dazu führt, dass Emma einen Stromschlag erleidet. Und danach kann sie die Geister sehen! Zuerst ist es ein Schock. Danach will sie ihre Ruhe davor haben. Nachdem das aber nicht geht, weil die Geister einfach zu sehr dominieren und auch sehr an den neuen Mitbewohnern interessiert sind, kommt es zu einem Agreement. Emma wird ihnen Zeit widmen – der eine will Schach spielen, die andere einfach reden – und sie lassen Emma und Felix ihre Privatsphäre. Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht!
Die Zuschauer*innen sehen zwischendrin, wie es bei manchen Geistern zum Tod und danach zum Leben im Haus von Donnerhall kam. Sie sehen, was Emma und Felix aus dem Haus machen. Zum Beispiel eine Event-Location. Und dann die Idee, das Haus zu verkaufen und sich davon eine neue Wohnung zu gönnen, die nicht mühsam mit viel Geld renoviert werden muss. Ziemlich gruselig aber auch beeindruckend, was Emma in diesen neuen Häusern und Wohnungen da alles sehen muss! Was wäre eigentlich, wenn Emma und Felix nun doch im Anwesen bleiben würden?
Das alles ist sehr nett gemacht, fast wie diese entzückenden Neuverfilmungen von deutschen Märchen, die es jedes Jahr vor Weihnachten im Fernsehen gibt. Die sechs Episoden schnauft man quasi weg, und auch wenn es in der Mitte den einen oder anderen Durchhänger gibt, so hat man doch Lust, zu Ende zu schauen. Und am Schluss, als Felix auf die Knie geht, ist das eigentlich ein Cliffhanger? Gibt es eine zweite Staffel?
Das deutsche Fernsehen hat mit Ghosts die erfolgreiche (sechs Staffeln) britische Comedy-Serie „Ghosts“ adaptiert, und zwar ansehnlich, wie ich meine.

Ghosts
Deutsche Produktion
Seit 6. März 2025 sind die sechs Episoden à ca. 20 Minuten in der ARD Mediathek zu sehen.
Regie: Erik Haffner
Cast: Cristina do Rego, Benito Bause, Max Giermann, Meltem Kaptan, Alexander Khuon, Sebastian Schwarz, Sina Tkotsch, Jan van Weyde, Antje Widdra, Ute Stein u.v.m.
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