Dating (Chaos-)Queen
Es ist zum Ausrasten: Amanda ist erst 30 Jahre alt, aber seit zwölf Jahren Single. Seit drei Jahren hatte sie keinen Sex mehr. Das muss anders werden, finden die Freundinnen. Die ganze Clique, ihre Freundinnen und ihre jüngere Schwester Adina, würden ihr so sehr wünschen, dass sie endlich wieder jemanden kennenlernt. Sie reden so lange gut auf sie ein, dass sie tatsächlich so etwas wie einen Motivationskick verspürt. Mit einem gewaltigen Schubs der besten Freundin stolpert sie in einer Bar quasi schon über den ersten Kandidaten.
Sie ist nach ein paar Minuten entzückt, landet mit ihm im Bett und findet es gar nicht schlimm, dass dieser Typ ein selbstverliebter Macho ist, der nie gut zu ihr sein würde. Er schickt sie nach Hause, selbst das macht ihr nichts aus, sie denkt, sie hat einen Freund. Sie muss sogleich mit ihrer Schwester verarbeiten, was passiert ist, und warum er sich nicht sofort wieder meldet. So schlingert sie von einem Kerl zum anderen. Sie sind sweet oder belesen oder gutaussehend oder cool oder was zum Herzeigen für die Familie, nur eins ist allen gemeinsam: Keiner will bleiben. Sie ist immer alleine, und das, wo doch alle anderen so glückliche Beziehungen und ein tolles Leben haben! Aber stimmt denn das überhaupt? Natürlich nicht, doch die Sehnsucht verdeckt alle anderen Probleme. Ihre Schwester Adina hat welche, ihre Mutter hat welche, sie und ihr Vater mit seiner neuen Familie haben welche. Also geht es weiter mit der Suche nach dem Traummann. Verrückte Situationen entstehen, ein kurioses Speed-Dating, Tinder-Bekanntschaften. Amanda ist so froh, endlich wieder jemandem körperlich nah zu sein, dass sie sich bei fast jedem Date einbildet, das könnte etwas werden. Ihre Gedanken kreisen nur noch um die Männer. Am Schluss scheint es fast zu klappen, wenn da nicht – das verrate ich euch aber nicht! Es gibt sozusagen einen Cliffhanger, und ich könnte mir vorstellen, dass es eine 2. Staffel gibt.
Die sieben nicht einmal 30-minütigen Episoden sind so schnell weggeschnupft, weil sie unterhaltsam sind, irgendwie realistisch, anrührend auch, und so sehe ich über manche Schwächen in der Geschichte hinweg. Ausschlaggebend für meine Wahl war ja ohnehin Malmö als Kulisse. Die Parks! Die Graffitis! Die Kneipen! Der Strand und der Turning Torso!
Die Serie ist übrigens eine direkte Adaption von Amanda Romares in Schweden sehr erfolgreichem Debütroman „Halva Malmö består av killar som dumpat mig“. Er basiert laut Amanda Romare stark auf ihren persönlichen Erfahrungen und ihren Tagebucheintragungen. Das macht die Geschichte besonders authentisch und sympathisch. Der englische Titel heißt „Diary of a ditched girl“, was meiner Meinung nach sogar mehr passt. Für alle Fans von „Sex and the City“ und „Fleabag“!

Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht
Genre: Drama/Komödie
Herkunftsland: Schweden
Regie und Buch: Tiina Lymi
Cast: Carla Sehn, Moah Madsen, Alexander Bergwall, Ingela Olsson u.v.m.
7 Episoden à 30 Min. seit Sep. 2025 auf Netflix
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