Drum prüfe, wer sich ewig bindet

C) Netflix

Die Duffer Brothers, die Macher von Stranger Things haben wieder losgelegt. Something very bad is going to happen sorgt wirklich für Gänsehaut. Dass etwas wirklich Schlimmes passieren wird, sieht man schon in den ersten Minuten: blutverschmierte Gänge, Blutlachen auf dem Boden, hallende Schreie, aber ansonsten absolut niemand zu sehen. Erinnert mich von Anfang an irgendwie an das verlassene Hotel in dem düsteren Wald, wo später Jack Nicholson als Schriftsteller ausrastet. Ein unbehagliches Gefühl stellt sich ein.Doch von Anfang an, bevor es zu all dem Blut kommt. Rachel (Camila Morrone) reist mit ihrem Verlobten Nicky (Adam DiMarco) zu seiner Familie in ein abgelegenes verschneites Anwesen. Sie werden heiraten, und es war gewünscht, dass die Hochzeit dort stattfinden soll. Schon auf dem Weg dorthin passieren seltsame Dinge. Rachel sieht einen verrotteten Fuchs, ein unheimlicher Typ beobachtet sie auf der Toilette, später fragt er sie auch noch, ob ER wirklich der Richtige ist. Obwohl sich bei Rachel natürlich ein unbehagliches Gefühl einstellt, lässt sie sich nicht abhalten. Auf dem weiteren Weg im Auto zu Nickys Zuhause wird über grausame Serienkiller gesprochen. Es ist skurril, wirkt auch wie ein Roadmovie, aber wir ahnen: Es kann nicht gut ausgehen. Als sie nach mehreren verstörenden Ereignissen endlich im Horror-Haus im dunklen unwirtlichen Wald ankommen, wartet in der Eingangshalle ein Familienporträt auf sie, dort ist Platz frei gelassen, Rachel soll ins Bild reingemalt werden. Links und rechts davon hängen zwei ausgestopfte Hunde. Nicky erklärt, dass man ihnen nicht in die Augen schauen sollte, sonst passiert etwas Schlimmes. Rachel ignoriert das natürlich. Man möchte ihr zurufen: Rachel, pass bloß auf! Sind denn nicht schon genug gruselige Dinge passiert? Aber das beklemmende Gefühl verstärkt sich auch bei Rachel – und den Zuschauer*innen – beim Kennenlernen der Familie: Hier spinnen alle. Nickys Mutter (klasse wieder einmal: Jennifer Jason Leigh) ist echt creepy, ihr Mann hat düstere Hobbies, die Schwester ist eine Art Paris Hilton, die immer bekommt, was sie will, und der Bruder scheint in seiner Kindheit ein Trauma erlebt zu haben, ist recht düster, zieht seine Frau und den schrägen kleinen Sohn mit rein. Alle behandeln die baldige Braut, als müsse sie zu ihnen gehören, tue es aber natürlich nicht. Und was sie zur Hochzeit für ein Kleid tragen will! Und der Schmuck!

Je näher der Hochzeitstermin rückt, desto stärker wird Rachels Angst, dass etwas “sehr Schlimmes” passieren wird. Zu viel seltsame Dinge sind schon geschehen, das Brautkleid ist verschwunden, dann taucht es wieder auf, leere Räume, seltsame Gespräche, verstörende Geschichten, die einem Angst machen, wie die über einen „Sorry Man“. Rachel erfährt, dass es absolut von Notwendigkeit ist, dass sie, wenn sie heiratet, unbedingt ihren Soulmate heiraten muss. Wenn sie sich nicht hundertprozentig sicher ist, wird etwas Schreckliches passieren. Entweder ihr oder der ganzen Familie ihres Mannes. Sie fängt an zu hinterfragen, ob Nicky tatsächlich ihre große Liebe, ihr Soulmate ist. Vielleicht kennt sie ihren Verlobten doch nicht so gut, wie sie denkt?

Still und unheimlich beginnt die Serie. In welche Richtung sie geht, war mir lange unklar. Doch plötzlich nimmt sie dermaßen Fahrt auf und bringt einen Kniff hinein, an den ich nie gedacht hätte. Ja, es passiert tatsächlich etwas sehr Schreckliches, wie der Titel schon sagt, und ja, es wird blutig, und ja, das Ende ist schrecklich, aber irgendwie auch wieder nicht.

Meine unbedingte Empfehlung für die Hartgesottenen unter euch!

5/5

Something very bad is going to happen
Genre: Mystery, Thriller, Grusel
Herkunft: USA
Produzenten: The Duffer Brothers
Cast: Camila Morrone, Adam DiMarco, Gus Birney, Karla Crome, Sawyer Fraser, Jeff Wilbusch, Ted Levine, Jennifer Jason Leigh u.v.a.
Seit 26. März 2026 auf Netflix
8 Episoden

 

 

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