Lichter im Dunkel
Das sowieso schon äußerst erfreuliche Konzertjahr 2023 bietet kurz vor dem Jahreswechsel noch mal ein echtes Highlight des Metal-Untergrundes. Nach zehn langen Jahren haben die Münchner Nebelkrähe 2023 ihr drittes Album ephemer veröffentlicht und werden das am heutigen Abend mit einer zünftigen Release-Show feiern – dem ersten Bühnenauftritt nach sechs langen Jahren. Mit ins Boot geholt haben sich die (Avantgarde) Black Metaller die Münchner Lighthouse sowie die Augsburger Pursued, die Sause findet im Backstage als Teil der Weihnachtsfeiern statt und ist damit für umme. Raus aus dem Plätzchenkoma also, rein ins Konzert. Weiterlesen

Lighthouse – Leuchtturm. Ein Lichtstrahl in der Dunkelheit, der einem den Weg weist. Ein markanter Punkt an der Küste, ein Sehnsuchtsort für viele, ein Anker für die Verlorenen. Auch das Cover ist sehr hell und und voller (Mond-)Licht gehalten. Was erwartet einen bei diesem Bandnamen? Ganz klar – mal harsch knüppelnder, mal atmosphärischer Black Metal von (erst drei, mittlerweile) vier Musikern aus Bayern, die seit 2018 zusammenarbeiten und sich laut Presseinfo in ihrer Herangehensweise an ihr Schaffen von keinerlei Genregrenzen beschränken lassen wollen. Die Herren haben einiges an Erfahrung vorzuweisen, sei es bei den wunderbaren Abandoned Dreams oder TAV, die ihren 
Abandoned Dreams aus Grafing sind ja schon längst keine Unbekannten mehr, live immer gern gesehen und auf Tonträger ein Hochgenuss in klirrend kalter Düsternis. Seit 2009 gibt es die Truppe bereits, die Bandmitglieder sind allesamt noch sehr jung – da sind Veränderungen im Line-Up und auch der musikalischen Ausrichtung nahezu vorprogrammiert. Mittlerweile sind Abandoned Dreams nur noch zu dritt, Raphael an Bass und Gesang, Nik an der Gitarre und Mike an den Drums, was live aber auch hervorragend funktioniert, wie sie auf dem diesjährigen 

Dass die Grafinger von Abandoned Dreams ein
eröffneten. Musikalisch ist das Rosenheimer Sextett in der Theatre-of-Tragedy-Ecke, also melodischem Dark Metal, einzuordnen. Treibende Riffs, Keyboards, Gekreische und Gegrunze ließen das an diesem Abend allerdings nicht ganz so wirken – kein Wunder: Sängerin Lilly war nicht mit von der Partie, was die sehr dynamischen Stücke ordentlich düsterer machte als das, was jetzt hier aus meinen Boxen schalmeit. Und nachdem weder Theatre noch Nightwish und Konsorten wirklich meins sind, kann ich mir an dieser Stelle den Kommentar nicht verkneifen, dass es mir live gestern besser gefallen hat – nix für ungut! Die restlichen Bandmitglieder wirkten jedenfalls wenig irritiert von der Absenz der Sängerin, auf der Bühne wäre es mit Sicherheit auch ziemlich eng geworden. 