Dankeschön, bitteschön, wunderschön
Heute ist Nikolaustag, und nachdem München immer noch mit den Nachwehen des Wintereinbruchs vom Wochenende kämpft, standen sicher viele Stiefel an den Haustüren, die dann hoffentlich am Morgen auch gut gefüllt waren. Gut gefüllt ist auch das Programm des Abends, denn das Backstage ruft zur todesmetallisch-melancholischen Nikolaussause mit einer finnischen und zwei schwedischen Bands. Insomnium sind so etwas wie die Großmeister gepflegter tiefergelegter Melancholie und gern gesehene Gäste in München, In Mournings letzter Besuch liegt schon ein paar Jahre zurück, Kvaen hingegen waren erst an Ostern beim Dark Easter Metal Meeting, doch das erneute Wiedersehen ist überhaupt nicht verkehrt. Neben Nikolaus ist auch noch finnischer Unabhängigkeitstag, und das verspricht ein feuchtfröhlicher und sehr gelöster Abend zu werden. Ab in die bereitstehenden Stiefel und los! Weiterlesen

Coughin Wraught hat das Projekt Eclipsus 2018 gegründet und ist sonst im Raw Black Metal aktiv. Hier ist er jedoch solo unterwegs, um seine persönlichen Visionen und Emotionen uneingeschränkt auszuleben, und er spielt daher alle Instrumente selbst ein. Depression und Selbstmord sind ihm ein zentrales Thema, und diesem dunkelsten menschlichen Abgrund ist das Album Yūrei gewidmet, denn es folgt konzeptuell den einzelnen Schritten eines Selbstmörders im Wald Aokigahara in Japan. Der endlose Wald am Fuße des Fuji, auch Sea of Trees genannt, ist bekannt als Suicide-Spot, den vor allem Japaner aufsuchen. Aber auch Ausländer kommen hierher, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Yūrei ist der japanische Name für die Geister der Verstorbenen, die man im Wald rufen hören kann. Auch ich habe sie schon vernommen, als ich den Aokigahara während einer Japan-Reise besucht habe. (Für die Neugierigen:
Aber erstmal zum Anfang. Aisumasen haben sich 2009 im schwedischen Göteborg gegründet. Die Band besteht aus Sänger Jani Hauhia, Bassist Mats Granehag, Dale Whitaker an den Drums, Ian Arcatling, der die Gitarre und auch Bass spielt und dem zweiten Gitarrist Nick Holmquist, der auch zusätzliche Stimmparts übernimmt. „Aisumasen (I’m sorry)“ ist der Titel eines John–Lennon-Songs aus dem Jahre 1973, und ich denke nicht, dass dieser Bezug zufällig ist. John hat dieses Wort gewissermaßen kreiert, da es im Japanischen nur ein sehr ähnliches Wort mit dieser Bedeutung gibt. Aber weiter weg könnten Aisumasen mt ihrer Musik kaum sein, die sie nach der EP The greater good nun mit ihrem Debütalbum Tunguska bei Social Blasphemy Records veröffentlicht haben. Tunguska verweist auf ein nicht endgültig geklärtes Ereignis von 1908 in Sibirien, bei dem es zu mehreren Explosionen kam. 
Den unheiligen Ostersonntagsreigen eröffnet um halb drei die Bonner Formation 


