Emotionales Kleinod
Erst ein Jahr ist es her, dass ich die Rezension zu Abu Neins fantastischem zweiten Album II geschrieben habe (hier nachzulesen). Jetzt liegt mit III – Dark Faith bereits der dritte Longplayer der Formation aus Malmö vor. Viel ist passiert in diesem Jahr, und auch davor schon. Abu Nein sind immer bekannter geworden, haben diverse umjubelte Live-Auftritte absolviert, waren dieses Jahr auf dem WGT, dem Prague Gothic Treffen und dem NCN und sind gerade für nächstes Jahr fürs Amphi bestätigt worden. Besser könnte es kaum laufen. Eigentlich. Denn wie viele sicher wissen, hat Bandmitglied Andreas Catjar-Danielsson seit 2023 gegen eine schwere Krebserkrankung angekämpft und ist am 29. Juli daran verstorben. (hier unser Nachruf) Die Aufnahmen zu III – Dark Faith waren bereits abgeschlossen, und er konnte das Album zum Glück vor seinem Tod noch produzieren. Vor diesem Hintergrund ist das Hörerlebnis vielleicht kein einfaches, aber ganz sicher ein sehr intensives. Weiterlesen

Drei Jahre sind vergangen, seit das Debütalbum der südschwedischen Formation Abu Nein, Secular palms, nicht nur bei mir, sondern auch in der Darkwave-Szene allgemein mächtig eingeschlagen hat. Vor allem in Schweden, aber auch in anderen Ländern hat man sich von Erica Li Lundqvists tiefer und voluminöser Stimme und der düsterschönen Atmosphäre verzaubern lassen. Coldwave, Darkwave, Goth, Synth, mit hörbaren Referenzen an musikalische Vorbilder und trotzdem eigener Handschrift. Nicht zu vergessen der – kundige, ernstgemeinte – okkulte Hintergrund. Schon allein der Bandname ließ aufhorchen, die Mischung aus Arabisch („Vater von“) und Deutsch ist ungewöhnlich. Die Erklärung dahinter: Erica ist Islamwissenschaftlerin an der Universität Malmö, und die Idee zum Bandnamen kam ihr zusammen mit Mann und Bandkollege Anders Nordensson in Berlin, wie sie vor einiger Zeit in einem Interview erzählt hat. Secular palms hat mit Ohrwürmern wie „Rotten garden“ oder „Dying into a dance“ die Messlatte sehr hoch gelegt, und ich bin gespannt, wie das schlicht II betitelte zweite Album sich im Vergleich dazu schlägt.