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Die größte Discokugel der Welt

Seit Jahren schwärmt mir meine Kollegin torshammare von KITE vor, und beim Reinhören daheim finde ich die auch wirklich nicht schlecht, aber so richtig hat es mich irgendwie nie gepackt. Aber nun ist es soweit, ich will mich jetzt endlich mal live selbst überzeugen. Wahrscheinlich muss ich die Band nicht mehr ausführlich vorstellen, mache das an dieser Stelle aber einfach auch für mich. Nicklas Stenemo und Christian Hutchinson Berg – beide ursprünglich aus Småland – sind bereits durch diverse Bands in der schwedischen Musikszene etabliert, als sie 2008 in Malmö KITE gründen. Nicklas übernimmt das Mikro, die Soundwelten erschaffen beide mit gefühlt unzähligen Synthesizern. Aufgefallen sind KITE nicht nur durch ihre Veröffentlichungspolitik – EPs und später einzelne Singles -, sondern auch durch spektakuläre Konzertkonzepte wie zum Beispiel in der Stockholmer Königlichen Oper oder dem ehemaligen Steinbruch Dalhalla. Und natürlich: Kite on Ice im Stockholmer Globen, bei dem torshammare dabei war (Link zum Nachlesen). Nachdem KITE 2017 und 2024 schon in München hätten spielen sollen und beide Male wegen Krankheit absagen mussten, haben viele Fans bis zum letzten Moment gebibbert, ob das Konzert auch wirklich stattfindet. Dieses Mal klappt es! Im Vorprogramm haben KITE die Band Vague Phonique aus Stuttgart dabei, die seit 2023 eine Mischung aus Darkwave und Synthie-Pop spielen. Sie waren auch schon einmal in unserer Rubrik Band der Woche vertreten (Link). Weiterlesen

Ice on fire

20250201_221454„Wieso liebt man eine Band? Aus folgenden Gründen: Bei ihrer Musik schlägt das Herz schneller, und man bekommt eine Gänsehaut. Die Musiker*innen sehen cool aus, sexy und niedlich. Sie erschaffen eine eigene Welt voller Referenzen, dank derer man neue Musik, Kunst, Filme und Literatur entdeckt. Jedes Konzert wird zu etwas Größerem als einfach nur Musiker*innen auf der Bühne, es wird zu einem Portal in eine andere Dimension“, schreibt der schwedische Musikjournalist Fredrik Strage über Kite.
Ein „Portal in eine andere Dimension“ verspricht auch das Spektakel zu werden, das das Synth/Electro-Duo aus heiterem Himmel im Frühjahr 2024 für den 1. Februar 2025 ankündigt, obwohl es genau genommen überhaupt nichts ankündigt. Ein magerer Onlinepost ist alles: 01.02.25 Kite On Ice, Avicii Arena in Stockholm. Keine weiteren Erklärungen. Wilde Spekulationen kommen auf, was dort zu sehen sein wird, trotzdem werden natürlich sofort Tickets geordert, denn informierte Fans wissen: Wenn die Meister der in Klang und Licht umgesetzten Emotionen etwas austüfteln und man irgendmöglich dabei sein kann, dann sollte man sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Was es letztendlich mit Kite On Ice auf sich hatte? Lest selbst. Weiterlesen

Ein großartiges Werk

Seit der EP VI (Rezension) ist bei Kite viel passiert, es wurden weitere Singles über Bandcamp veröffentlicht, zwei fulminante Konzerte in der Königlichen Schwedischen Oper durchgeführt und aufgenommen, auf Festivals gespielt und der Bekanntheitsgrad stetig durch musikalische Qualität erweitert. Unsere Redaktion hat das Duo nie aus den Augen verloren und verfolgt ihre Erfolge. Die skandinavische Synthie-Pop-Szene hat vor 16 Jahren mit Nicklas Stenemo und Christian Berg alias Kite eine hervorstechende Band hinzugewonnen. Bis dato fehlte allerdings noch ein Studioalbum, das am 9. August Wirklichkeit wurde. VII versammelt 14 der tiefgründigsten und dynamischsten (ja, das geht!) Hymnen des Duos aus den letzten sieben Jahren. Die Sammlung stammt aus einer Reihe von 7-Inch-Singles und zeigt auf überzeugende Weise Kites unverkennbare Varianten des schwedischen Darkwave in all seiner Herrlichkeit und Trostlosigkeit. Weiterlesen

Unsere neue Playlist 5/2024 für euch  –  viel Spaß beim Reinhören!

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Kirche, Friedhof, Grab

Die 31-jährige schwedische Sängerin, Pianistin, Organistin und Liedermacherin Anna (Michaela Ebba Electra) von Hausswolff hat ein phänomenales viertes Album herausgebracht. Weiterlesen

Samstag, 14.05.2016

Phoebe

Den Samstag starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück erst einmal mit einem Stadtbummel, statteten der schönen Nikolaikirche einen ausgiebigen Besuch ab, danach ging es zur ziemlich vollen und irgendwie prolligen Moritzbastei, bevor wir uns dann am frühen Abend in Richtung Musikalische Komödie aufmachten, wo wir circa eineinhalb Stunden anstehen mussten für das Musical Dracula. Es war zwar kalt und windig, aber man kam wie immer mit netten Leuten ins Gespräch. Da wir früh genug dran und nah genug an der Eingangstür waren, bekamen wir zwei Karten aus dem kleinen Kontingent von 50 Stück für WGT-Besucher. Es gab noch einen kleinen Snack, ein kleines Glas Wein und danach zweieinhalb Stunden Augen- und Ohrenschmaus. Der amerikanische Komponist Frank Wildhorn hat die Geschichte um den Grafen Dracula und seiner Suche nach frischem Blut zu einem tollen Horror-Musical gemacht. Die Bühne düster, die Gestalten ebenso, wie passend zum WGT! Immer wieder schön war es auch, das fein herausgeputzte „normale Publikum“ zu beobachten, wie sie so unfreiwillig mit dem schwarzen Volk interagieren musste. Aber: es klappte, und zwar gut! Weiterlesen