Dawn of the death blues
Die Rocking Corpses sind eine untote Zombie-Kapelle aus Tampere in Finnland. Die Idee zur Band hatte der Gitarrist Tony Decay im Jahr 2007, um seine Vorlieben für Zombies und Horror sowie Death Metal und Blues miteinander zu kombinieren. Er übernimmt neben dem Hauptsänger Leper Laze auch die stimmlichen Death-Parts. Das Debüt Rock ’n‘ rot ist 2012 erschienen, und nach und nach, angelockt vom Sound, sind Gitarrist Pestilence Pete, Bassist Maggot Mike und Drummer Tom Bones aus ihren Gräbern gekrochen. Mit Death Blues ist nun das zweite Album bei Inverse Records erschienen, bereit zum Totentanz. Weiterlesen

Die 2003 gegründeten Frailty stammen aus Riga in Lettland und gehören spätestens seit dem ersten Gewinn des Independent Latvian Metal Music Award 2009, dem weitere folgen, zur Speerspitze der dortigen Metalszene. Trotz vierer veröffentlichter Alben und einer EP haben sie im übrigen Europa noch keinen hohen Bekanntheitsgrad. Vielleicht könnte dies das jüngste Album Tumši Ūdeņi (zu deutsch: die dunklen Gewässer) ändern, denn es ist vor allem die erstmals eingesetzte lettische Muttersprache, die mich aus dem Promo-Angebot neugierig gemacht hatte. Die Band besteht aktuell aus Sänger Mārtiņš Lazdāns, den Gitarristen Edmunds Vizla und Jēkabs Vilkārsis, Bassist Andris Zacš und Lauris Polinskis, der die Felle bearbeitet.
Das Debütalbum Posthumous der brasilianischen Band Lacrima Mortis ist zwar schon im Mai letzten Jahres erschienen, mir jedoch erst jetzt in die Hände gefallen. Das macht aber gar nichts, denn bei dem Namen muss ich sofort an eine Leiche denken, und die ist abgehangen bekanntlich nur noch besser. Seit der Gründung 2016 kam es zu einigen Besetzungswechseln, mache ehemalige Mitglieder sollen gar spurlos verschwunden sein. Aktuell dabei sind Sänger Dread, Gitarrist und Keyboarder Requiem, zweiter Gitarrist Baud, Bassist Reverend Reaper und letzter Neuzugang Priest Condemned an den Drums, der Scavenger ablöst, mit dem Posthumous noch eingespielt worden ist. Wobei das natürlich ohnehin alles Pseudonyme sind und die Bandfotos die Mitglieder nur mit schwarzen Kapuzen verhüllt zeigt.
Benediction – Oldschool-Deather bekommen bei diesem Namen erhöhten Blutdruck, und die Nackenmuskeln zucken unkontrolliert. In den Neunzigern haben die Briten ein phänomenales Todesblei-Album nach dem anderen rausgehauen, wir erinnern uns an Großtaten wie The grand leveller oder Grind bastard. In den Zweitausenderjahren wurde es dann ruhiger, Ur-Sänger Dave Ingram wurde von Dave Hunt abgelöst, das Leben hat sich auch eingemischt, sodass nur noch alle paar Jahre ein neues musikalisches Lebenszeichen auf den Markt kam – das letzte, die Scheibe Killing time, 2008! Es wird also wirklich Zeit für eine ordentliche Portion tiefergelegten Groove – eines der Trademarks von Benediction. Hat sich was verändert?
Aber erstmal zum Anfang. Aisumasen haben sich 2009 im schwedischen Göteborg gegründet. Die Band besteht aus Sänger Jani Hauhia, Bassist Mats Granehag, Dale Whitaker an den Drums, Ian Arcatling, der die Gitarre und auch Bass spielt und dem zweiten Gitarrist Nick Holmquist, der auch zusätzliche Stimmparts übernimmt. „Aisumasen (I’m sorry)“ ist der Titel eines John–Lennon-Songs aus dem Jahre 1973, und ich denke nicht, dass dieser Bezug zufällig ist. John hat dieses Wort gewissermaßen kreiert, da es im Japanischen nur ein sehr ähnliches Wort mit dieser Bedeutung gibt. Aber weiter weg könnten Aisumasen mt ihrer Musik kaum sein, die sie nach der EP The greater good nun mit ihrem Debütalbum Tunguska bei Social Blasphemy Records veröffentlicht haben. Tunguska verweist auf ein nicht endgültig geklärtes Ereignis von 1908 in Sibirien, bei dem es zu mehreren Explosionen kam.
Nach dem selbstbetitelten Debüt und dem zweiten Album Metal Resistance steht nun mit Metal Galaxy das dritte Album der japanischen Überflieger BABYMETAL in den Startlöchern, die wie kaum eine andere Band die Metal-Gemeinde polarisieren. Lieben oder hassen, viel mehr Optionen scheint es nicht zu geben bei ihrem Kawaii Metal, der alle Genregrenzen sprengt. J-Pop wird mit Elementen aus Black, Death und Industrial Metal sowie Dance kombiniert und mit Gothic-Lolita-Outfits abgerundet.
Ein paar Jahre Zeit haben sich die Deather aus Nordrhein-Westfalen mit dem Nachfolger zu Gateway to the antisphere Zeit gelassen, aber gut Ding will ja oft auch Weile haben. Das Quartett macht sich ja generell ziemlich rar, auch live (für den Herbst ist immerhin eine kleine Tour angekündigt), sodass die lange Wartezeit eigentlich keine Überraschung ist. Der Vorgänger zu The scythe of cosmic chaos hatte mich mit seiner ausgeklügelten und perfekt auf den Punkt gebrachten Brachialität sehr begeistert (