Zeit und Veränderung
Verdigris ist eine leuchtende Patina, die durch Witterungseinflüsse auf Kupfer entsteht – ein sanfter Farbton zwischen Grün und Blau – eine Farbe mit unzähligen Nuancen, die aus Veränderung entsteht. Während Ben Chatwin auf seinem letzten Album The Hum mit Geräuschen experimentiert, die für das menschliche Gehör nicht mehr wahrnehmbar sind, hat er mit Verdigris ein lebendiges, kontrastreiches und emotionales Album geschaffen, das auf den Konzepten von Zeit und Veränderung basiert. So wie sich die Patina auf Kupferdächern im Laufe der Zeit entwickelt und eine dünne Schicht auf der Oberfläche bildet, fügt Ben Chatwin seinen Musikstücken auf Verdigris neue Schichten und Ebenen hinzu, Layer mit strukturellen Körnungen, die den Klang umhüllen, von Rauschen durchtränkte Schichten und Texturen, die mikroskopisch kleine Klangpartikel in Bewegung halten. Weiterlesen


The Midnight Computers ist ein französisches Trio aus Lyon, auf das manch eine*r vielleicht schon durch die Zusammenarbeit mit Venim Carnim aufmerksam geworden ist. Die Band besteht aktuell aus Sänger Jonathan Cast, der gleichzeitig die Synthesizer bedient, Bassist Théo Chapuis und Alex, der die Drums programmiert. Gemeinsam haben sie das Spektrum von Cold Wave bis Post Punk erkundet, und das Resultat ist das zweite Album Romantic desaster, das bei Manic Depression Records erschienen ist. 

Anfang November, Regen an den Scheiben, draußen geht der hervorragend neblig-trübe Herbsttag seinem frühen Ende entgegen und drinnen ist es der richtige Zeitpunkt, nicht rauszugehen, sondern sich lieber das neue Album von The Bedroom Witch anzuhören. Das Projekt aus Los Angeles existiert bereits seit 2011, seitdem sind vier Longplayer erschienen, ich wurde allerdings erst durch den Sampler Sacred Spells des Labels Psychic Eye darauf aufmerksam (zur Besprechung
Wir rezensieren Nairod Yarg, Google Translate und ich. „Aufgabe oh so schwer!“, sagt es beim Übersetzen der französischen Homepage. Pah, sag ich, ganz einfach: Ihre Einflüsse nennen sie ja freundlicherweise gleich auf ihrer Homepage, und wer sich vorstellen kann, wie Oscar Wilde, Banksy, David Lynch und Virginie Despentes unter einem musikalischen Hut klingen, kann sich bestimmt auch vorstellen, was Nairod Yarg machen. Das Label, das die Band ihrer eigenen Musik gibt, ist schlicht „cold-loud“, und wer bin ich, das besser wissen zu wollen? Ansonsten: Die sind sehr, sehr gut. Fertig!