Kopfhörer und Dauerrotation
Amorphis – von „amorph“, also „gestaltlos, formlos“. Das eröffnet dieser höchst wandelbaren Band, die sich aber trotzdem immer treu geblieben ist, natürlich viele Möglichkeiten. Angefangen haben die Finnen als astreine Death-Metal-Band, haben sich davon allmählich hin zu hartem Metal mit cleanem Gesang entwickelt, um schließlich eine höchst tiefenentspannte Phase mit 70er-artigem Rock zu durchleben. Manchen war diese Phase ein wenig zu lässig, auch die Band schien den nötigen Antrieb nicht mehr zu haben, doch dann änderte sich alles, als Pasi Koskinen den Sängerposten aufgab und Tomi Joutsen das Mikro übernahm. Seither – also auch schon über zwölf Jahre – regieren wieder Brachialität gepaart mit hochgradiger Melodiösität, Growls und mitreißendem Klargesang; anders als früher, aber trotzdem immer Amorphis. Doch auch diese Mischung hatte sich bis einschließlich des Albums Circle ein klein wenig abgenutzt, weshalb das 2016er-Album Under the red cloud wie der nötige Befreiungsschlag wirkte. Wieder brutaler, mehr Growls, mehr Druck – so mussten Amorphis (meiner Meinung nach) klingen. Wie geht’s jetzt also weiter mit dem brandneuen Album Queen of time? Weiterlesen

15-jährigen Bandbestehen ihre 13. CD veröffentlicht – ein Best-of-Album (vorangegangen sind zwölf CD- und drei DVD-Veröffentlichungen). Die Faune haben Ihren Namen vom Hirtengott Faunus, auch bekannt als Pan, sie hauchen alten Mythen und Balladen neues Leben ein. Viele Konzerte spielen sie auf Mittelaltermärkten, dabei kann man immer wieder viele elfenhafte Wesen sehen. 

Paul Roland hat vor ein paar Jahren auf dem Wave-Gotik-Treffen, von den meisten Besuchern unbeachtet, in der hinteren kleinen Agra-Halle eines der besten Konzerte meiner bisherigen WGT-Laufbahn gespielt. Und diese Laufbahn jährte sich erst kürzlich zum immerhin zwanzigsten Mal.
Triakel – in einem schwedischen Dialekt ist das ein schwarzer, süßer Likör. Die Musik der gleichnamigen Folkband ist allerdings alles andere als klebrig und zuckersüß, schwermütig und düster jedoch schon ab und an. Zum Glück gibt es aber auch die fröhlichen schwedischen Tänze, Polska genannt, und die augenzwinkernden Lieder über alles, was das Leben so bietet. Melodien und Texte – oft im jämtländischen Dialekt – stammen aus dem schier unendlichen Schatz schwedischer Volksweisen, die das Svenskt Visarkiv glücklicherweise seit vielen Jahren sammelt. Lieder über das bäuerliche Leben, unglückliche Lieben, verstorbene Kinder, Gott – aber auch heimliche Liebhaber, aus dem Ruder laufende Geburtstagsfeierlichkeiten oder den perfekten Mann.