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Back from the grave

DEMM-2026-Header-Sonntag-2Pünktlich zur Wiederauferstehung (Jesus’ oder unserer) scheint nach dem gestrigen sehr verhangenen Karsamstag heute die Sonne und verwöhnt uns mit bestem Biergartenwetter und Temperaturen um die zwanzig Grad. Das lockt, so hört man jedenfalls, noch mehr Besucher als am Vortag ins Backstage, auch wenn das kaum möglich erscheint (es lag wohl an den dieses Jahr angebotenen Tageskarten, von denen noch ein paar zu haben waren). Dass es möglich ist, merken wir vor allem daran, dass gerade die beiden kleineren Bühnen Halle und Club noch schneller als sonst an ihre Grenzen stoßen und sich eine Pinkelpause zwischen Bands schnell rächt, weil dann kein Reinkommen mehr ist – und das trotz des großzügigen Biergartenbereichs, der am Ostersonntag zu allen Tages- und Nachtzeiten gut gefüllt ist. Weiterlesen

Goth as fuck

Heimberg_facelessHinter dem schlichten Namen Heimberg verbirgt sich ein 2022 gegründetes Trio aus dem französischen Straßburg. Anthony Pierrat ist der zweite Gitarrist neben Sänger und Gitarrist Alexandre Toulorge, außerdem bedienen beide die Synthesizer und programmieren Samples und die Drum Machine. Quentin Bilger übernimmt als Bassist zusätzlich den Background-Gesang. Nach zwei veröffentlichten EPs haben sie mit ihrem Debütalbum Faceless bei Icy Cold Records eine musikalische Heimat gefunden. Weiterlesen

Misunderstanding

Creux-LiesAus dem kalifornischen Sacramento stammt die Band Creux Lies, die sich 2016 gegründet hat. Ihr erstes Album The hearst erscheint 2018, und die Pandemie verschuldet die Verspätung des Nachfolgers. David Wright am Synthesizer, Gitarrist Barry Crider, Bassist Kyle Vorst und Sänger Ean Elliot Clevenger tauschen sich virtuell und online aus, bevor es einzeln ins Studio geht. Diese Arbeitsweise verschlingt ein ganzes Jahr, doch im Oktober ist Goodbye divine endlich erschienen. Weiterlesen

Goth ’s not dead

A-Haunted-Place-Promo-Cover-ArtNeues von Pete Burns, dem englischen Kopf hinter Kill Shelter (Link zum Interview), der mich schon mit seinem letzten Album Damage begeisterte (Link zur Review). Dort war „In decay ft. Antipole and Delphine Coma“ mein Favorit, insofern bin ich entsprechend voller Vorfreude über die Zusammenarbeit mit Antipole, hinter dem sich der Norweger Karl Mortem Dahl verbirgt. Die Grundidee wurde 2019 auf dem Cold Transmission Festival in Köln geboren. Karl steuert sein Gitarrenspiel bei, und Allrounder Pete übernimmt Gesang und Texte sowie Bass, Gitarre, Synthesizer und das Programming auf A haunted place. Das Album wird u.a. mit „euphorischer Melancholie“ beworben und passt somit perfekt ins Programm von Manic Depression Records. Kann da noch etwas schiefgehen? Weiterlesen

Deuteriumoxid (Schweres Wasser)

Manche Musik trägt so viel mit sich, dass man nach einigen Songs erst mal tief durchatmen muss. Bei Amanda Palmer geht mir das so, bei Kristin Hershs Veröffentlichungen mit 50 Foot Wave, und zunehmend auch bei Marie Landos Electro-Industrial-Projekt grabyourface. Gab es auf dem 2018 erschienenen Longplayer Keep me closer neben dem Tiefdunkel der Texte noch musikalische Kontra-/Lichtpunkte und Verschnaufpausen, eine (genretypische) Schönheit des Düsteren, fiel das folgende Summer on Saturn (2019) wesentlich kürzer aus und gleichzeitig noch viel dunkler, schwerer, im besten Sinne roher – drei Songs, die den Status einer eigenständigen Veröffentlichung völlig ausfüllen. Auch das 2020 entstandene Sea ist mit sechs Songs eher kurz, und das ist gut so. Hochkonzentriertes verdient auch vollste Konzentration beim Hören, wie sie über Albumlänge nur schwer zu halten ist. Und diese EP verdient die Aufmerksamkeit nicht nur, sie nimmt sie sich, sie packt einen, so ungefähr um den Magen herum, und zieht einen mit, halb hinhören ist hier eh nicht, also besser gleich gründlich zugehört. Weiterlesen

Jeder Baum sieht den andern

diaspora_coverAnfang November, Regen an den Scheiben, draußen geht der hervorragend neblig-trübe Herbsttag seinem frühen Ende entgegen und drinnen ist es der richtige Zeitpunkt, nicht rauszugehen, sondern sich lieber das neue Album von The Bedroom Witch anzuhören. Das Projekt aus Los Angeles existiert bereits seit 2011, seitdem sind vier Longplayer erschienen, ich wurde allerdings erst durch den Sampler Sacred Spells des Labels Psychic Eye darauf aufmerksam (zur Besprechung hier entlang). Der dort vertretene Track „This house is no longer“ machte gewaltig Vorfreude auf ein fünftes Album. Jetzt ist Diaspora also erschienen und wir stellen fest: Die Vorfreude war berechtigt.

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Kalte Töne, um das Herz zu wärmen

Oul_AntipodeDas Rezensieren von neuer Musik ist immer ein kleines Abenteuer, selbst wenn man die Band schon kennt oder glaubt, über den jeweiligen Künstler einiges zu wissen. Mehrere Durchläufe, gern mit ein paar Tagen Abstand, sind obligatorisch, und erst beim zweiten, dritten oder vierten Mal kristallisieren sich Ohrwürmer, Favoriten und Rohrkrepierer heraus. Sollte dies schon früher passieren, ist das bemerkenswert und geschieht tatsächlich recht selten, selbst bei bekannten und geschätzten Künstlern. antipode von OUL ist aber so ein Fall, denn schon beim ersten Hördurchgang haken sich einige Songs ganz fies im Ohr und in der Seele fest, und man muss die Scheibe nicht nur mehrmals hören, man möchte es sogar ganz dringend. Wer steckt nun hinter OUL und antipode, dem Debütalbum? Weiterlesen