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Richtig kranker Scheiß

Corpus-OffalDie 2016 in Seattle gegründeten Cerebral Rot sorgten gehörig für Aufsehen im Death Metal Underground, lösten sich aber nach nur zwei gefeierten Alben und einer EP 2024 schon wieder auf, sehr zum Leidwesen der zahlreichen Fans. Doch die beiden Gitarristen der Band, Ian Schwab und Clyle Lindstrom, wetzten sofort wieder das Todesmetall und gründeten mit Corpus Offal eine neue Band mit Ian als Sänger. Ergänzt wird diese durch Jason Sachs (ex-Demoncy) am Bass und Jesse Shreibman (auch Autophagy, Bellwitch) am Schlagzeug. Weiterlesen

Immer angepisst, niemals angepasst
– oder –
“Fick die AfD! Immer!”

Eins der ersten Highlights des Jahres steht an, denn die Grindcore-Veteranen Napalm Death laden zur Campaign for musical destruction Tour 2025. Als Gäste im Vorprogramm haben sie die Newcomer BRAT aus New Orleans eingeladen, Full Of Hell aus Ocean City (Maryland) sowie Crowbar, noch einmal aus New Orleans. Das verspricht also ein hochkarätiger Abend zu werden, und voller Vorfreude machen wir uns auf ins Backstage Werk. Die Ablenkung am Wahlabend nehmen wir nur allzu dankend an. Weiterlesen

Der Scheiß ist heiß

P1300157Fünfzehn Jahre Gutalax, das muss natürlich gebührend gefeiert werden, und eine Tour der Tschechen ist da nur konsequent. 15 years of Gore and Roll, und das Vorprogramm runden in München die Belgier Brutal Sphincter aus Liège, Goregrind seit 2012, und Birdflesh aus dem schwedischen Växjö ab, Veteranen im Grindcore seit 1992. Die Vorfreude darauf war sogar so groß, dass die Show ins Werk verlegt werden musste. Und das, obwohl Gutalax beim letzten Besuch zusammen mit Spasm und Guineapig in der gefühlt nur halbvollen Halle aufgetreten sind (Link zum Bericht). Dabei hat das Backstage scheinbar schon so seine Erfahrungen gemacht und auf der Toilette ein Schild angebracht und vorab auch bei Facebook gepostet: „Bitte lasst das Klopapier da für Leute, die hier ihr Geschäft erledigen wollen. Vielen Dank!“ Wenn das mal nicht scheiße endet. Weiterlesen

Misantrophie in Nagelstiefeln

NAILS-EveryBridgeBurning_5000xDas zweite Album Unsilent death der amerikanischen Band NAILS war seinerzeit das brachialste und vor allem hasserfüllteste, das ich ich je zuvor gehört hatte. Es traf mich mit weit mehr Wucht als Cannibal Corpse oder Mayhem. Das hat nachhaltig etwas in mir verändert, und ich fand einen Zugang in den Extreme-Metal-Bereich. Nach dem dritten Werk You will never be one of us von 2016 ist es ein wenig ruhig geworden um die Band, zudem stand Gitarrist und Sänger Todd Jones zunächst alleine da, nachdem John Gianelli und Taylor Young 2020 ausgestiegen sind. Neu dabei sind nun Gitarrist Shelby Lermo (Ulthar), Bassist Andrew Solis (Despise You, Apparition) und Schlagzeuger Carlos Cruz (Warbringer). Wird das den Sound verändern? Nach acht Jahren Wartezeit ist endlich das vierte Album Every bridge burning bei Nuclear Blast erschienen. Produziert wurde die Schlachtplatte wieder einmal von Kurt Ballou, der quasi so etwas wie ein weiteres Bandmitglied ist. Weiterlesen

Scheunenfest

Milking_The_Goatmachine-Neue_PlatteMilking The Goatmachine ist ein Bandname, der immer mal wieder durch mein Universum gezogen ist, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen, mich damit eingehender zu beschäftigen. Die Neue Platte und damit das mittlerweile neunte Studioalbum soll das endlich ändern. Gegründet wurde die Band 2008 von Bassist und Gitarrist Goatfred Udder (Daniel Jakobi) und Sänger und Schlagzeuger Goatleeb Udder (Ferli Thielmann). Bei Live-Auftritten, bei denen alle Ziegenmasken tragen, stoßen Gitarrist Lazarus Hoove und Bassist Steve Shedaway zur Herde dazu. Weiterlesen

Gorecrusher Tour 2022 – oder:
Nie wieder Klopapier

P1230400Auch der München-Termin der Gorecrusher-Tour ist wie schon so viele andere zuvor zweimal verschoben worden, doch heute findet das Grind-Fest endlich statt. Grindcore, das ist doch irgendwas mit Grunzen und einem damit verbundenen Höllenlärm? Ich muss ehrlich zugeben, das Genre ist (von Napalm Death einmal abgesehen) relativ neu für mich. Ich habe in letzter Zeit viel Crust Punk gehört, und so bin ich irgendwann auf das Obscene-Extreme-Festival in Tschechien gestoßen, von dem es etliche faszinierende Videos auf YouTube gibt. Auch alle drei Bands des heutigen Abends sind dort schon aufgetreten. Zwar erwarte ich heute keine Schlacht der Gummiaufblastiere, dennoch habe ich mir zum ersten Mal seit Pandemiebeginn die Kamera geschnappt, um den Abend festzuhalten. Manchmal muss man eben einfach ins kalte Wasser springen und etwas Neues wagen. Als Warm-Up war ich am Montag zuvor bereits bei Full of Hell, Sanguisugabogg und JAD, wobei Sanguisugabogg meine eindeutigen Favoriten waren. Aber das nur am Rande. Weiterlesen

Amazing Grave²

Das Duo Amazing Grave ist in Los Angeles und Vancouver beheimatet und besteht aus Kevvy Maher, auch Sänger bei Fake Shark, und Eric Breitenbach, der auch noch Drums bei Limblifter spielt. „Dog chained to dog” ist ihre erste Single, die nun bei Eric’s Cool Records erschienen ist. Zitat aus dem Pressetext: „The two-piece describe themselves as heavy metal with the goal of not being heavy in the traditional metal sense. The duo says they would rather be “heavy in groove, beats, screams and sarcasm.“
Das hat mich neugierig gemacht, und das Resultat ist eine schräge und experimentelle Mischung aus Noise, Trance und Metal. Bei mir weckt es auch ein wenig Erinnerungen an Nine Inch Nails, also einfach mal reinhören.

https://www.facebook.com/amazegrave/
https://www.instagram.com/_amazing_grave_/

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Brutal avantgardistisch

TMD_CoverUnd das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Die Holländer The Monolith Deathcult haben mit V3-Vernedering den finalen Teil ihrer Trilogie veröffentlicht. Sie haben ihren Technial Death Metal schon zuvor in Sachen Brutalität und Geschwindigkeit ausgereizt, scheuen Industrial-Einflüsse nicht und wagen nun einen weiteren Schritt in Richtung Avantgarde. Das geht hin bis zu Frosch-ähnlichem Gesang, den man eher vom Grindcore her kennt, wie beispielsweise von der Band Gutalag. Perfekt wird das alles beim Video zu „Gone sour, doomed“.

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Zwischen 18 und 120 Sekunden

coverWenn einem Hardcore als zu lasch erscheint und Grindcore zu Metal-lastig ist, um den Alltagsfrust irgendwie abzubauen, dann könnte diese Musikrichtung die Lösung sein, die ich kürzlich entdeckt habe: Fastcore. Dabei ist dieser Stil bereits weltweit in den frühen 1980ern entstanden. Wichtige Vertreter des Genres sind Cryptic Slaughter (USA), Lärm (Belgien), S.O.B. (Japan), Electro Hippies (England), Raw Power (Italien), nur um einige zu nennen. Ich will aber hier keine ollen Kamellen aufwärmen, sondern mit ill! aus Münster eine aktuelle Band vorstellen. Weiterlesen

Band der Woche

digi

Rapture bereichern die lokale Musikszene seit 1992 und entzückten mich mit einer fetten Portion Spaß und Spielfreude auf dem Dark Side of Munich III. Wie man so drauf sein muss, wenn man eine wilde Mischung aus poppigem Death-Grind mit Funk-Elementen macht, verrät Sänger Chris im Band-der-Woche-Interview. Weiterlesen