Abgründe tun sich auf
Der Leser ist mitten im düsteren, verrußten Glasgow, in einem blutigen Januar 1973. Detective Harry McCoy bekommt von einem Gefängnisinsassen den Tipp, dass eine junge Frau ermordet werden soll. Seine Ermittlungen dazu sind allerdings nicht zielführend, deshalb gibt er den nächtlichen Vergnügungen mit Janey, einer Prostituierten, und Speed den Vorzug. Das Erwachen am nächsten Tag ist hart, noch dazu, als sich die Ankündigung bewahrheitet und ein Jugendlicher am Bahnhof eine junge Frau und sich selbst erschießt. Harry und sein neuer Partner Wattie müssen dabei zusehen, sie haben keine Chance es zu verhindern. Umso mehr verbeißt sich McCoy danach in diesen Fall, hartnäckig und ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Zugute kommen ihm seine Kontakte zur Glasgower Unterwelt und sein verzweigtes Netz an Informanten. Der Detective geht oft eigene, unbürokratische Wege, muss einige (Tief-) Schläge hinnehmen. Aber der ungeklärte Fall und die sich daraus ergebenden Verbindungen zu anderen Verdächtigen, die ihre Lust am Töten noch nicht befriedigt haben, lassen ihn nicht los. Weiterlesen

Uff, das ist ein ganz schön großer, dicker und schwerer Wälzer, den Heyne Hardcore hier herausgegeben haben. Das ist aber auch gut so, da als e-Book mit Sicherheit einiges an Wirkung verloren gehen würde. Die Trikont-Story präsentiert zum 50. Geburtstag die Entstehungsgeschichte und Entwicklung des kleinen Münchener Labels Trikont zur weltweit renommierten und geschätzten Independent-Plattenfirma.
Taqwacore ist eine Wortschöpfung aus dem arabischen Taqwa für Gottesehrfurcht und der Punkrichtung Hardcore, und damit ist der Kern der Sache schon beschrieben.
Der Leser erfährt aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Anton Kummer, wie er in dem kleinen Kaff Düsterbusch aufwächst. Durch viele kleine Geschichten baut sich langsam sein Werdegang auf, und man kann sehr gut miterleben, wie Anton zu dem jungen Mann heranreift, der keine Lust hat, sich linientreu der Parteiführung anzupassen und den kleinbürgerlichen Mief auf dem Dorf und der DDR überhaupt zu ertragen. Schon früh lernt er Existentialisten und Hippies kennen, die die staatlichen Obrigkeiten ablehnen, was ihn nachhaltig beeinflusst. Immer wieder hat er Ärger in der Schule, Ärger bei der Lehrstelle und Ärger auf der Arbeit. Das einzige, was ihn wirklich interessiert, ist Westmusik, die ihn die Freiheit spüren lässt, die ihm im täglichen Leben fehlt.
nd Joey sind zwei typische Teenager in Kilmarnock, die, wie so viele, nicht wissen, was sie nach der Schule machen sollen. Ohnehin sind ja die meisten Leute arbeitslos. Als für eine Party DJs gesucht werden, wittern die beiden ihre Chance und gründen eine mobile Disco namens Heatwave. So kann man Platten auflegen und Spaß haben, dabei Geld verdienen und bei den Mädchen gut ankommen. Der erste Abend geht zwar gründlich in die Hose, trotzdem entwickelt sich Heatwave zu einer Konkurrenz zu Fat Franny, einer lokalen Gangster-Größe. Diesem ist das natürlich ein Dorn im Auge, da er die Unterhaltungsbranche der Gegend fest in seiner Hand hat. Ob das wohl gut geht?
Ruben Rubeck ist ein harter Hund: Polizist im verrufenen Frankfurter Bahnhofsviertel, Ex-Soldat, geschieden, nicht mehr jung, nicht mehr schön (oder noch nie gewesen), selten nett zu seinen Mitmenschen und mit einer sehr – sagen wir mal – flexiblen Auslegung der Dienstvorschriften. Nach Arbeitsschluss müssen es zwingend zwei, drei, viele Pilsbiere im „Schlabbekicker“ sein und vielleicht auch noch ein Besuch bei Ina, der Hure mit dem großen Herz. Den Weg nach Hause findet er auch sternhagelvoll noch, er wohnt nämlich mitten im Rotlichtviertel – praktisch, wenn man es nicht weit zur Arbeit hat. An einem dieser Abende gerät er zufällig in eine Schießerei, bei der er eingreifen und den kosovarischen Gangsterboss Gani Palokaj in Notwehr mit zwei Schüssen niederstrecken muss. Das hat natürlich interne Ermittlungen zur Folge, und so viel Aufmerksamkeit ist Rubeck gar nicht recht. Als dann auch noch ein gewisser Nawrocki vom LKA ihn für eine Geheimoperation einspannen will, bei der Palokaj am offiziellen Dienstweg vorbei hinter Gitter gebracht werden soll, ist es mit dem ruhigen Leben endgültig vorbei. Plötzlich muss sich Rubeck gegen eine Vielzahl undurchsichtiger Gegner behaupten, und als er endlich merkt, was wirklich gespielt wird, ist es fast schon zu spät.
Beth Ditto schildert in ihrer Autobiographie ihren Werdegang von der jungen Mary Beth Patterson, aus dem von der Welt abgeschnittenen Kaff Judsonia in Arkansas, zur weltberühmten Sängerin Beth Ditto der Band Gossip, bekennende Lesbe, Femme und Feministin. Dies verläuft relativ chronologisch ab ihrer Jugend mit 13 Jahren, und obwohl „mit Michelle Tea“ eine Co-Autorin genannt wird, erscheint mir Beths Geschichte sehr authentisch, weil es zwischendurch immer wieder Flashbacks in die frühere Kindheit gibt. Dadurch wirkt das Buch nicht wie von einem professionellen Ghostwriter, sondern wirklich echt, was ich als sehr positiv empfinde. Ebenfalls echt ist die schonungslose Offenheit, mit der Beth mit ihrer Kindheit umgeht, die alles andere als behütet verläuft, sondern geprägt ist von seelischem, körperlichem und sexuellem Missbrauch, auf den ich im Rahmen dieser Buchrezension aber nicht näher eingehen möchte. Phasenweise ist ihre Autobiographie wirklich keine leichte Kost, so dass ich Beth beim Lesen am liebsten in die Arme genommen und beschützt hätte, so irrational der Gedanke natürlich auch gleichzeitig ist. Bemerkenswerterweise hätte Beth sich genau das an einem bestimmten Punkt im Leben gewünscht, aber dazu komme ich erst später. Umso beeindruckender ist es für mich, wie Beth es geschafft hat, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und zu einer Ikone zu werden, die sogar die Modewelt in Aufruhr versetzt.
Seine Autobiographie Dancing With Myself leitet zusammen mit dem quasi gleichzeitig erscheinenden neuen Studioalbum Kings & Queens of the Underground ein Comeback für Billy Idol ein.