Die Schwedifizierung der Festivalwelt, Teil 2
Ein Vorteil des abrupt geendeten Abends ist, dass ich am Sonntag einigermaßen ausgeschlafen bin und voller Tatendrang mittags auf dem Tanzbrunnen-Gelände einlaufe. Nicht nur ich stelle überrascht fest, dass der Beach Club erst um zwölf Uhr öffnet, es hat sich bereits eine ansehnliche Schlange gebildet. Als wir dann endlich das Sand- und Liegestuhlparadies betreten dürfen, kommt der Türsteher mit dem Klickzählen der Besucher gar nicht mehr nach. Im Handumdrehen sind die Liegestühle besetzt, und man meint geradezu, das wohlige Seufzen aller zu hören. Der Blick auf Rhein und Dom, die vorbeiziehenden Lastenschiffe, der riesige Schattenspenderbaum … Da sind alle spielenden Bands einen Moment lang egal, was in meinem Fall bei den auf der Main Stage lärmenden Ost + Front auch stimmt. Neue Deutsche Härte wird nie mein Fall sein, und als dann noch die Sonne richtig runtersticht, verziehe ich mich auf der Suche nach ohrenfreundlicherer Musik ins Händlerzelt zum Hands-Stand. Dort verquatsche ich mich wieder kolossal, nehme natürlich auch Musik mit (wen es interessiert: MDD – Reverse the contrast) und schaffe es auf die Minute pünktlich zurück zur Main Stage, denn da habe ich einen Termin. Weiterlesen



„40 wahre Lieder“ (Best of In Extremo inkl. umfangreicher DVD mit allen Shows des „Wahre Jahre-Jubiläums“ auf der Loreley 2015 sowie der WDR/Rockpalast Dokumentation „Verehrt und angespien – In Extremo – Die Doku“)
Kaum jemand hätte es geglaubt, aber das Festival-Mediaval hat durchgehalten und feiert nun bereits das zehnte Jubiläum. Unter dem Motto „Back to the toots“ wird an die Anfänge erinnert, indem fast nur Künstler aus den Anfangsjahren eingeladen wurden. So kommen z.B. Faun, Daemonia Nymphe, Elfenthal, Feuerschwanz und viele andere zurück aufs Mediaval. Als Headliner konnte das F-M die letzte große deutsche Band verpflichten, die noch nicht auf dem Festival aufgetreten ist: In Extremo. Zusätzlich wird es viele Jubiläumsaktionen geben, sowohl für die Künstler und Teilnehmer, als auch für die Besucher.
Echt jetzt?! Schon wieder ein Jubiläum?!
2015 war ein sehr bewegtes Jahr für In Extremo!
Die 1995 in Berlin gegründete Mittelalter-Rockband In Extremo zählt heute längst zu den Vorreitern ihres Genres und wurde zu einer der erfolgreichsten Bands Deutschlands. Seit dem ersten Studioalbum In Extremo, das 1996 erschien, veröffentlichten sie inzischen bereits zehn weitere Studioalben, mehrere Live-CDs sowie das Best of Album Kein Blick zurück. Es ist auffällig, dass der Stil In Extremos dabei immer rockiger wurde, waren die ersten Alben noch rein akustisch, wurden immer mehr Rockelemente hinzugefügt, bis diese schließlich dominat wurden. Allerdings vergessen In Extremo dabei niemals ihre Wurzeln und legen weiterhin viel Wert auf mittelalterliche Instrumente in ihrer Musik. Mit dem 1999 erschienenen Album Verehrt und Angespien erreichten sie erstmals eine Chartplatzierung auf Platz elf in Deutschland. Jedes darauf folgende Album war unter den Top 10 zu finden, mit den Alben Sterneneinsen und Sängerkrieg hielten sie insgesamt 45 Wochen Platz eins. Nun wollen es die Jungs um Sänger Micha wieder wissen, ihr am 27.09.13 erschienenes Album Kunstraub werde ich euch nun vorstellen.