„Ich übe noch an meinen langen Ansagen.“
Der luxemburger Musiker Jérôme Reuter ist seit 2005 mit Rome musikalisch unterwegs und im Bereich des Neofolk und Martial Pop zu Hause. Dabei verarbeitet er oft sozialkritische bzw. historische Themen wie beispielsweise den spanischen Bürgerkrieg auf dem Album Flowers from exile oder mit A passage to Rhodesia den rhodesischen Bürgerkrieg. Chansonnier Jaques Brel und Leo Férré gehören zu seinen wichtigsten Einflüssen, und so bezeichnet er seinen Stil auch als Chanson Noir. Noch kurz vor Ausbruch des Krieges hatte er in der Ukraine ein Konzert gespielt, und die grausamen Ereignisse danach haben ihn nicht losgelassen. Nicht nur hat er online Solidaritätskonzerte gespielt, für die er Morddrohungen erhalten hat. Mit Gates of Europe hat er sogar ein ganzes Antikriegs-Album aufgenommen und ist der erste ausländische Künstler, der in die Ukraine gereist ist, um dort komplette Konzerte zu spielen. Vor dem Hintergrund sind wir natürlich mehr als gespannt, wie die Show heute ausfallen wird. Weiterlesen


Music to make war to steht auf dem Cover des neuen Albums von T.J. Cowgill alias King Dude, und das in einem Schriftzug, der an alte Freak-Show-Plakate erinnert. Doch statt fröhlich bunt ist hier alles tiefgründig schwarz. Es ist nur der Kopf von King Dude zu sehen, mit einem riesigen Loch im Gesicht, als wurde ihm das Gesicht von einer Granate weggerissen. Das lässt einen nun in den Abgrund seiner Seele blicken. Insgesamt ein schlichtes, aber auch beunruhigendes und verstörendes Bild. Spiegelt das damit auch den Inhalt von Music to make war to wider?
Ich muss ja zugeben, dass mich King Dude bislang nicht so richtig begeistern konnte, trotz vieler positiver Reaktionen in meinem Umfeld. Seinen vom Country inspirierten Neofolk-Stil, auch gern als Dark Americana bezeichnet, fand ich zwar nicht schlecht, aber es war eben nicht meine persönliche Baustelle. Auch seinen Auftritt beim WGT 2015 empfand ich als zu Neofolk-lastig, einfach zu viel einschläfernde Lagerfeuerromantik. Doch dann wurde mir das neue Album Sex empfohlen, auf dem sich King Dude erstmalig einem externen Produzenten anvertraut und somit zwangsläufig neuen Einflüssen gegenüber geöffnet hat. Zusammen mit T. J. Cowgill sei nicht nur ein neuer Sound entstanden, auch eine Bassgitarre soll massiv in die Musik von King Dude eingeflossen sein. Dementsprechend bin ich gespannt, wie Sex nun musikalisch ausfällt. Davon kann man sich außerdem auf dem kommenden Konzert am 07.06.2017 im Backstage höchstpersönlich überzeugen.