Melancholisch, introvertierte Tonkunst
Österreich und kein Ende, nein, es muss heißen Österreich und zum Glück kein Ende. Meine Damen und Herren, war das vergangene Jahr nicht verrückt? Ein Highlight jagte das nächste! Warum jetzt dieses Gerede werdet ihr euch sicherlich denken, nun 2026 beginnt gleich mit einem Release, dem nicht nur ich entgegengefiebert haben dürfte. Die Rede ist vom neuen Album der aus Graz stammenden Ausnahmeband Ellende mit dem Titel Zerfall. Die Vorgänger Todbringerin (2024) und Ellenbogengesellschaft (2022) haben mich sehr überzeugt, um nicht zu sagen begeistert. Ihre Art den Post Black Metal mit viel Melancholie zu vermengen ist so ziemlich einzigartig. Voller Vorfreude lausche ich also dem neuen Album Zerfall, und wie immer hier meine Gedanken dazu in Worte für euch. Weiterlesen


Fünf Jahre sind seit dem letzten Album Mandrills vergangen, die sicher für jeden von uns ereignisreich waren, für Henric de la Cour aber ganz besonders. Der seit seiner Kindheit an Mukoviszidose erkrankte Musiker musste sich mit der Entdeckung eines Medikaments, das seine Lungenfunktion dramatisch verbessert, auseinandersetzen (wie er zuerst diese Nachricht aufnimmt, sieht man in dem hervorragenden
Lange nicht mehr habe ich ein neues Album so herbeigesehnt, schon gar nicht von einem Zufallsfund bei YouTube, wie mir das vor zwei Jahren bei den 2012 gegründeten Isolation Berlin passiert ist. Einiges hat sich in der Zwischenzeit getan, es gab Features in großen Magazinen und durchweg positive Kritiken, und in der Folge einen regelrechten kleinen Hype in der Indie-Szene. Aber davon haben sich Tobias Bamborschke (Gesang und Gitarre), Max Bauer (Gitarre und Orgel), David Specht (Bass) und Simeon Cöster (Schlagzeug) zum Glück nicht irritieren lassen. Und nun ist Vergifte Dich direkt auf Platz 30 in die Charts eingezogen, was mich dann doch überrascht hat. Höchste Zeit also für die Hörprobe. 
Mal ehrlich: Ein großer Teil des aktuellen Gothic Mainstreams ist klangtechnisch sehr ähnlich, profillos und daher beliebig austauschbar. Und im Grunde genommen verzichtbar, von der willkommenen Einnahmequelle der professionellen Musikindustrie vielleicht abgesehen. Hier setzt das Projekt At Sea Compilations des Musikjournalisten Axel Meßinger an, das er 2013 ins Leben rief. Bei At Sea Compilations geht es darum, eine Plattform zu schaffen für neue, junge, unbekannte Bands, die sich abseits des kommerziellen Mainstreams bewegen, und damit auch Alternativen zu Schlager-Gothic und Elektro-Einheitsbrei-Bummbumm aufzuzeigen. 