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Mit fast Originalbesetzung melden sich im Juni Black Sabbath zurück. Ozzy Osbourne, Toni Iommi , Geezer Butler und der neue Drummer Brad Wilk wollen mit dem neuen Album „13“ den altbewährten Metal unter die Leute bringen. Nach all den Jahren im Musikgeschäft werden sie damit wohl auch keine Probleme haben. Weiterlesen

Auf keinen Fall sich unterordnen

Eine junge Band aus München, die sich dem Metal verschrieben hat: Lilith. Das Quartett geht seinen eigenen Weg mit viel Leidenschaft und einem Hang zu Philosophie und Mythologie. Dabei werden nicht immer nur positive Beispiele gewählt, wie man am Bandnamen bereits erkennen kann. Lilith schöpfen aus dem endlosen Brunnen der Symbolik und bringen eindrücklichen Metal hervor, der mehr ist, als nur stumpfe Härte. Sie haben sich Zeit für ein Interview genommen, in dem sie uns einen Einblick in die Band und das aktuelle Album Carthasis geben.

Kyra Cade: Stellt euch bitte kurz vor.
Lilith: Wir sind Lilith aus München und uns gibt’s seit sechs Jahren in derzeitiger Formation – Bastian an den Drums, Ben an der Gitarre, Niklas an Bass und Backing-Mic und Jens am Gesang. Bisher haben wir eine Demo-CD, The Art Of Metal (2008), und ein Album, Catharsis (2011/12), rausgebracht.

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Ein Pagan-Sturm in München

Das Paganfest ist mittlerweile eine feste Einrichtung, sowohl in der Festivallandschaft, als auch in München selbst. Seit dem Jahre 2007 tourt das Fest nun schon zum sechsten Mal schon durch Europa und beschert der bayrischen Hauptstadt in diesem Jahr schon Monate zuvor Vorfreude. Denn nicht nur, dass wir hier eine Extended Show spendiert bekommen haben, was bedeutet, dass zwei Bands mehr sich die Ehre geben, das Menü, sprich: die Running Order, liest sich äußerst vorzüglich. Das komplette Programm besteht aus Bands, deren Namen erfreuliches Drücken in Ohren und Magen verspricht, wenn die Bassdrumm rollt und die Gitarren schreddern. Kurz gesagt, man konnte sich auf einen gepflegten Metalabend freuen.

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Gewohnte Glamrock-Qualität aus Schweden

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Crashdiet haben in ihrer Karriere (gegründet 2000 in Stockholm, erstes Album Rest in sleaze 2005) schon einiges durchgemacht: 2006 bringt sich Originalsänger Dave Lepard mit 26 Jahren um, was die Band in eine schwere Krise stürzt. Kaum hat man sich zum Weitermachen aufgerafft und mit einem neuen Sänger ein zweites Album eingespielt (The unattractive revolution, 2007), verlässt dieser die Band. Album Nummer drei – das hochgelobte Generation wild (2010) – war die Bewährungsprobe für Sänger Nummer drei, Simon Cruz, der seine Sache richtig gut gemacht hat. Und offensichtlich scheint die Bandchemie jetzt auch zu stimmen, denn mit The savage playground liegt seit diesem Jahr der vierte Kracher der schwedischen Glam- und Sleaze-Rock-Formation vor, der nach den ersten Durchläufen schon sehr hartnäckig in den Gehörgängen festhängt.

Eröffnet wird The savage playground nach einem düster-aufpeitschenden Sprechintro mit „Change the world“, einem melodiös-treibenden Rocker, der mit schönen Aahaa-ahaaaa-Chören sofort ins Ohr geht und gute Laune verbreitet. „Cocaine Cowboys“ gönnt einem glücklicherweise auch keine Verschnaufpause, sondern rockt genauso gut weiter nach einem sehr schönen Sleaze-Gitarreneinstieg, aggressiv, aber immer melodiös.
Mit „Anarchy“ wird das Tempo ein wenig herausgenommen, Simon Cruz singt angenehm tief und shoutet weniger grell und aggressiv, der Track lebt von eingängiger Melodie und Refrain und setzt sich sofort im Ohr fest.
Bei „California“ wird es mir persönlich etwas zu pop-rockig und cheasy, aber zumindest nicht soft, gerockt wird hier immer noch, und auch das Stück wird seine Anhänger finden.
„Lickin’ dog“ zeigt dann die rock’n’rollige Seite der Band, allerdings ist das Stück sonst nicht weiter auffallend und will trotz an sich gutem Rhythmus und guter Melodie nicht so recht ins Ohr.
„Circus“ bietet dagegen wieder ein echtes Highlight, inhaltlich knüpft es an den CD-Titel The savage playground. Simon Cruz singt in einer sehr angenehmen Stimmlage, ungewöhnliche Melodieführung, die in einen mitreißenden Refrain mündet, den man den halben Tag danach noch vor sich hinträllert.
„Sin City“ thematisiert das Glücksspiel und setzt damit das Thema des vorherigen Tracks indirekt fort. Schöner Rocker mit Spielautomatensamples im Hintergrund.
„Got a reason“ überrascht nach einem etwas arg eingängigen Beginn mit ungewöhnlichen Momenten und gefällt nach mehreren Durchläufen doch sehr gut, nicht zuletzt durch den wieder angenehm tiefen Gesang.
„Drinking without you“ ist dagegen mein persönlicher Weglasstitel des Albums, mir schlicht zu poppig und seicht und irgendwie auch langweilig. Tut nicht weh, aber mehr auch nicht.
Zum Glück plätschert das Album danach nicht wie so viele andere auf den letzten Metern dröge dahin, nein, The savage playground dreht noch mal richtig auf.
„Snakes in paradise“ ist eine klasse Hommage an Skid Row zu ihren besten Zeiten, schön rockig und nach vorn gehend, catchy Refrain. Passt.
„Damaged kid“ gehört dann wieder zur Kategorie „tut nicht weh, aber sticht auch nicht so wirklich heraus“. Nach mehreren Durchläufen wächst das Lied allerdings noch etwas und bleibt doch im Ohr hängen.
Mit „Excited“ haben Crashdiet meinen persönlichen Favoriten auf diesem Album geschaffen, ein eher melancholischer Midtempo-Track, der mich sofort berührt hat. Unbedingter Anspieltipp!
Die große Überraschung von The savage playground wartet am Ende auf den Hörer, und was für ein schöner Abschluss dieses ansonsten (im sehr positiven Sinne) Genre-Albums: „Garden of Babylon“, ein Midtempo-Rocker in Überlänge, der verschiedene Stile vereint und vor allem durch orientalische Gitarrenläufe und schön psychedelische Soli auf sich aufmerksam macht. Hossa, hätte ich so nicht erwartet!

Fazit: Für alle Glam- und Sleaze-Rock-Fans absolut empfehlenswertes Album ohne wirklichen Ausfall – und generell an gutem Rock mit schönen Melodien interessierte Hörer dürfen hier auch mindestens ein Ohr riskieren. Das Album klingt angenehm authentisch, nicht überproduziert, die etwas schrille Shout-Stimme des Sängers ist ein bisschen Geschmackssache, aber ich fand es sehr erfreulich, dass er variabel singen kann und es auch oft tut. Insgesamt gefällt das Album durch Abwechslungsreichtum und überraschende Momente in vielen Tracks, wobei es sich doch immer eindeutig in den Genregrenzen bewegt. Eine große Stärke der Band war und ist das Gespür für wirklich tolle Melodien, und wenn an der Sängerfront jetzt endlich etwas Ruhe eingekehrt ist, dürfen wir uns hoffentlich auf noch diverse weitere Ohrwürmer aus Schweden freuen.

Anspieltipp insgesamt: „Circus“
Anspieltipp persönlich: „Excited“

:mosch: :mosch: :mosch: :mosch: :mosch2:

Tracklist:
1.Change the world
2.Cocaine cowboys
3.Anarchy
4.California
5.Lickin’ dog
6.Circus
7.Sin city
8.Got a reason
9.Drinkin without you
10.Snakes in paradise
11.Damaged kid
12.Excited
13.Garden of Babylon

Plattenfirma: Frontiers Records
VÖ-Datum: 25. Januar 2013
17,99 €
erhältlich z.B. bei: amazon

Rotting slow in Europe

Im Moment scheint es angesagt zu sein, dass etablierte Bands spezielle „Frühwerk-Tourneen“ machen (zum Beispiel letztens bei Covenant miterlebt) und dem Publikum noch einmal die Lieder oder ganze Platten präsentieren, mit denen sie ursprünglich berühmt wurden. Eine großartige Sache, hat man so doch Gelegenheit, sich entweder wieder sehr jung und nostalgisch zu fühlen oder aufgrund zu später Geburt etwas nachzuholen.

Zu diesem Zweck versammelte sich eine doch ansehnliche Zahl von Langhaarigen in der Backstage Halle, um die quicklebendige Florida-Death-Metal-Legende Obituary und ihre ersten drei Alben Slowly we rot, Cause of death und The end complete aus den Jahren 1989, 1990 und 1992 gebührend zu feiern. Davor galt es aber noch, drei andere Bands kennenzulernen und teilweise auch zu bejubeln.

The Amenta

The Amenta - 2012 -12

Den Anfang machten um kurz nach halb acht Uhr die Australier von The Amenta, die mit viel schwarzer Farbe auf der nackten Haut, viel Engagement und düster-wahnsinniger Mimik (der Sänger) das leider noch extrem spärlich vertretene Publikum versuchten auf ihre Seite zu ziehen. Die Band existiert mit diversen Line-up-Wechseln seit 2001 und spielt eine Mischung aus Meshuggah-artigen Riffs, Industrial-Metal-Anleihen und Black-Metal-Drumming, gepaart mit aggressiv-heiserem Brüllgesang. Sie kann auf mittlerweile zwei Full-length-Alben und diverse EPs zurückblicken, aus denen ein schöner Querschnitt geboten wurde, mit leichter Konzentration auf die Alben Occasus (2004) und nOn (2008). Songs wie „Sekem“, „Mictlan“, „Erebus“ oder „Vermin“ wurden sehr sauber, präzise und brachial gespielt, die Band ist definitiv erfahren und routiniert, doch konnte sie leider das Publikum nur zu vereinzeltem Kopfnicken animieren, da der Wiedererkennungswert der Stücke doch etwas gering war. Kein schlechter Auftritt, aber nichts für die Ewigkeit. Nach einer halben Stunde Spielzeit räumten sie die Bühne für die zweite Band des Abends.

Psycroptic

Psycroptic - 2012-12

Ebenfalls vom anderen Ende der Welt angereist, präsentierten die 1999 im tasmanischen Hobart gegründeten Psycroptic eine hämmernde Mischung aus technischem Death Metal, Grindcore und einigen Hardcore-Anleihen, die die ersten Besucher vor die Bühne locken konnte. Die Band agierte sehr routiniert und präzise, Sänger Jason Peppiatt brüllte sich die Seele aus dem Leib bei Titeln wie „Carriers of the plague“, „Sleepers have awoken“ oder „Euphorinasia“. Die Songauswahl konzentrierte sich auf das aktuelle Album The inherited repression und den Vorgänger Ob(Servant) aus den Jahren 2012 bzw. 2008.
Auch hier ein grundsolider, engagierter Auftritt, der einige begeisterte Reaktionen im Publikum hervorrufen konnte, im Gegensatz zu The Amenta schienen Psycroptic etwas bekannter gewesen zu sein. Ein einsamer „Zugabe“-Ruf verhallte nach einer guten halben Stunde Spielzeit allerdings ungehört.

Macabre

Macabre - 2012-12

Um viertel nach neun betrat mit Macabre aus Chicago eine Band mit einem doch recht speziellen Thema die Bühne, die ihre Musik als „Murder-Metal“ bezeichnet. 1985 gegründet, hat man sich von Anfang an auf die berühmtesten Serienkiller der Menschheitsgeschichte konzentriert und vielen davon eigene Lieder oder sogar ein eigenes Album (Dahmer) gewidmet. Sänger Corporate Death gab dann auch zu jedem Song eine liebevoll-schwarzhumorig-augenzwinkernde Einführung in die thematischen Untiefen, was den Auftritt – gepaart mit den sehr eingängigen Death-Metal-lastigen Stücken – zu einem großen Vergnügen machte. Man gab einen schönen Querschnitt durch alle bisher erschienen Alben (u.a. mit den Songs „The Iceman“, „Nightstalker“, „Hitchhiker“, Scrub a dub dub“), würdigte auch die deutschen Serienmörder Fritz Haarmann („Fritz Haarmann der Metzger“) und den „Vampir von Düsseldorf“ Peter Kürten („Vampire of Düsseldorf“) und begeisterte die mittlerweile doch ordentlich gefüllte Halle mit einem gelungenen Venom-Cover („Countess Bathory“). Ein wirklich guter und unterhaltsamer Auftritt der seit Bandgründung in unveränderter Besetzung spielenden und entsprechend kauzig wirkenden Truppe!

Obituary

Obituary - 2012-12

Nach diesmal etwas längerer Umbaupause betraten unter frenetischem Jubel um halb elf dann endlich Obituary die Bühne, vor der sich ein dichter Pulk aus Die-hard-Fans versammelt hatte (Pech für die Fotografin des Abends, da war kein Durchkommen mehr). Instrumente umgeschnallt, beeindruckende Haarprachten ins Gesicht geschüttelt, und los ging es mit „Intoxicated“ vom Debütalbum Slowly we rot. Die Stimmung in der Halle war sofort großartig und ließ auch während der folgenden 100 Minuten nicht nach. Ohne nennenswerte Ansagen (was typisch für die eher distanzierten Amis ist), aber mit einem fetten Grinsen im Gesicht schleuderten Sänger John Tardy (diese Haare!), Gitarrist Trevor Peres (diese Haare!!) und die übrigen Mannen eine Oldschool-Granate nach der anderen ins Publikum und verursachten sicher nicht nur bei mir Herzrasen vor Begeisterung. Ich habe Obituary schon diverse Male gesehen, sie waren immer gut, aber an diesem Abend waren sie großartig. Man merkte ihnen den Spaß an, den sie beim Spielen der alten Klassiker hatten, und dieser Spaß übertrug sich eins zu eins aufs Publikum. „Immortal visions“, „Infected“, „Cause of death“, „Body bag“, „Killing time“, mein Favorit „Back to one“, „The end complete“ … es hörte gar nicht mehr auf. In der Zugabe gab es noch das obligatorische Drum-Solo von Donald Tardy (diesmal ohne die „Unterstützung“ seines Bruders John) sowie „I’m in pain“ und „Slowly we rot“ zu hören, inklusive eines kleinen Ausflugs ins Publikum des zweiten Gitarristen, den seine Bandkollegen grinsend verfolgten. Zum Abschluss bat die sichtlich bewegte und erfreute Band das Publikum vor der Bühne zum Gruppenfoto und bedankte sich vielmals mit Handschlag vom Bühnenrand aus. Generell gaben sie sich an diesem Abend sehr viel fanfreundlicher und offener, als ich sie bisher erlebt hatte, Stagediver wurden geduldet und sogar angefeuert, unzählige Plektren flogen in die Halle, Drumsticks sowieso … ein wirklich schöner und denkwürdiger Auftritt!