Goth Pop for sad bastards
Vision Video ist eine amerikanische Band aus Athens, Georgia, und besteht aus Sänger und Gitarrist Dusty Gannon, Emily Fredlock am Keyboard, Bassist Dan Geller und Jadon Fusco, Drums. Nach mehreren digitalen Singles haben sie nun mit Inked in red ihr Debütalbum über Icy Cold Records veröffentlicht. Im kürzlich erschienenen Band-der-Woche-Interview (Link) hat Dusty die Musik selbst als „Goth Pop for sad bastards“ bezeichnet. Ja, da fühle ich mich doch durchaus irgendwie angesprochen. Grund genug für mich also, dem näher auf den Grund zu gehen. Weiterlesen


Parking Dance ist das musikalische Projekt von Matthieu Bonnécuelle aus dem französischen Toulouse, das dieser 2017 ins Leben gerufen hat. Das ist jedoch nur eins seiner Talente, wie man seiner Homepage entnehmen kann. Er fährt außerdem BMX, arbeitet als Grafiker und macht Video-und Performance-Kunst. Die Kombination empfinde ich in der Form als überraschend, aber Vielseitigkeit ist an sich nie schlecht. Nach mehreren EPs hat Matthieu im Dezember seine erste volle LP auf Icy Cold Records veröffentlicht. Wer wegen BMX nun eine Art Skate Punk erwartet sieht sich schnell eines Besseren belehrt. „What more?“ fragt Matthieu mit Parking Dance – hören wir uns es an.
Die erst 2016 im portugiesischen Lissabon gegründeten She Pleasures Herself lassen nicht nur mit ihrem Bandnamen aufhorchen, denn mit ihrem Debütalbum Fetish offenbaren sie Interesse für abgründige zwischenmenschliche Neigungen, auch mit der düsteren Musik zwischen Cold Wave und Gothic Rock machen sie sich einen Namen im europäischen Gothic-Underground. David Wolf übernimmt dabei neben Bass und Gitarre auch die Synthesizer und die Produktion, Nuno Francisco ist für die Drums und das Programming zuständig, und Nuno Varudo verleiht der Band seine Stimme. Live wird die Band außerdem von Leticia Contreiras am Synthesizer unterstützt. Pünktlich zum WGT ist nun das zweite Album XXX bei Manic Depression Records erschienen.
Sinnigerweise aus Paris, der Stadt der Liebe, stammt die französische Band JE T’AIME, was ja bekanntermaßen übersetzt „ich liebe dich“ heißt. Die drei Mitglieder sind Dany Boy (Gesang und Synthies), Tall BastArd (Bass und Gitarre) und Crazy Z (Bass und Synthies), die fleißig am selbstbetitelten Debütalbum Je t’aime gearbeitet haben, seit die überaus positiven Reaktionen auf den zuerst veröffentlichten Song „The sound“ sie beflügelt haben. So wurde auch Manic Depression Records auf das Trio aufmerksam. Widmen wir uns also der Liebesbotschaft.
Nach der Bandgründung 2015 erschien bereits ein Jahr später eine selbstbetitelte EP, und mit der im Gepäck begleiteten die Kölner Holygram die britische New-Wave-Legende OMD auf deren Europa-Tournee 2017. Marius Lansing spielt Gitarre und Bennett Reimann den Bass, Sebastian Heer sitzt am Schlagzeug, Pilo Lenger bedient die Synthesizer, und Patrick Blümel übernimmt den Gesang. Für das Debütalbum Modern cults haben sie als Verstärkung Maurizio Baggio engagiert, der mit The Soft Moon auch schon die Alben Deeper und Criminal aufgenommen hat. Aber genug Namedropping, wenden wir uns den modernen Kulten zu.
Raskolnikov haben sich 2015 in Genf gegründet, die Bandmitglieder führen aber ein Drei-Länder-Nomadenleben zwischen Genf, Paris, Reims und Konstanz. Der Bandname erscheint nur im ersten Moment als ungewöhnlich, denn er bezieht sich auf den Protagonisten aus Schuld und Sühne von Dostojewski. Pablo Garrido spielt die Gitarre, Jérôme Blum sitzt hinter den Drums und Bassist Mathieu Pawelski-Szpiechowycz übernimmt zusätzlich den Gesang. Als musikalische Haupteinflüsse geben sie die Zeit der späten siebziger bis frühen achtziger Jahre, zwischen Post Punk und New Wave an. Dieser Stil ist auch einer meiner Favoriten, ich bin also entsprechend gespannt auf ihr Debüt Hochmut kommt vor dem Fall.
Vor nunmehr 35 Jahren haben sich New Order aus dem musikalischen Nachlass der legendären Joy Division gegründet, nachdem deren Sänger Ian Curtis sich 1980 das Leben genommen hatte. In den 80er-Jahren war die Band das Bindeglied zwischen experimenteller Elektronik und emotionaler Gitarrenmusik und baute musikalisch die Brücke zwischen Depeche Mode und The Smiths. Mit ihrer Mischung aus spröder Melancholie und sanfter Zuversicht haben New Order Welthits wie „Blue Monday“ und „True Faith“ geschaffen und sind in die Annalen der Popmusikgeschichte eingegangen.