You are never too rich to do a moshpit!
Mit erfreulicher Regelmäßigkeit statten die Norweger Satyricon dem Münchner Backstage einen Besuch ab, ein absoluter Pflichttermin im Kalender jedes im entferntesten an Black Metal interessierten Musikfans. Ob Satyricon überhaupt noch Black Metal spielen, wird seit Jahren heiß diskutiert. Ich würde sagen, scheiß drauf, gerade live blasen einem Satyr, Frost und ihre großartigen Mitmusiker jedes Mal die Gehörgänge sauber, da ist es völlig egal, was sie da gerade spielen oder wie man es nennt. Die Konzerte von 2013 und 2015 waren bereits von legendärer Intensität, und nachdem Satyr sich zum Glück wieder von seiner einschneidenden Gehirntumordiagnose vor zwei Jahren erholt hat und die neue Platte Deep calleth upon deep nach den ersten Hördurchgängen schon verdammt gut klingt, kann einem weiteren legendären Abend ja eigentlich nichts im Weg stehen. Auf ins Backstage, Stehvermögen und Fächer eingepackt, denn der Laden meldet: ausverkauft! Weiterlesen

Pristine aus dem höchsten Norden, nämlich der norwegischen Stadt Tromsø, haben sich seit ihrem Debütalbum Detoxing (2011) stetig einen exzellenten Ruf im Blues-Soul-Retrorock-Sektor erarbeitet. Das liegt nicht zuletzt an Chefin Heidi Solheim, deren sensationelle Stimme und ungeheuer mitreißende Bühnenpräsenz neben dem exzellenten Songmaterial großen Anteil am Erfolg ihrer Band haben. Doch damit nicht genug, die am Musikkonservatorium Tromsø ausgebildete Sängerin verfolgt nebenher noch eine Solokarriere, die vor allem in Norwegen sehr viel Beachtung findet. Große Bekanntheit hat sie in ihrem Heimatland außerdem durch die Teilnahme an diversen Talentshows erlangt, zuletzt 2013 bei The Voice. 2016 erscheint Pristines drittes Album Reboot, das diesmal international veröffentlicht wird. Mit Ninja liegt nun die vierte Scheibe der Ausnahmekünstlerin und ihrer Mannen vor.
Helheim – das Reich der Hel, der Toten. Der Bandname ist hier Programm, und das schon seit 1992, was Helheim so in etwa zur grauen (nein, natürlich pechschwarzen) Eminenz des Viking Metal macht. Viking Metal in dem Sinn, dass man sich inhaltlich mit der legendären Zeit in der skandinavischen Geschichte und ihrer Mythologie auseinandersetzt – fröhliche Trinkhorngesänge findet man auf ihren Veröffentlichungen nicht. Im Gegenteil, Helheim zeichnen sich durch hochkomplexe schwarzmetallische Songstrukturen aus, mit oftmals deutlich progressivem Einschlag, fürs Genre ungewöhnlichen Instrumenten und Klargesang. Mit so legendären Scheiben wie Yersinia Pestis, Kaoskult oder der letzten Veröffentlichung raunijaR haben sie ihren Ruf als einer der besten und beständigsten Vertreter norwegischen (Viking) Black Metals untermauert. 
Ein neues Ulver-Album ist die kalorienarme, aber umso spannendere Version eines Überraschungseis – Spiel, Spaß, Spannung, Soundsphären und viel, viel Staunen bringt jede neue Veröffentlichung mit sich. Mittlerweile stehen Ulver schon längst nicht mehr für den Black Metal der frühen Tage (auch wenn der unbenommen immer noch sehr toll ist), sondern für sphärische, experimentelle Soundlandschaften (Perdition City), Filmsoundtracks (Lyckantropen Themes) und sogar Messen (I.X – VI.X). Nichts ist unmöglich im Universum der Norweger, und das macht sie so einzigartig. Mit dem aktuellen Werk ATGCLVLSSCAP (und das sagen wir jetzt alle fünfmal hintereinander auf …) ist ihnen wieder ein Geniestreich gelungen – obwohl das Album kein in dem Sinn neues Material enthält, ist es brandneue Musik. 
Sechs Jahre lang waren Khold in Norwegens Wäldern verschwunden, jetzt melden sie sich mit Til Endes, ihrem sechsten Studioalbum, gewohnt brachial zurück. Sicher, ganz untätig war vor allem Gard nicht, gab es 2012 immerhin neuen Output beim zweiten Projekt Tulus, und Schlagzeuger Sarke bastelte eifrig an seiner Solokarriere, die ihn unter anderem mit Nocturno Culto zusammenbrachte. Til Endes setzt ziemlich genau dort ein, wo sie mit Hundre år gammal aufgehört haben – und bringen damit nicht wirklich Neues ins Genre. 