Beiträge

Be my dark Madonna

Cold-CauseFür ein experimentelles Musikprojekt über Joseph Beuys haben sich die Musiker 2024 in Paris getroffen, und aus dieser Zusammenarbeit heraus hat sich Cold Cause entwickelt. Das Trio besteht aus Sängerin Luica, Gitarrist Mathieu und Bruno, der die Synthesizer bedient und die Drums programmiert. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum Cold Cause ist kürzlich bei Manic Depression Records erschienen. Ebenso sind sie aktuell in unserem Format Band der Woche zu finden (Link). Weiterlesen

Valentinstanz

Große Ereignisse werfen ihre Schatten weit voraus, in diesem Fall ein gemeinsamer Katzenclub von Emmon und Klangstabil. Langes Warten heißt aber immerhin auch lange Vorfreude auf zwei außergewöhnliche Bands, die beide auf ihre Weise wahre Kraftpakete und von durchschlagender Wucht sind. Das Katzenclub-Team hat ja schon seit Beginn der Veranstaltungsreihe ein hervorragendes Händchen dafür, alte Helden und von manchen noch zu entdeckende neue Lieblingsbands zu kombinieren, und das gelingt den Veranstalter*innen auch heute wieder. Mit Emmon aus Schweden eröffnet ein Act den Abend, der schon lange – mit einigen Jahren Pause – im Heimatland aktiv und geliebt ist und in Deutschland wunderschönerweise auch immer mehr Fans gewinnt. Und mit Klangstabil – ebenfalls nach langen Jahren Pause wieder aktiv – steht ein früherer Stammgast des Katzenclubs wieder im Feierwerk auf der Bühne. Elektronische Musik vom Feinsten also! Weiterlesen

The Cure in modern times

Years-Of-Shame-PrimaryYears Of Shame ist ein französisches Duo, das in den Städten Paris und Rennes beheimatet ist. Sänger und Bassist Bern Evol und Gitarrist Brice Delourmel, der zusätzlich die Synthesizer übernimmt, betreiben außerdem die musikalischen Projekte Dead. und Giirls, die sich zwischen Cold Wave und Industrial bewegen. Mit Years Of Shame wagen sie ein neues Projekt, und ihr Debütalbum Primary ist nun bei Icy Cold Records erschienen. Primary, das erinnert mich zwangsläufig an den zweiten Track des legendären 1981er Albums Faith von The Cure. Ich bin also gespannt. Weiterlesen

Spiritualität und Mord?

1968 fanden in Paris mehrfach Studentenproteste statt. Die Studenten kämpften u.a. für bessere Studienbedingungen bzw. gegen die schrecklichen Zustände an Schulen. Es folgte auch die Diskussion Intellektuelle vs. Arbeitergesellschaft. In all diesem Chaos lernen wir den Studenten Hervé kennen, der mitten im Demogeschehen ist und mit seinen Freunden auch Barrieren aufbaut. Eines Tages findet er seine ermordete Mitstudentin Suzanne auf – sie hängt in einer Yogapose von der Decke ihrer Wohnung.

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Reise in die Dunkelheit

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Emmon – das ist Emma Nylén aus Stockholm, die unter diesem Namen schon seit über zwanzig Jahren Musik macht (aber u. a. auch als Teil der Band Paris), seit 2010 zusammen mit ihrem Partner und Mitproduzenten Jimmy „Mr Monell“ Monell. Angefangen hat Emmon als  Electroclash-Projekt, das mit den Jahren immer härter und beatgetragener wurde. Bisheriger Höhepunkt dieser Entwicklung ist das nach einigen Jahren Pause 2022 erschienene Album Recon, das noch einmal deutlich tanzbarer und auch selbstbewusster ausgefallen und nicht nur mit „Purebloods“, dem gemeinsamen Song mit Emanuel Åström (Agent Side Grinder), auf den Tanzflächen der einschlägigen Clubs und Partys vertreten ist. Auch diverse Auszeichnungen hat das Album völlig verdient abgeräumt, z. B. in der Kategorie Årets synt der Manifestgala in Stockholm, und nicht nur ich freue mich auf musikalischen Nachschub. Den gibt es jetzt in Form der EP Xception. Weiterlesen

De-Industrial

Zwei Wörter, die ich mit Sylvgheist Maëlström (noch) mehr als mit anderen Industrial- und Rhythm&Noise-Acts verbinde, sind „Dystopie“ und „Räumlichkeit“. Die vorherigen zwei Alben Norillag und Pripyat stellten mir postapokalyptische Landschaften in den Kopf, in denen unter einem leeren Himmel, vor einem ausgeräumten Horizont, unendlich weit weg, jeder verrostete Zahn des liegengebliebenen Schaufelbaggers einzeln zu klingen beginnt. Wie wird sich dann erst das neue Album anhören, nach und während all der Desaster dieser letzten paar Jahre? Schnell noch mal über das wie immer wunderbare Cover-Design aus dem Hause Hands gefreut und losgehört. Weiterlesen


Das Statement der Band dazu: Kiss-the-boys

JE T’AIME releases a new 3-tracks EP today.
Without a doubt, JE T’AIME is a lot about dancing and partying, and if we become serious, it will be about personal matters more than politic or social subjects. But we felt we simply couldn’t keep our eyes closed to what happenend so close to Europe in 2022.
This is the reason why we are proud to present „Kiss the boys“, an EP released against the clock. It is three burning tracks made out of viscera featuring our good friends from The Foreign Resort, Then Comes Silence and Diamond 2klo.
All sale revenues of this EP will go to the Red Cross to help the victims of the Ukrainian crisis. Weiterlesen

The Cure auf Speed?

Je-taime-passiveDie 2018 gegründeten JE T’AIME aus Paris hatte ich schon zu deren tollen selbstbetitelten Debüt vorgestellt (Link). dBoy verleiht der Band seine Stimme, Tall BastArd spielt Gitarre und Crazy Z den Baß. Doch anstatt richtig durchzustarten kommt plötzlich eine Pandemie dazwischen mit all ihren bekannten Folgen, und ich befürchtete schon, dass es bei einem One-LP-Wonder bleibt. Doch die Drei haben durchgehalten, weiter an ihrer Musik gearbeitet und sich dafür auch eine Zeitlang an die englische Küste zurückgezogen.
Passive ist nun der erste Teil eines Doppelalbums, das in Zusammenarbeit mit Manic Depression Records und Icy Cold Records erschienen ist, und dessen zweite Hälfte Aggressive im Oktober folgen soll. Weiterlesen

Breaking up the concrete

Dear reader: First, let me state that the hardest bands to write about are the ones you love the most (all you really have to say is, stop reading and listen to this!), and Pays P. is a band I really love. Second, obligatory notes on band history: Laura Boullic (lyrics/vocals), Lucas Valero (guitar) and Pablo Valero (drums) got together in 2015 in Paris, France. Four years, a self-titled demo / unofficial debut and a lot of concerts later, they recorded their official debut album in Brooklyn, New York, in October 2019, before supporting Big Thief on their European tour in early 2020. Then the pandemic arrived, stopping or slowing down a lot of things; and so it wasn’t until August this year that Ça v aller finally was released on Peculiar Works Records, the label of Sohrab Habibion and Michael Jaworski (Savak). Those two also did the recording and mixing, and did a perfect job transporting the band’s strong identity and live energy to record. Weiterlesen

Kälte, Nebel, Tanzfläche

Raskolnikov-Lazy-people-will-destroy-youDie Jungs von Raskolnikov haben sich 2015 in Genf kennengelernt, haben sich aber mittlerweile auch nach Konstanz, Paris und Reims verbreitet. Nichtsdestotrotz haben sie fleißig an ihrem zweiten Album Lazy people will destroy you gearbeitet, das nun bei Manic Depression Records erschienen ist. Was also haben sich Sänger und Bassist Mathieu Pawełski-Szpiechowycz, die Gitarristen Pablo Garrido und Quentin Allamand, der zusätzlich den Synthie bedient, und Schlagzeuger Jérôme Blum musikalisch einfallen lassen? Nachdem ich sie letztes Jahr im Rahmen einer Decadance-Party live erleben konnte, was ja derzeit nicht möglich ist, freue ich mich um so mehr auf die neue Scheibe. Weiterlesen