Nach dem Mediaval ist vor dem Mediaval
Unser Bericht zum 10. Mediaval lässt leider krankheitsbedingt noch etwas auf sich warten, aber auf jeden Fall war es wieder ein sehr gelungenes und abwechslungsreiches Festival. Und ich freue mich jetzt schon riesig auf nächstes Jahr, denn das schon bekannte Line-up klingt nach eine phänomenalen Festival! Und noch bis 31.12.17 gibt es vergünstigte Tickets zu erwerben, die wären doch sicher auch ein tolles Weihnachtsgeschenk?! Weiterlesen


Wer schon einmal auf einem Bruce Springsteen Konzert war, dessen Erwartungen sind hoch. Unter dreieinhalb Stunden allerbester, handgemachter Musik geht bei „The Boss“ gar nichts. Und auch wenn man jede Sekunde genießt, braucht man etwas Durchhaltevermögen. So ist das bei diesem Buch auch – über 670 Seiten, das liest man nicht mal eben auf dem Weg in die Arbeit. Aber schreiben kann er, und so nimmt er einen mit in ein Kaff mitten im New Jersey der 50er Jahre. Dort wächst er auf, mit einem schwierigen, schweigsamen, irisch-stämmigen Vater, der seit Kriegsende in Fabriken arbeitet, abends in der Kneipe trinkt und nachts am Küchentisch. Der Kontrast dazu ist die italienische Mutter und ihre laute, emotionale, lebenslustige Sippschaft. Wir werden entführt in die Welt von Greasers und Rah-Rahs, von versifften Kneipen und Surf-Shops, Autos und Gitarren. 
Oh mein Gott, sie benutzen das F-Wort! Was mich persönlich weder großartig stört noch beeindruckt, ist trotzdem ein deutliches Zeichen, dass Marillion mit diesem Album aufrütteln wollen. Es geht um Angst, Geldgier, Krieg, das politische System, Banker und russische Oligarchen, die eine zukünftige neue Weltordnung bestimmen könnten: „We are the new kings, we do what we please while you do what you’re told“. Auch persönliche Themen wie Beziehungen und Familie werden in den Texten des Sängers Steve Hogarth angesprochen: „You say I’m becoming harder to live with – but you can’t see inside my head“.
