Feelin‘ quite aquatic
15 Jahre Amphi – das will gefeiert werden! Ein ganzes Wochenende voller großer Namen aus dem Electro-, Gothic-, Mittelalter- und EBM-Bereich, mit höchst empfehlenswerten Bands, die schon bald sehr große Namen sein werden, und natürlich mit allem anderen, was so dazugehört: Tanzbrunnen, Schiff, Beach Club, Hohenzollernbrücke, Dom und der Rhein. Nach der letztjährigen Hitzeschlacht mit 37 Grad sind dieses Wochenende zum Glück etwas moderatere Temperaturen angekündigt, der Rhein führt auch ausreichend Wasser, sodass die MS RheinEnergie für das Freitagsevent und die regulären Festivaltage ein paar Schritte entfernt vom Tanzbrunnen auf der Deutzer Seite anlegen kann. Ich genieße im Vorfeld noch ein bisschen Köln, befinde mich zwischendurch im „Siebten Himmel“ (eine unglaublich empfehlenswerte Buchhandlung im Belgischen Viertel) und freue mich schon sehr auf die schwarze Familie und den Freitagabend, wenn es wieder heißt: „Call the ship to port“ – die beliebte und jedes Jahr restlos ausverkaufte schwarze Kaffeefahrt mit Musikprogramm den Rhein hinunter und wieder hinauf. Weiterlesen

Kaum ist die Wäsche trocken, geht’s auch schon wieder los … Grade war noch WGT, aber nach einem kurzen, aufgrund der schlechten Reiseverbindungen unvermeidlichen Zwischenstopp in Stockholm (bei dem dann auch zumindest ein Teil der Wäsche noch schnell gewaschen werden kann) sitzen wir (eure Skandinavien-Korrespondentin ankalætha mit Begleitung) am Donnerstag nach Pfingsten schon wieder im Zug zum nächsten Festival: das Subkultfestivalen im schönen Trollhättan ruft. Das Subkult ist ein unglaublich gemütliches, familiäres Festival im Westen von Schweden, das sich – ganz genau – den Subkulturen verschrieben hat. Dementsprechend gemischt ist auch das Line-up, etwas Goth, etwas Metal, Hauptsache subkultig. Dieses Jahr bin ich zum dritten Mal dort, und die Vorfreude ist entsprechend groß.
Solar Fake – das sind Sven Friedrich und André Feller (neuerdings verstärkt durch Drummer Jeans, wie man auf dem Amphi schon eindrucksvoll miterleben konnte), das sind fiese Ohrwurmmelodien, tanzbarste Synthiesounds, Glücksgefühle, abschalten vom Alltag und unvergessliche Konzerte. Drei Jahre sind mittlerweile seit dem letzten regulären Album Another Manic Episode vergangen, dazwischen hat man 2017 noch das Live-Album Sedated – Live & Acoustic veröffentlicht, das einen Querschnitt durch die wirklich wunderschöne Live-Akustik-Tour des Frühjahrs 2017 bietet (
Der Sonntag beginnt auch wieder elend früh, um elf eröffnen Beyond Obsession den Tag, und auch sie spielen erfreulicherweise vor einer großen Schar Frühaufsteher. Das Wetter ist im Vergleich zum gestrigen Waschküchentag (bedeckt, schwül wie Hölle, regnerisch) heute etwas erträglicher, weil trockener, es wird allerdings sehr, sehr heiß und sonnig – wie immer auf dem Amphi. Beyond Obsession habe ich erst ein paar Tage vorher in München gesehen, hier auf der größeren Bühne gefallen sie mir noch etwas besser, mehr Bewegungsfreiheit tut Nils Upahl gut, und Songs wie „Unwinnable War“ oder „Song for the Dead“ kommen noch mal eindringlicher rüber. Nils und André machen ihre Sache bei ihrem ersten Amphi-Auftritt als Tagesopener richtig gut und werden mit verdientem Applaus belohnt. 