Beiträge

Mrs. Hyde

Zunächst einmal müssen wir einpacken, da heute schon unser Abreisetag ist. Aber vorher geht es zum Vortag von Dr. Mark Benecke, der Hitlers Schädel in den Fingern hatte und wieder skurile Anekdoten zu berichten weiß. Mit der berüchtigten Einlassschlange haben wir Glück, die dann wohl mal wieder quer durch die Verkaufshalle und um den Block geht. Dann machen wir uns auf zu unserem Lieblingsvietnamesen Gy My Li beim Felsenkeller, bei dem wir immer mindestens einmal essen müssen. Frisch gestärkt geht es ins Täubchenthal, wo The Crimson Ghosts die Bühne rocken, denen wir aber lieber von draußen aus zuhören. Highlight des Tages sind die Legende Batmobile, die selbsternannten Kings of Psychobilly, die wir schon seit einer ganzen Weile nicht mehr gesehen haben.

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Phoebe

Heute habe ich viel Zeit. Endlos habe ich im Garten das WGT-Programm studiert. So viel habe ich noch vor, habe ich noch nicht gesehen. Ganz früh wären noch einmal Midgards Boten aufgetreten. Doch die WGT App warnt, dass das Karten-Kontingent schon aus ist. Schön gemacht, die App, by the way! Soll ich Street Art jagen um Connewitz herum? Soll ich mich anstellen fürs Gewandhaus? Soll ich zu Lisa Eckhart in die AGRA? Zu Christian von Aster ins Deutsche Buch- und Schriftmuseum? Grillen in der Sonne vor der Musikalischen Komödie für „Me and my Girl“? An der Peterskirche für Vaughn George, der Depeche Mode interpretiert? Mon Dieux, soviel vor und so viel Sonne.

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ankalætha

Samstag startet für mich wie immer beim Frühstück im Pascucci am Markt. Dieses Jahr wird die typische MiMiMi-Gruppe durch eine nicht geringe Anzahl Lacrimosa-Fans verstärkt – auch das macht den Reiz dieses Treffens aus, man trifft Freunde und Bekannte, die man selten sieht, aber immer auch neue Leute.
Anschließend wollen wir mal wieder in die Kuppelhalle, steigen aber zunächst mal in die falsche S-Bahn. Einmal „umdrehen” in Gohlis später sind wir also wieder in der S-Bahn, diesmal in der richtigen, und dann bald auch am Völkerschlachtdenkmal. Von da aus ist es ja eigentlich gar nicht weit, und es ist auch noch gar nicht so wahnsinnig heiß, aber irgendwie finde ich das alles grade ein bisschen anstrengend.

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torshammare

~ Donnerstag ~ 

Ein Jahr vergeht wahnsinnig schnell – einerseits erschreckend, andererseits gut -, sodass es nach der üblichen Kofferpackschlacht am Donnerstag endlich wieder nach Leipzig geht. Der Zug ist fest in schwarzer Hand, die Fahrt verläuft problemlos, und schon bin ich wieder in unserer wunderschönen Ferienwohnung, wo mich Mitbewohnerin 1 bereits empfängt. Mitbewohner 2 trudelt auch bald ein, wir starten zur üblichen großen Einkaufsrunde und treffen uns am Abend genauso traditionell mit anderen Freunden von mir zum Essen. Wie immer eine schöne Einstimmung!

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Phoebe

Ein ausnehmend schöner Tag heute! Trotzdem muss ich mich mittags schon in Richtung Oper begeben. Ich muss anstehen für das Ballett „Der kleine Prinz“. Meine neue Sister-in-Art ist mit dabei. Sie war noch nie in der Oper, und es macht richtig Spaß ihre Freude über das schöne Innenleben zu sehen.

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torshammare

Den Sonntag lasse ich ganz langsam angehen, denn heute ist mein langer Skandinaviertag im Volkspalast, für den ich viele andere tolle Sachen sausen lasse (heute überschneidet sich wirklich alles in so ziemlich allen Locations, ich hätte nämlich u. a. auch gerne Strikkland gesehen, Dalriada, Primordial, Sierra, The Beauty of Gemina, Maschinenkrieger KR52, Orphx und The Cassandra Complex. Seufz). Aber The Foreign Resort, A Projection und Agent Side Grinder sind einfach ein Muss, vor allem, nachdem ich ASG vor ein paar Wochen erst in Stockholm gesehen habe und das so sensationell gut war (nachzulesen hier). Cellist Henrik Meierkord wird auch heute wieder dabei sein – noch ein Grund, auf den Auftritt später am Abend hinzufiebern.

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Mrs. Hyde

Wir fahren morgens noch einmal schnell in die Stadt, weil in der Blechdose Am Brühl heute mit Wiederschön ein neues Ladenkonzept mit Thema Nachhaltigkeit eröffnet. Es gibt eine Second-Hand-Abteilung, aber das eigentlich interessante sind die Upcycling-Möbel und Objekte zweier Möbeldesigner, die aus ungeliebten Altmöbeln und Sperrmüll entstehen. Mit einem unterhalten wir uns, und er erklärt uns seine Vision und den Entstehungsprozess zu einzelnen Objekten. Ich hoffe, dass sich das dauerhaft durchsetzen kann.

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Yggdrasil

Die Freude auf das diesjährige Wave Gotik Treffen manifestierte sich ein wenig anders als die Jahre davor. Wie üblich wurden nach und nach die Künstler auf der Homepage veröffentlicht, und so begann ich ein wenig mitzuschreiben. Anfangs relativ mau aufgrund der Künstlerauswahl (jeder hat etwas auszusetzen) dachte ich, das wird ein recht ruhiges WGT für mich, als jedoch nach und nach immer interessantere Acts auftauchten, wurde meine Liste länger und länger. Im Folgenden erzähle ich euch, was ich erlebt und vor allem gesehen habe, das überhaupt nicht in meiner Liste auch nur im Ansatz erwähnt worden wäre. Ach, bevor ich es vergesse, das Wetter spielte auch ein wenig eine Rolle bei meiner Gestaltung des WGT! Weiterlesen

Das polnische WGT

20220708_180104Eigentlich war es schon länger geplant, die Castle Party zu besuchen, das legendäre kleine „dark independent festival since 1994“, und damit fast so alt wie die große Schwester Wave Gotik Treffen in Leipzig. Doch erst passte es nicht in die sonstige Urlaubsplanung, und dann kam die Pandemie dazwischen. Doch nachdem das Festival bereits letztes Jahr als eines der wenigen überhaupt wieder stattgefunden hatte, sollte uns dieses Jahr nichts mehr aufhalten. Bolków, wir kommen! Weiterlesen

torshammare:

Lust-Syndicate1-1-von-1Den Freitag beginne ich mit einer kleinen Shoppingrunde in der Stadt und treffe mich später mit Freunden zum Mittagessen, bevor um halb vier in der Kuppelhalle das WGT auch musikalisch für mich beginnt. The Lust Syndicate lassen allerdings noch ein wenig auf sich warten beziehungsweise der Einlass verzögert sich, sodass wir draußen noch ein inbrünstiges „Jesus is the king!“ von einer vorbeiziehenden christlichen Gemeinde zugerufen bekommen, was unter dem Schwarzvolk milde Erheiterung auslöst. Schließlich geht’s dann aber doch in die unheiligen Hallen. Hinter The Lust Syndicate verbirgt sich u. a. Simone Salvatori von Spiritual Front, und das verbergen ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die drei Musiker treten mit schwarzen Kapuzen und schwarzen Halbmasken vor dem Gesicht auf. Die Musik ist sehr rhythmisch und trommellastig, teilweise hämmern alle drei auf die vor ihnen stehenden Trommeln ein und erzeugen damit schon mal Gänsehautstimmung. Simone ist ein wenig nervös, offensichtlich spielt die Technik auch immer wieder Streiche, aber das WGT-Publikum verzeiht ja eh alles. Im Hintergrund laufen Schwarz-Weiß-Filme von verschiedenen Aufständen auf der ganzen Welt, die Lyrics sind ebenso kämpferisch („Capitalism is cannibalism“), alles in allem macht diese Post-Industrial-Pop-Mischung mit gelegentlichen Neofolk-Ausreißern richtig Spaß.
Wegen der anfänglichen Verzögerung sehe ich von St. Michael Front nur ein bisschen was, bevor ich weiterziehe, das reicht mir dann aber auch. Im Vorfeld dachte ich, ironischer Kitsch könnte Spaß machen, dann ist es aber nur Kitsch. Nicht mein Ding, daher geht es rasch Richtung Stadtbad für den elektronischen Teil des Abends.
Void-Vision-1-von-1Void Vision (aka Shari Vari) aus New York bereitet mir dann die erste veritable Überraschung des WGTs (und wird auch rückblickend die größte Entdeckung für mich sein), denn sie dominiert mit Stimme und Sound das Stadtbad, dass selbst King Dude hinter mir nur noch andächtig murmelt „She’s soooo good“. Hier tun sich Soundwelten auf, spacige Klangteppiche, eine Reise durch Jahrzehnte elektronischer Musik, gekrönt von Sharis unglaublicher Stimme, alles aus einer riesigen Armada von Synths und Effektgeräten mit einer Beiläufigkeit hervorgezaubert, dass es einem den Atem verschlägt. Ganz großes Kino und eine absolute Empfehlung für alle, die was mit Hante., Zanias, Boy Harsher etc. anfangen können. Wobei – das ist auch nur eine Annäherung. Lieber selbst anhören und vor allem anschauen! Weiterlesen