Im schönen, alten und ehrwürdigen Heilig-Geist-Spital (erbaut vom bayerisch-schwäbischen Stadtbaumeister Elias Holl), mitten in der Augsburger Altstadt, residiert die Augsburger Puppenkiste. Gründer waren 1948 Walter und Rose Oehmichen. Seit damals gab es mehr als 20.000 Vorstellungen und über 1.200 Fernsehsendungen mit den Augsburger „Stars an Fäden“.Geht man durch das Drehkreuz im obersten Stockwerk zum Museum der Puppenkiste liest man als erstes an den Wänden einiges Informatives zu den Gründern der Puppenkiste, man sieht sehr alte Puppen sowie Puppenkisten-Schätze und kann sich einen Überblick verschaffen über alle Stücke, die aufgeführt wurden, sei es für Theater oder Fernsehen, für Kinder oder Erwachsene.
Danach folgt ein liebevoll gestalteter Aufbau, wie man sich eine Puppen- bzw. Puppenkopf-Werkstatt vorstellen muss.

Momentan gibt es zusätzlich eine kleine Sonderausstellung namens „Fädeln, Löten, Programmieren – Mechanische Wesen im Figurentheater“. Hier wird innerhalb der eigentlichen Ausstellung gezeigt, wie Roboter und roboterähnliche Wesen zum Leben erweckt werden bzw. wie die Puppen und Figuren funktionieren. „Schlupp vom Grünen Stern“, „Robbi“ und Tobbi, aber auch ein paar Figuren für großes Theater, wie Modelle aus einer „Turandot-„ oder „Metropolis-Inszenierung“, dienen als Beispiele.
Doch die wahren Stars sind natürlich die Puppen für die Kleinen und die, die einmal klein waren.
650 qm misst die Dauerausstellung, in der man Entwürfe, Bühnenbilder, Kostüme, Zeichnungen und teilweise die Originalpuppen von Stars wie „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, „Urmel aus dem Eis“ oder dem „Sams“ sehen kann. Liebevoll wurden Situationen aufgebaut:
Jim Knopf und die Wilde 13,

der Einkaufsladen von Frau Waas sowie
das Urmel mit Wutz auf der Insel.
Zwischendurch gibt es an den Wänden Informationen zu Manfred Jenning (geboren 1929 in Augsburg, gestorben 1979), der bei der Augsburger Puppenkiste beschäftigt war. Er war Hausautor, Spielleiter, Regisseur und Sprecher der Augsburger Puppenkiste und in den 50er- bzw. 60er-Jahren verantwortlich für die Verfilmungen von Klassikern wie „Die Muminfamilie“, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ oder die „Löwe“-Trilogie, die damals noch in Schwarzweiß im Fernsehen liefen.
Wer zwischendrin wieder etwas Action haben möchte, kann sich in zwei klitzekleinen Kinos Hits aus 60 Jahren Augsburger Puppenkiste ansehen. Das Ganze ist so informativ und liebevoll gemacht, dass man sich gar nicht trennen möchte von den kleinen Kerlchen an den Fäden.
Ein gelungener Abschluß des Besuchs im Museum der Augsburger Puppenkiste wäre, wenn man sich im Bistro noch etwas stärken und danach im Theater eine Vorstellung genießen könnte, jedoch sind die Aufführungen meist ausgebucht. Deshalb gilt: Unbedingt rechtzeitig reservieren, dann geht der Vorhang für euch auf.
Du hast Frau Malzahn vergessen !!
Rumpf und Schwänzchen sieht man doch noch auf dem Aufbau für „Die wilde 13“ :)