Film: A quiet place

Ein lautloser Alptraum

a quiet place

Gleich der Anfang erinnert sehr an The walking Dead: Eine Familie streunt durch Läden und schaut, was man noch gebrauchen kann, dabei gehen sie leise, ganz leise vor. Warum? Selbst das Tablettenfläschchen wird langsam umgedreht, damit die sich drehenden Pillen kein Geräusch ergeben. Die Erde ist ein stiller Ort geworden. Ein Großteil der Menschheit wurde durch mysteriöse Wesen vernichtet, die bei dem kleinsten Laut angreifen. Mittendrin ist eine Familie, die versucht zu überleben. Das mutet jetzt wie I am Legend an, wo ein einsamer Will Smith sich alleine durchschlagen musste, auch bedacht, keine Wesen anzulocken – die dort aber wenigstens nur nachts unterwegs waren.

Die Familie Abbott hat sich so gut wie möglich geräuschlos eingerichtet. Beim Essen wird auf klapperndes Geschirr verzichtet, die Kinder spielen mit Stoffresten, knarzende Holzdielen sind farbig markiert und werden gemieden. Da eine Tochter gehörlos ist, lernten alle sich in Gebärdensprache zu unterhalten. Normal unterhalten kann man sich einzig und allein da, wo die Natur laut ist, beispielsweise an einem Wasserfall. Trotzdem hat die Familie – einmal unvorsichtig – ein Kind an die Kreaturen verloren. Evelyn, die Mutter, ist nun wieder schwanger. Der Gedanke lässt jede Frau hyperventilieren. Wie soll eine Geburt lautlos vonstatten gehen? Was macht man mit einem Säugling? Wie bringt man ihn dazu, keinen Laut von sich zu geben? Der Vater versucht einen schalldichten Raum zu bauen, und mit einem Sauerstoffgerät soll das Kind atmen können, in der Holzkiste, um die Schreie zu dämpfen.

Mindestens zwei Drittel des Films sind fast lautlos, und man staunt, ob der Ideen und Perspektiven, die sich den Protagonisten bieten. Dann wird es etwas wüst und durcheinander, aber es sind packende, spannende 90 Minuten. Dieser Thriller ist durch diesen Focus auf die bedingungslose Lautlosigkeit sehr anders als alles andere in diesem Genre. Hier geht es nicht um Monster, die einen aus dem Hinterhalt anfallen, hier ist der Nagel, in den man aus Versehen tritt, der wahre Schrecken: im spontanen, großen Schmerz nicht laut aufschreien zu dürfen.
Dass der Film keine Fragen beantwortet, wer die merkwürdigen Wesen sind, wie es dazu kam, dass sie die Erde bevölkern, wie es in der restlichen Welt außerhalb des Ortes der Familie aussieht, wie es nach dem offenen Showdown weitergeht – das würde Gelegenheit für einen zweiten Teil anbieten.

Regisseur und Hauptdarsteller John Krasinski ist auch im wirklichen Leben mit Emily Blunt verheiratet. Auch sie haben zwei Kinder.

:popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcorn: :popcornsw:

Film: A quiet place
Genre: Endzeitthriller
Regie: John Krasinski
Produktionsland: USA
Start in Deutschland: 12.04.2018, 90 Minuten
Cast: John Krasinski, Emily Blunt, Millicent Simmonds

(434)