Die Puppenspieler

Wieder eine Ausstellung über Männer in der Mode-Welt in der Kunsthalle, nach Thierry Mugler, Jean Paul Gaultier und Peter Lindbergh? Mir persönlich sagte „Viktor&Rolf“ bislang noch nichts. Doch schon beim Reingehen sehe ich, das gefällt mir, das ist nicht nur schön, das ist außergewöhnlich. Weiterlesen

Der goldene Faden

Wer beim Spazieren durch Erdings Straßen in der Altstadt ein bisschen aufmerksam ist, auch mal auf den Boden schaut, statt auf Häusergiebel oder in Schaufenster, dem sind sicher die bronzenen Platten aufgefallen, die in mehr oder minder regelmäßigen Abständen im Gehweg eingelassen sind. Was sind das für Platten? Es sind 41 Bronzeplatten, auf denen man in stilisierter Form die historische Altstadt erkennt. Sie stammen von dem Erdinger Künstler Harry S. Die Häuser sind kreisförmig angeordnet, der Stadtturm ragt heraus und ist damit der Wegweiser für einen Rundgang der besonderen Art: für den kulturhistorischen Spaziergang „Der goldene Faden“. Weiterlesen

Banksy will Frühling!

C) Jonathan Brady/AP

Der ominöse Banksy, der jede*r sein kann, aber immer noch unbekannt ist – vielleicht ist es Robert Del Naja, Musiker bei Massive Attack, oder es ist eine Frau, oder oder oder … – er hat wieder losgelegt.
Im Londoner Norden im Stadtteil Finsbury Park ist ein neues Wandgemälde aufgetaucht. Witzigerweise genau einen Tag nach St. Patrick‘s Day und ganz in Grün gehalten. Weiterlesen

A little bit of Hildegard, Edith,
Alexandra und Elisabeth

C) tz

Ich habe ein kleines, feines Lieblingstheater, das tatsächlich manche immer noch nicht kennen. Es liegt im hinteren Bereich des Stemmerhofs in Sendling am Sendlinger Berg. Gegründet wurde es 2021, es ist ein gemeinnütziges Theater mit knapp 100 Sitzplätzen, ohne großes Tamtam und ohne Werbung. Jedes Stück, das ich bislang gesehen habe, hat mich fasziniert. Weiterlesen

Ein Riesen-Sushi!

Vor etlichen Jahren habe ich euch vom Münchner Poesie-Briefkasten berichtet (Poesiebriefkasten). Mittlerweile ist er ganz schön etabliert! Aber es gibt auch etwas Neues: Am Freitag, 22.3.2024, um 15 Uhr wird die mobile Poesie-Litfaßsäule eingeweiht. Die Poesieboten laden alle Poesiebegeisterte nach Giesing ein. Was gibt’s?
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Der Grantler in Lederhose

Im Jahr des 130. Geburtstages Oskar Maria Grafs widmet die Stadt Starnberg dem bekanntesten Dichter der Region eine Ausstellung. Diese befindet sich im Untergeschoss des Museums Starnberger See und ist in mehrere Kapitel gegliedert. Oskar Maria Graf stammt aus einer Bäckersfamilie aus Berg, sie wohnten direkt am Starnberger See. Er war das neunte von elf Kindern. Es war kein reines Paradies, in dem Graf lebte.

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Abrissparty mit Lars Eidinger

Foto: Jens Kalaene/dpa

Die von Franz von Stuck zwischen 1897 und 1915 erbaute Villa am Friedensengel ist nicht mehr taufrisch. Sie wurde vor mehr als 20 Jahren schon generalsaniert, aber nun muss nochmal etliches gemacht werden, vor allem zum Schutz der Kunstwerke. Die Museumstechnik wird überarbeitet, Fassadenarbeiten müssen gemacht werden, und in diesem Zuge wird auch Barrierefreiheit geschaffen. Im April geht’s los, im Sommer 2025 soll wiedereröffnet werden. Wer gerne in die Villa Stuck gegangen ist, sei es wegen der wunderschönen Räume, der geschichtsträchtigen Kunstwerke, des hübschen Museums-Cafes und -Gartens oder der interessanten Ausstellungen, wird traurig sein. Damit es nicht gar zu wehmütig wird, soll zuerst noch einmal richtig gefeiert werden.

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Ungezügelte Bilder, trotzdem mit Respekt

Kreative aus Kunst, Musik und Showbusiness hat Abe Frajndlich fotografiert, und gleich das erste riesige Bild beim Eintreten ins Kunstfoyer sind die Rolling Stones: Mick Jagger als Macher und Speaker, Charlie Watts im Anzug, Ron Wood ist alles egal, und Keith Richards ist eigentlich ganz woanders, alle Charaktere voll getroffen.

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Fühlen Sie sich wohl! Werden Sie zur Katze!

Drei Jahre hat das Haus der Kunst recherchiert und konzipiert, bis es uns eine ganz besondere Ausstellung bieten konnte. Gezeigt wird das Werk dreier Generationen von Künstlerinnen aus Asien, Europa und Nord- und Südamerika. Diese Künstlerinnen haben sich mit der Rolle von Frauen auseinandergesetzt und genau die entscheidenden Themen aufgegriffen bei der Entwicklung immersiver Kunst. Zwölf Schlüsselwerke werden vorgestellt, alle haben einen nachhaltigen Einfluss auf die bildende Kunst ausgeübt. Hierbei handelt es sich um maßstabsgetreue Rekonstruktionen und die dazugehörige Dokumentation folgender Küntlerinnen: Judy Chicago (geb. 1939), Lygia Clark (1920–1988), Laura Grisi (1939–2017), Aleksandra Kasuba (1923–2019), Lea Lublin (1929–1999), Marta Minujín (geb. 1943), Tania Mouraud (geb. 1942), Maria Nordman (geb. 1943), Nanda Vigo (1936–2020), Faith Wilding (geb. 1943) und Tsuruko Yamazaki (1925–2019). Die Kunst dieser Damen kann man „Environments“ nennen. Weiterlesen

Was blieb, war die Scham

Am 3. Juli 1883 geboren und am 3. Juni 1924 unter großen Schmerzen an Tuberkulose gestorben, wurde Franz Kafka nur 40 Jahre alt. Es jährt sich 2024 also Kafkas Todestag zum 100. Mal. Das Museum Villa Stuck läutet das Kafka-Jahr ein. Sehr drastisch wird den Besucher*innen hier der Mann und sein Werk dargebracht. Denn egal, ob man viel oder wenig von ihm weiß und kennt, geblieben sind doch gewisse Erinnerungsfetzen. Skurrile und beklemmende Ideen hat er zu Blatt gebracht, ein Mann, der eines Morgens plötzlich ein Käfer war, oder immer wieder diese Gewalt- und Folterfantasien oder das Gefühl von Unvermögen, etwas nicht zu schaffen, etwas wofür man sich intensiv schämen muss. Situationen mit Angst verbunden, Verzweiflung, unheimlichen und klaustrophobischen Verhältnissen, bürokratischer Enge, (Macht)-Missbrauch und Ausweglosigkeit sind seither „kafkaesk“. Weiterlesen