Ausstellung: F. W. Murnau – Eine Hommage, Lenbachhaus München

Der Meister des Grauens

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Im Lenbachhaus am Königsplatz, einem unserer schönsten Münchner Museen, gibt es derzeit eine sehenswerte Ausstellung. Es ist eine Hommage an Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931), den die meisten kennen als Regisseur eines der bekanntesten Stummfilme aus Deutschland: Nosferatu. Mit düsteren Bleistiftzeichnungen und Skizzen für diesen Film beginnt dann auch die Ausstellung. Murnau drehte zwischen 1919 und 1930 21 Filme in Deutschland, Amerika und Tahiti. Seine bekanntesten Werke sind Nosferatu, Faust, Der letzte Mann, Sunrise und Tabu. Leider sind neun Filme nicht mehr erhalten, hiervon gibt es nur noch einzelne Fragmente oder Bilder.

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„Der ewige Stenz“: Helmut Dietl und sein München. Ausstellung im Literaturhaus München

Spatzl, schau wia i schau!

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Es wird wohl kaum einen Münchner geben, der Helmut Dietl, 2015 an Lungenkrebs gestorben, nicht kennt. 70 Jahre ist er alt geworden, und er hat uns so großartige Kultfilme und -serien hinterlassen wie Münchner Gschichten, Monaco Franze, Kir Royal, Rossini, Sprüche wie „A bissel was geht immer“, „Des musst scho meng, sonst mogst as ned“, „Logisch!“ – man kennt sie oder hat zumindest schon davon gehört. Das Literaturhaus hat Dietl eine Ausstellung gewidmet. Weiterlesen

Brandneues Museum in München: MUCA: Museum of Urban and Contemporary Art

Herakut in Frischhaltefolie

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Mein Street Art- und Graffitiherz schlägt schneller: München hat ein neues Museum! Eröffnung war am Donnerstag, 08.12.2016. Es liegt zentral zwischen Marienplatz und Sendlinger Tor, man muss sie aber trotzdem finden, die Hotterstraße 12. Früher, als die Hundskugel noch Kult war und Rudolph Moshammer noch unter uns, las man in der Presse öfter etwas aus dieser Ecke. Nun neigt man dazu die Sendlinger Straße zielstrebig nur rauf- und runterzulaufen, auf der Jagd nach Konsum. Es geht aber in eine kleine Seitengasse ein paar Meter rein, und dann sieht man das Gebäude schon: Es ist neben einem Hochbunker, früher befand sich ein Umspannwerk darin. Das Ehepaar Stephanie und Christian Utz, das vorher auch schon in Kunst machte (Projekte wie das unter der Candidbrücke, Street-Art-Acts auf dem Tollwood, eine Galerie in der Maximilianstraße, Beteiligung an der STROKE Art Fair) hat private Investoren gefunden, das Gebäude für sieben Jahre zur Miete zugesagt bekommen und außerdem einen bekannten Fürsprecher: Münchens zweiten Bügermeister Josef Schmidt. Das Ehepaar konnte jetzt darin ein Museum eröffnen, in dem Kunst, die auf der Straße entstand, wechselnd ausgestellt wird. Weiterlesen

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Unterwegs in München: Schellingstraße 134

Können Baugerüste Kunst sein?

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Baugerüste sind ja generell erst einmal für einen Beteiligten ätzend. Wenn man in dem zu verschönernden Haus wohnt, lernt man alsbald die Handwerker persönlich kennen, weil sie einen morgens um 7 vom eigenen Balkon aus grüßen, die Wohnung selbst ist dunkel unter der Plane, und das Leben macht in dem Haus nicht mehr so viel Spaß. Handelt es sich um eine historische Fassade, ist auf den Stoffbannern, wenn man Glück hat, von außen das Bauwerk zu sehen, und Investoren in Fußgängerzonen lassen sich meist einiges an Werbung kosten – in München am Marienplatz war das im Frühjahr ein riesiges Bikinimädchen – frei nach dem Film „Der Angriff der 20-Meter-Frau“.

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Ausstellung „Shoot! Shoot! Shoot!“ im Stadtmuseum, München

Abschießen und abgeschossen werden

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200 Fotografien der sechziger und siebziger Jahre aus der Nicola Erni Collection gibt es derzeit im Münchner Stadtmuseum unter dem Ausstellungstitel „Shoot! Shoot! Shoot!“ zu sehen.
Die Ausstellung ist in unterschiedliche Räume unterteilt, jeder Raum hat eine eigene Farbe. Thematisch geht es um die Swinging Sixties und die glamourösen Siebziger. Die Themen sind in acht Kapitel eingeordnet, angefangen bei der „Factory“ Andy Warhols, Party, Politik, Filmstars, Musik, Perfomance, Kunst, Mode und „Women are beautiful“. Die Fotografierten wie auch die Fotografen lesen sich wie ein Who’s who der damaligen Zeit. Andy Warhol, Dennis Hopper, Richard Avedon, Annie Leibovitz, Robert Mapplethorpe und Helmut Newton haben wilde Partys porträtiert, in denen Rockmusiker und Groupies endlos in Hotelzimmern weiterfeierten. Es gab die Selbstinszenierungen Andy Warhols und seiner Clique; Politiker haben in schwarzweiß noch sehr viel glamouröser gewirkt als heutzutage bei ihren Schlagabtauschen in bunt. Models waren einfach ätherisch und wirkten sündhaft, und Magermodels wie Twiggy in den Sechzigern waren etwas ganz Besonderes. Man schaut fasziniert hin, wie ein Marlon Brando von einem Filmdreh mit dem Taxi zum Hotel zurückkehrt, und Bilder von schrägen feministischen Kunst-Performances fesseln einen.

Steve McCurry – On Reading – Amerikahaus München, 17.10.-30.11.2016

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Bildhaftes Lesen

Der amerikanische Fotojournalist Steve McCurry wurde in der Vergangenheit mit Auszeichnungen überhäuft und ist Mitglied der Fotografenagentur Magnum. Mit seiner Bildern aus den Krisenregionen der Welt und einem besonderen Porträt von einem afghanischen Flüchtlingsmädchen hat er berührende Momente mit seiner Kamera eingefangen. Seit 15. Oktober werden im Amerikahaus in München Fotografien einer anderen Gattung gezeigt: Menschen aus vielen Kontinenten der Erde, die versunken lesen, in unterschiedlichen Haltungen und an den unterschiedlichsten Orten. Weiterlesen

Horror – Deutsches Theater, München

Choreografie des Grauens

Horror

Es war einmal … Ein Haus, zwei Eltern, Schwestern. Doch das Haus ist ein Alptraumhaus. Eins der beiden Mädchen wird von seinen sadistischen Eltern systematisch zu Tode gequält, das andere kann entkommen. Doch es kehrt als junge Frau mit seinen Freunden in das Haus seiner Kindheit zurück. Und sehr schnell wird klar, dass das Wochenende nicht so werden wird, wie es geplant war. Die Geister der Vergangenheit kehren zurück. Da gibt es nur eins: sich der Vergangenheit stellen, mit allen Konsequenzen.

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Besuch des Museums der Phantasie (Buchheim Museum), Bernried

Curiosities and Graffities

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Vor ziemlich exakt 15 Jahren ist das Buchheim Museum in Bernried am Starnberger See eröffnet worden. Es ist benannt nach Lothar-Günther Buchheim. Er war Maler, Fotograf, Verleger, Autor, Filmemacher und Sammler namhafter Expressionisten, aber auch von Kuriositäten, die er von Reisen mitbrachte. Dies alles ist im Museum ausgestellt. Den meisten wird er vielleicht als Autor des 1973 erschienenen Romans Das Boot bekannt sein, der Vorlage für den Filmklassiker aus dem Jahr 1981​. Der Bau ist einem Schiff nachempfunden, ein Steg führt zum See hinunter. Weiterlesen

Sonstiges: Street Art in München: Zoo 83

Die (un)endliche Geschichte

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München hat derzeit zwei Zoos: Hellabrunn und den Zoo 83. 83, damit begann früher die Postleitzahl von Neuperlach, und da ist der neue Zoo auch angesiedelt, im Quiddezentrum, einem ehemaligen Einkaufszentrum. Nun ist es ein temporärer Hotspot für Street Art und andere Kunst. Eine Gruppe von Künstlern hat es in den letzten Monaten zu einem Bilderbuchzoo umgestaltet. Der Beginn ist wie bei jedem Märchen der Satz „Es war einmal …“, und er steht in einem schön gestalteten aufgeschlagenen Buch an der Wand.

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STROKE Art Fair, München, Praterinsel, 4. bis 8.5.2016

STROKE – Alles auf einmal!

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Zum siebten Mal gab es nun die STROKE in München. STROKE, das steht für bezahlbare, urbane Kunst, ins Gespräch kommen mit Galeristen und Künstlern, fernab von Berührungsängsten, die man vielleicht in exklusiven Galerien empfindet.

Letztes Jahr habe ich diese sympathische Kunstmesse (STROKE 2015) zum ersten Mal aufgesucht. Es hat Spaß gemacht, trotz des bescheidenen Wetters, doch schaut euch die Impressionen dieses Jahres an:

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