Was blieb, war die Scham

Am 3. Juli 1883 geboren und am 3. Juni 1924 unter großen Schmerzen an Tuberkulose gestorben, wurde Franz Kafka nur 40 Jahre alt. Es jährt sich 2024 also Kafkas Todestag zum 100. Mal. Das Museum Villa Stuck läutet das Kafka-Jahr ein. Sehr drastisch wird den Besucher*innen hier der Mann und sein Werk dargebracht. Denn egal, ob man viel oder wenig von ihm weiß und kennt, geblieben sind doch gewisse Erinnerungsfetzen. Skurrile und beklemmende Ideen hat er zu Blatt gebracht, ein Mann, der eines Morgens plötzlich ein Käfer war, oder immer wieder diese Gewalt- und Folterfantasien oder das Gefühl von Unvermögen, etwas nicht zu schaffen, etwas wofür man sich intensiv schämen muss. Situationen mit Angst verbunden, Verzweiflung, unheimlichen und klaustrophobischen Verhältnissen, bürokratischer Enge, (Macht)-Missbrauch und Ausweglosigkeit sind seither „kafkaesk“. Weiterlesen

Das Tagebuch einer Stadt – it’s so Munich!

Jetzt ist es offiziell, unser Kunstminister Markus Blume hat es öffentlich gemacht: „Street Art ist eine eindrucksvolle Kunstform, die als lebendiges Tagebuch das Stadtbild prägt und Plätze in ganz München in eine offene Kunstgalerie verwandelt. Hier zeigt sich der Spirit unserer vielfältigen Freien Kunstszene, die die kulturelle Seele Münchens und ganz Bayerns mit Leben erfüllt.“ Das können Tobias Sehr von der Munich Art Gallery und Martin Arz (Künstler, Autor und Verleger, ach, Street-Art-Tausendsassa) natürlich nur bejahen, und deswegen haben sie eine öffentliche Ausstellung der Geschichte der Street Art in München in der Münchner Innenstadt hinter dem Rathaus organisiert.

40 laufende Meter Münchner Kunst auf acht großen Transparenten, aufgespannt in der und für die Öffentlichkeit, frei zugänglich für alle.

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Die fabelhafte Welt der Isarnixe und das Tandem

 

Die Unterführung der Ludwigsbrücke am Müllerschen Volksbad ist eine irrsinnig viel begangene und vor allem von Radfahrenden benutzte Unterführung in München. Nun wurde dieser Tunnel am Müllerschen Volksbad für Radfahrende und Fußgänger*innen im Herbst von drei Graffiti-Künstler*innen neugestaltet. Die Künstler und Künstlerin waren Flin, ein gebürtiger Münchner und mittlerweile Wahlberliner, Graffiti-Legende Loomit und Grafikerin und Tattoo-Künstlerin Miriam Frank. Weiterlesen

Du bist, was du isst!

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Rein durch Zufall bin ich auf diesen Podcast gestoßen. Toast Hawaii? Das war doch in meiner Kindheit eine „Delikatesse“! Worum geht es hier? Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Bettina Rust holt sich seit Ende 2020 jede Woche einen anderen mehr oder minder prominenten Gast und plaudert rund eine Stunde um alles und um nichts. Natürlich geht es ums Essen, es geht aber nach dem Vorstellen und Kennenlernen um die eingeladenen Menschen und wie sie leben, was sie essenstechnisch geprägt hat, wie sie kochen oder feiern. Weiterlesen

Slow down, don’t rush!


Die Weihnachtshysterie hat ein Ende. Jedes Geschenk ist gekauft, verpackt und verschenkt und mittlerweile vielleicht sogar umgetauscht. Die Tage werden wieder länger, und man kann wieder bei Helligkeit spazieren gehen und etwas sehen.

Neues gibt es an der Muffathalle an der Außenwand des Biergartens: Weiterlesen

Die Kunst gehört keinem Land,
sie stammt vom Himmel

Das hat der große Michelangelo einmal gesagt. Seine Meisterwerke sind neben Leonardo da Vinci, Raffael und Sebastiano derzeit in München ausgestellt. Natürlich nicht im Original, das wäre zu schön. Nein, Gabriel Ioana von „Giovali Productions“ hat auf insgesamt 2800 Quadratmeter über 120 großformatige auf Leinwand aufgezogene Werke obiger Künstler im ersten und zweiten Stock von Münchens neuester Zwischennutzung, dem „Lovecraft“ ausgestellt. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, mir das schon vor der offiziellen Eröffnung mit einigen anderen Gästen anzusehen. Weiterlesen

Much prettier in pink!

Am Ostbahnhof konnte man einst, um direkt zum Werksviertel zu gelangen, unten durch die Ladengasse und dann die Treppe raufgehen, sich an Reisenden und anderen Passanten durchmanövrieren oder eine Unterführung direkt von der Orleanstraße zur Friedenstraße durchqueren. Und ja, es WAR eine Unterführung, aber ganz schön hässlich und gruselig, von Müll über Schmierereien und Uringeruch war alles da. Der Student Francesco Sormani passierte diese Unterführung zwischen der Orleanstraße und Friedenstraße oft. Gefallen hat ihm das nicht. „We are all one“ und ein rotes Herz sprühte er an die Wände voller Gekritzel und Schmierereien und wurde von der Polizei glatt ertappt. Weiterlesen

Nicht nur Money makes the world go round

Da gibt es seit vielen Jahren eine Fußgängerunterführung am Oskar-von-Miller-Ring. Ganz ehrlich: Ich habe sie – wie viele andere Leute auch – noch nie zur Kenntnis genommen. Sie führt von der Landesbank hinüber zur Markuskirche. Da muss man schon in der Nähe als Fußgänger zu tun haben, dass man die nutzt. Im Lauf der Jahre ist sie wohl auch ein wenig verkommen. Dann hatte Tobias Sehr von der Munich Art Gallery die Idee, den Tunnel doch anderweitig zu nutzen.

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Neue Messages an den Wänden

h3Zum vierten Mal waren die Frauen der internationalen Graffiti- und Street-Art-Szene nach München geladen. Das Hands off the Wall Festival fand wieder im Werksviertel statt. Die Schirmherrschaft hatte Münchens 2. Oberbürgermeisterin Katrin Habenschaden übernommen, die sich geehrt fühlte, gefragt worden zu sein. Die Festivalmacherin war wieder die Österreicherin Caroline Taschler aka Chinagirl Tile. 40 – 45 % Anteil von Frauen gibt es mittlerweile in der Street-Art-Szene, dennoch sind vergleichsweise weniger Frauen bekannt. Chinagirl Tile bemerkt seit 10 Jahren einen Zugang an Frauen. Der „Banksy-Effekt“ ist das vielleicht, denkt sie. Die Szene ist auch offen für andere Sachen außer Old-School-Graffiti: neue Medien wie Stricken oder Häkeln an oder auf Objekten, Keramikreliefs, subtile Bilder mit wehenden Bändchen oder Pailletten. Weiterlesen

Frauenheld und Katzennarr

Heutzutage gibt es ja diese tollen immersiven Events, mit denen man quasi so richtig in den/die Künstler*in und sein/ihr Leben eintauchen kann. Das letzte, wirklich schöne Erlebnis diesbezüglich war „Klimts Kuss“ ((KLICK))

Danach hatte ich aber große Lust, mir die Originale anzusehen. Wie schön, dass ein Wien-Besuch im Sommer-Urlaub anstand!

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