Konzert: 16.06.2017 Dread Sovereign, Ad Cinerem, Moribund Mantras – Backstage Club, München

You gonna hear some fuckin‘ doom!

Primordial kennt sicherlich jeder, der sich für Metal interessiert. Deren Sänger Alan Averill, den die meisten wohl besser unter dem Namen Nemtheanga kennen, kommt heute mit seinem weit weniger bekannten Nebenprojekt Dread Sovereign nach München in den kleinen Backstage Club. Dubh Sol sitzt wie auch bei Primordial am Schlagzeug, und Bones von den Wizards of Firetop Mountain zaubert an der Gitarre. Alan selbst bedient den Bass. Die genreübergreifende und teilweise recht experimentelle Herangehensweise an ihre Version von Doom Metal hat mir sehr gut gefallen (Link zur Rezension des zweiten Albums For Doom the bells tolls), und ich bin gespannt, ob sich die Wirkung der Songs heute auch live entfalten kann. Weiterlesen

Unser WGT 2017 – 05.06.2017

Bildquelle: www.stefano-pico.de

Mrs.Hyde: Am Montag zieht es uns zuerst zum Hauptbahnhof, wo eine kleine Steampunk-Ausstellung aufgebaut ist. Das Highlight aber ist eine Hommage-Ausstellung in der Buchhandlung Ludwig mit Bildern von Künstlern, die sich von H. R. Giger haben inspirieren lassen. Vor allem die Darstellung eines Obst- und Gemüsekorbs hat mich fasziniert. Nach mexikanischem Vorbild wurde auch ein Totenaltar für Giger errichtet.
Danach geht es für uns ins Täubchenthal, wo die kanadischen Horrorpunker Nim Vind einen soliden Gig spielen.
Anschließend fahren wir zum Landratsamt, wo es traditionell schon wieder zu schwül-warm ist. Doch davon lassen sich die beiden Musiker von Drab Majesty nicht stören, die den Auftritt mit Kapuzenumhang bzw. Ledermantel samt Kapuze und Sonnenbrillen bestreiten. Der Sound irgendwo zwischen Gothic und Psychedelic vermag das Publikum zu fesseln. Außerdem wird King Dude alias T.J. Cowgill überraschenderweise von der befreundeten Band auf die Bühne geholt, um einem Song seine Stimme zu verleihen. Ein toller Moment, der vom Publikum auch gebührend honoriert wird. Er wirkt zwar etwas zurückhaltend und schüchtern, aber es war ja eigentlich nicht seine Bühne.
Bei den folgenden deutlich von The Cure beeinflussten Klez.e ist es nur noch halb voll, wahrscheinlich treffen die deutschen Texte nicht jedermanns Geschmack. Dafür erinnert der Sänger von Aussehen und Gestik her tatsächlich an Robert Smith.
B-Movie haben wir schon einmal beim WGT gesehen, deswegen wird nun ein Zwischenstopp im Dönerladen beim Felsenkeller eingelegt. Wir sind hier nicht allein und finden uns zwischen Spikes wieder, weil im Felsenkeller ein Pagan (Black) Metal Abend läuft. Wieder im Täubchenthal laufen die letzten zwanzig Minuten von Creepshow, wir kommen also pünktlich zum Höhepunkt der Show. Die Hütte kocht, wie man so schön sagt. Vorne hat sich ein Pogokessel gebildet, und bis in die letzten Reihen reißen die Leute die Arme hoch und feiern die Band. Creepshow sind mittlerweile perfekt eingespielt und reißen alle mit ihrer Energie mit. Leider ist eine Grippe im Anflug, daher verzichten wir wegen der bevorstehenden Heimfahrt auf eine letzte Aftershow-Party.

Es war wieder einmal schön auf dem WGT. Tausende Gothen weltweit können nicht irren. Weiterlesen

Unser WGT 2017 – 04.06.2017

Yggdrasil: Der Sonntag steht für mich ganz klar im Zeichen der Neoklassik und des Schauspielhauses. Diese Location hat das für mich beste Programm zusammen mit der Kuppelhalle Volkspalast. Nach kurzen Vorbereitungen fahre ich Richtung Innenstadt, um noch einmal ein Bad in der Menge zu nehmen. Zum Zeitpunkt des WGTs findet auch das Gründungsfest der Stadt Leipzig statt, und so ist das Publikum sehr gemischt, was mir sehr gut gefällt. Das Wetter bessert sich allmählich, sodass man schön durch die Innenstadt laufen kann. Ich statte dem EMP-Laden einen Besuch ab und bin recht enttäuscht, dass sie so wenig CDs im Sortiment haben. Durch den Magnetismus der Moritzbastei zieht es mich auf ein kühles Kirschbier dorthin. Wie immer herrscht reges Treiben, und die Musik ist einfach stimmungsvoll.
Hexperos 1Danach mache mache ich mich auf den Weg ins Schauspielhaus, wo kurz nach 17 Uhr Hexperos aus Italien auftreten, eine Formation, die dem Stil der Neoklassik, Romantic Heavenly Voices zugeordnet werden kann. Sie spielen ein buntes Potpourri aus ihren drei bisher veröffentlichten Alben, ich schmelze förmlich dahin. Unbemerkt vor mir sitzt die 15-köpfige Gruppe, die aus Rom zum WGT angereist ist. Wir begrüßen uns und fachsimpeln etwas. Die Sängerin von Hexperos, Alessandra Santovito, kenne ich bereits über Facebook, und so freut mich ihr Auftritt besonders. Im Anschluss an das Konzert gehen sie ins Foyer, wo ihr Merchandise-Stand aufgebaut ist. Umringt von Fans verkaufen sie ihre CDs, auch ich komme nicht umhin, mir ihre Alben zu kaufen. Nach der Begrüßung durch Alessandra sage ich ihr, dass das Konzert mit zum Besten gehört, das ich gesehen habe.
Im Anschluss treffe ich mich mit meiner besseren Hälfte auf ein Kirschbier in der Moritzbastei. Während wir uns unterhalten, kommt der Satz „Peter Heppner im Kohlrabizirkus“, ca. zehn bis fünfzehn Minuten später sind wir auch schon unterwegs zum Kohlrabizirkus. Die Schlange ist recht imposant, sodass ich zweifle, ob wir überhaupt hineinkommen. Es läuft aber alles flotter, als erwartet, und zum Song „Once in a Lifetime“ sind wir drin. Das Zirkuszelt ist voll, und Fanclubs schmettern seine Hits. Eine Wahnsinns Best-of-Show mit einer Energie und Inbrunst vorgetragen, dass es eine wahre Freude ist. Die Menge will ihn nicht von der Bühne lassen, und so gibt es vier Zugaben. Eine superschöne spontane Idee hat sich ausgezahlt! Weiterlesen

Unser WGT 2017 – 03.06.2017

Tius: WGT-Ansager Oliver Klein lässt es sich nicht nehmen, Soviet Soviet aus Pesaro (Italien) zu ihrem WGT-Debüt selbst anzukündigen. Das fantastische neue Album Endless wird so gut wie ganz gespielt. Ich bin überrascht, welchen brachialen Sound dieses Trio ohne Rhythmusgitarre zusammenkriegt: Der Bass wird einfach Peter-Hooke-mäßig gespielt und in den Vordergrund gemischt. Irgendwie passt Postpunk nicht ganz zu dem Batcave/Horrorpunk-Abend im Täubchenthal, wird aber sehr gut aufgenommen.
Doommetal im Schauspielhaus mit Hamferð? Was haben sich die Organisatoren dabei nur gedacht? Anscheinend nicht viel. Bratgitarren und Geklampfe wechseln sich mit klarem Gesang und Wortgekotze ab. Mal langweiliger, mal weniger langweilig, wäre im Tittendom besser aufgehoben.
Spiritual Front spielen ein akustisches Best-of-Programm. Im Hintergrund gibt‘s einen Fassbinder-Film zu sehen. Bei den Schlachthausszenen mussten viele Leute wegschauen …

Bildquelle: Metal Music Archives

Annwn bieten Songs aus dem (späten) Mittelalter, vor allem aus der sephardischen Phase. Manche Adaptionen wie „Quen a omagen“ oder „El Rey Nimrod“, mit dem das Konzert beginnt, kenne ich schon von Estampie oder Almara. Oft mit Harfe begleitet, aber immer gut gemacht, vor allem vor dem Hintergrund, wenn man so wie ich gerade vorher auf dem Moritzbastei-Mittelaltermarkt unterwegs war und unfreiwilligerweise dem unkoordinierten „Musizieren“ von „Wyrdamur“ lauschen „durfte“. „Vänner och fränder“ wird auch gespielt, kommt aber leider nicht ganz an die Versionen von Folk & Rackare oder Garmarna heran.
Im alten Landratsamt höre ich mir das Deutschlanddebüt von Nicole Sabouné an. Sehr abwechslungsreiche Songs von ihrem zweiten Album, das erst dieses Jahr außerhalb Schwedens veröffentlich wurde, eine schöne Stimme und über das Madonna-Cover „Frozen“ regt sich keiner künstlich auf. Weiterlesen

Unser WGT 2017 – 02.06.2017

Stadt Leipzig.de

Bildquelle: Leipzig.de

prager.student: Der Freitag ist der traditionelle Aufbrezeltag mit dem viktorianischen Picknick.  Dieses Jahr sind wir dort prompt mit Rum, Whisky und Zigarren versumpft. Deswegen verpasse ich auch einige Favoritenbands. Wir kommen gerade zu den letzten Takten von Hørd im Stadtbad an.
Die darauffolgenden Sixth June spielen ganz annehmbaren Synth/Wave Pop, ein nettes Konzert.
Da danach nicht mehr viel geboten ist, machen wir uns allmählich zur agra zum Mitternachtsspecial auf und schauen noch im heidnischen Dorf vorbei. Dort spielt Tanzwut auf, die Walküren walken, die Wikinger grölen, und auch dem sonstigen anwesenden Publikum gefällt es wohl, ich finde sie eher furchtbar. Wir schlendern noch kurz über die Stände, um uns dann in der agra mit dem Rest zu Amanda Palmer und Edward Ka Spel zu treffen. Leider ist das Klavier der Dame kaputt, die Reparaturversuche fruchten nicht, und es geht erst los, als nach einer halben Stunde ein Ersatzklavier gefunden ist.  Das Konzert verläuft weiterhin zäh und eher langweilig, erst gegen Ende wird es besser, als die Musik nach den Legendary Pink Dots klingt.
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Unser WGT 2017 – 01.06.2017

Unsere Forumsmitglieder und Webzine-Mitarbeiter/innen littlenightbird, Mrs.Hyde, Phoebe, prager.student, torshammare, Tius und Yggdrasil waren beim WGT 2017 und haben uns und euch ihre Erlebnisse und Eindrücke zu den verschiedenen Bands u.a. aufgeschrieben. Im Namen der Redaktion von SchwarzesBayern sage ich vielen Dank für eure Mühe, die Bilder und die Kooperationsbereitschaft! Aber jetzt lasse ich die Berichte für sich sprechen:

Copyright: Monkeypress

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Konzert: 07.06.2017 King Dude, Backstage Club, München

I like your Devil’s Blood patch

Der Tag nach der WGT-Rückreise ist ein denkbar ungünstiger Konzerttermin, denn eigentlich will man sich mal ausruhen, Wunden lecken und vielleicht noch Wäsche waschen. Andererseits kann man nun den Post-Festival-Blues abmildern und die beim WGT verpasste Gelegenheit nachholen, King Dude auf der Bühne zu erleben. Dieser spielte dort am Sonntag im NAUMANNs im Felsenkeller ein Set im Rahmen einer Neofolk-Veranstaltung. Leider sollen die Rahmenbedingungen chaotisch gewesen sein, da man auch unabhängig vom WGT dafür Tickets erwerben konnte. Die Ordner wussten wohl teils nicht Bescheid und waren überfordert, sodass das kleine NAUMANNs letzten Endes überfüllt gewesen sein muss.
Auf dem WGT selbst wurde King Dude alias T.J. Cowgill überraschenderweise am Montag von der befreundeten Band Drab Majesty im Alten Landratsamt auf die Bühne geholt, um einem Song seine Stimme zu verleihen. Ein toller Moment, der vom Publikum auch gebührend honoriert wurde. Er wirkte zwar etwas zurückhaltend und schüchtern, aber es war ja eigentlich nicht seine Bühne. Das wird heute im Club sicher anders sein. Mit im Gepäck hat King Dude sein neues Album Sex, dessen Review man im Webzine nachlesen kann (Link). Weiterlesen

Konzert: 09.05.17 ChameleonsVox + Frank the Baptist, Backstage Club, München

Manchester calling

 

Der Mai ist ein gemeiner Monat für die Konzertgänger Münchens, jeden Tag könnte man zu diversen Veranstaltungen gehen, jeden Tag beehren irgendwelche Hochkaräter die Stadt. Die Abende werden allerdings langsam aber sicher doch etwas milder, es ist länger hell … wie sich das wohl auf die Besucherzahlen der vielen spannenden Konzerte auswirkt? Am heutigen Abend stehen im Backstage Club zwei ganz besondere Bands auf der Bühne, die amerikanisch-deutsche Truppe Frank the Baptist sowie mit ChameleonsVox die Nachfolgeband der legendären Manchester-Band aus den Achtzigern, den Chameleons. Ich hoffe sehr, dass sich genügend Leute einfinden, um dieses seltene und hochkarätige Package angemessen zu bejubeln. Weiterlesen

Konzert: 22.04.17 – Lord of the Lost, Aeverium, Scarlet Dorn – Täubchenthal, Leipzig

Überall Raining Stars!

Es wurde mal wieder Zeit für eine Headlinertour von den Kings aus dem Hause Out of Line, die Rede ist von den Hamburgern Lord of the Lost. Im Dezember waren sie zwar erst bei den Eisheiligen Nächten von Subway to Sally zu sehen, doch seit Ende März reisen die Herren auf ihrer Raining-Stars-Tour durch Deutschland. Am 22.04. wurde das Täubchenthal im Leipziger Westen gestürmt. Mit im Reisegepäck hatte Lord of the Lost ihre Labelkollegen von Scarlet Dorn und Aeverium.

Konzert: 23.04.2017 Ghost + Zombi – Zenith, München

Komm zu Papa!

P1030030Bei meinem ersten Konzert 2013 waren Ghost noch ein Geheimtipp, und das nicht einmal halb volle Backstage musste mit seitlich abgehängten Tuchbahnen künstlich verkleinert werden, was aber für eine tolle Clubatmosphäre gesorgt hat. 2015 war das Werk dagegen schon restlos ausverkauft und ließ nicht wenige verzweifelt draußen vor der Tür. Das Publikum wurde von Ghost zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen. Wieder sind zwei Jahre vergangen, und selbst das vorsorglich gebuchte größere Kesselhaus ist nicht mehr in der Lage, die Heerscharen der Gläubigen aufzunehmen, die einer Messe von Papa Emeritus und seinen Nameless Ghouls beiwohnen wollen. Daher ist das München-Konzert der diesjährigen Popestar-Tour ins Zenith verlegt worden, das für seine suboptimale Akustik gleichermaßen berüchtigt und gefürchtet ist. Wie wird das Konzert ausfallen? Sind Ghost tatsächlich auf dem Weg zu einer Weltreligion, wie von mir in der Rezension zur letzten EP Popestar (Link) prophezeit? Weiterlesen