Konzert: 10.10.2018 – Fehlfarben + Black Heino – Backstage Halle, München

Und wir tanzten bis zum Ende, zum Herzschlag der besten Musik

P1110871Fehlfarben spielen ihr gesamtes Erstlingswerk Monarchie und Alltag aus dem Jahre 1980, klar, da muss ich hin. Vielerorts wird sie als beste deutsche Platte aller Zeiten angesehen, und darüber hinaus war sie prägend für die deutsche Punkbewegung. In meiner persönlichen Rangliste hat sie zwar „nur“ Platz zwei hinter Keine Macht für Niemand (1972) von Ton Steine Scherben, aber das ist meiner Vorfreude egal. Im Vorprogramm bringen die Fehlfarben junge Kollegen vom Indie Label Tapete Records mit, und zwar Black Heino. Ein Name, den man so schnell nicht vergisst, und der seltsame Assoziationen weckt. Weiterlesen

Konzert: 05.10.18 – De/Vision + Part – Backstage Halle, München

Zeitlose Synthiemelodien

Erst kürzlich haben De/Vision ihr dreißigjähriges Bandjubiläum gefeiert und auch gleich ein neues Album namens Citybeats vorgelegt – ruhiger will man es offensichtlich auch im gesetzteren Bandalter nicht angehen lassen. Warum auch, wenn man noch genug Ideen hat und immer noch ein wichtiger Teil der Synthiepopszene ist. Steffen Keth und Thomas Adam haben schon lange ihren Sound gefunden und perfektioniert und im Lauf der Jahre zeitlose Melodien geschaffen, in die sich neues Material nahtlos einfügt. Vor zwei Jahren waren De/Vision das letzte Mal in München und haben ihren Fans einen grandiosen Abend beschert, heute wollen sie das wiederholen.  Weiterlesen

Konzert: 07.10.2018 – Rome – Backstage Club, München

Oans, zwoa, gsuffa!

Nur einmal sind mir Rome zuvor begegnet: Vor ein paar Jahren beim WGT, bei dem ich das letzte Lied eines Konzerts in der Kuppelhalle des Volkspalastes mitbekommen habe. Das ist mir dafür in guter Erinnerung geblieben, und so möchte ich die Gelegenheit heute nutzen, Rome einmal näher kennenzulernen, zumal mir Freunde wiederholt von der Band um Mastermind Jérôme Reuter vorgeschwärmt haben. Allerdings ist heute auch der letzte Wiesntag, bleibt also zu hoffen, dass wir im nahegelegenen Backstage und in der S-Bahn vom Trachtenfasching und dessen alkoholbedingten Ausfallerscheinungen verschont bleiben.
Rome bestehen als Band seit 2005 und präsentieren nach mittlerweile zehn veröffentlichten Alben das aktuelle Werk Hall of Thatch. Weiterlesen

Konzert: 28.09.18 The Beauty of Gemina, Backstage Halle, München

Der Flügelschlag der Eule

Die Schweizer/Liechtensteiner/Argentinier The Beauty of Gemina fliegen derzeit nicht nur mit der Eule (das gleichnamige neue Album erscheint am 12.10., wir haben schon für euch reingehört ), sondern erleben generell einen phänomenalen Höhenflug. Sie haben sich in den letzten Jahren durch beständiges Touren, viele Festivalauftritte und große Fannähe in die Herzen vieler aufgeschlossener Musikfans gespielt und sich im Lauf der Zeit ihre ganz persönliche Nische im vielfältigen Gothic-Kosmos geschaffen. Dark Country Gothic Blues – mal akustisch, mal hart rockend, immer speziell, immer mit Gänsehautgarantie. Ich freue mich daher sehr, die Band nach ihrem schweißtreibenden Auftritt beim NCN in Deutzen vor ein paar Wochen (bei dem sich traditionell bei „Dark rain“ schon wieder dunkle Wolken zeigten; vor drei Jahren gab es einen amtlichen Wolkenbruch) jetzt schon wieder in München sehen zu dürfen, wo sie Flying with the owl erstmals in Deutschland präsentieren. Weiterlesen

Konzert: 26.09.18 King Dude + Kælan Mikla + The Dark Red Seed, Feierwerk Kranhalle, München

Night of the living bass players

Es ist Mittwoch, der Wiesn-Wahnsinn ist in vollem Gange, und das Feierwerk liegt genau im Torkelbereich – es ist also mit erhöhtem Bierzombieaufkommen zu rechnen. Wir hoffen aber, dass uns heute nicht Menschen mit mehr Alkohol als Blut im Körper vor die Flinte – äh Linse und den Stift – laufen, sondern hochkarätige Bands mit dem entsprechend begeisterten Publikum. King Dude ist ein alter Bekannter in München, nach Konzerten in der Milla und im Backstage Club (so war es z. B. letztes Jahr) bittet er heute in die etwas größere (aber weniger gemütliche) Kranhalle des Feierwerks, um sein neuestes Düsterwerk Music to make war to vorzutragen – hoffentlich mit den üblichen schlagfertigen Sprüchen garniert. Als Vorband hat er die drei jungen Isländerinnen Kælan Mikla dabei, die sich auch zu äußerst beliebten Stammgästen in Münchens Untergrundclubs entwickelt haben. Statt abgründig-dunkler Wärme wie bei King Dude strahlt ihr Sound zwar eisige Kälte und karge isländische Weiten aus, aber die Mischung ist trotzdem fantastisch, und das SB-Team scharrt schon mit den Hufen – zumal mit The Dark Red Seed noch ein kurzfristig angekündigter besonderer Support Act auf der Bühne stehen wird. Weiterlesen

Konzert: 25.09.2018 – Mesh + M.I.N.E – Backstage Halle, München

Begeisternder Synth-Pop

Draußen herrscht der Oktoberfest-Wahnsinn, der S-Bahn-Verkehr ist mal wieder gestört, und vor dem Backstage steht eine riesige Schlange von Teenagern vor dem Eingang zum Werk – aber SB-Fotografin torshammare und mich kann das nicht schrecken. Wir können das hinter (neben) uns lassen, begeben uns auf kürzestem Weg in die Halle des Backstages und freuen uns auf einen Synth-Pop-Abend mit Mesh, die zuletzt vor zwei Jahren in etwa zur gleichen Zeit in München waren und eine Retrospektive ihres Schaffens für diesen Abend ankündigten. Als Support werden sie begleitet von M.I.N.E, unter anderem mit dem Camouflage-Sänger Marcus Meyn, die dieses Jahr ihr Debüt Unexpected truth within herausgebracht haben. Musik, Licht, Storys und einige Charakterköpfe sind uns wesentlich lieber als das, was da vor der Backstage-Haustür passiert. Weiterlesen

Konzert: 04.09.2018 – Die Krupps + Front Line Assembly + Tension Control – Backstage Halle, München

The Machinists United – Double Headliner Show

P1110078Vom letzten Konzert von Die Krupps in der Kranhalle des Münchner Feierwerks ist mir ehrlich gesagt vor allem die tolle australische Vorband The Red Paintings in lebhafter Erinnerung geblieben. Dabei waren die Mannen um Mastermind Jürgen Engler gar nicht schlecht, aber mit der Mischung aus Kunst, Bühnenperformance und der ungewöhnlichen Musik stahlen die Australier ihnen zumindest für mich die Show. Die Kanadier Front Line Assembly, die ich schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, passen sicherlich besser, denn so liefern sich zwei legendäre EBM-Industrial-Bands eine hochkarätige Double-Headliner-Show. Grund genug die morschen Knochen am Ende eines völlig verregneten Dienstags ins Backstage zu schwingen. So dachten auch etliche andere Anhänger harter Klänge, denn die Halle wird sich heute gut füllen. Den Anheizer-Part übernimmt die EBM-Band Tension Control. Weiterlesen

Konzert: 27.08.2018 – Nervosa + Alien Weaponry + Asylum – Backstage Club, München

Māori Metal!

Ganz kurzentschlossen bin ich zu diesem Konzertabend gegangen, denn Alien Weaponry entdeckte ich erst kurz vor meinem Urlaub. Gerade erst wieder zuhause habe ich zufällig am Konzerttag die nächsten Termine im Backstage ausgecheckt. Insofern habe ich auch keine Aufzeichnungen, auf die ich zurückgreifen könnte, weil ich nicht darauf vorbereitet war, einen Bericht zu schreiben. Noch dazu betreibt unsere Fotografin torshammare gerade Grundlagenforschung in Sachen Schwedenstahl und Zimtschnecken und ist nicht verfügbar… So I’m sorry, no pics, no playlists – und alles nur aus dem Kopf, der nun ein leichtes Schleudertrauma hat.
Die anderen beiden Bands sind mir unbekannt, also einfach mal überraschen lassen. Kurz vor acht ist gewaltig was los für einen Montagabend, zum Glück für mich ist es aber nicht ganz ausverkauft. Die Lokalmatadoren Asylum aus München haben das Pech, dieses exklusive Metal-Exotik-Package eröffnen zu müssen, denn mit Nervosa sind drei Brasilianerinnen am Start, Alien Weaponry stammen aus Neuseeland. Den T-Shirts nach zu urteilen sind gefühlte 80 % der Besucher wegen ihnen da, die Kiwis sind heute also der heimliche Hauptact. Weiterlesen

Festival: 01.08.-04.08.18 – Wacken Open Air

Scheiß auf Feenstaub, hier gibt’s Wackendreck!

2018-08-04_23-25-45_wacken_impressionenSchwarzes Bayern goes Wacken – das bedeutet zunächst einmal eine LAAAAANGE Fahrt von München in das wohl bekannteste Kuh-Dorf Schleswig-Holsteins. In unserem Fall über Nacht von Dienstag auf Mittwoch, was den Fotografen Andreas Brauner und mich zwar die Affenhitze besser aushalten lässt, aber ansonsten eine ziemliche Quälerei ist. Endlich angekommen – erstaunlicherweise ohne Anreisestau und mit perfekt ausgearbeitetem Verkehrsleitsystem – heißt es erstmal gut zwei Stunden in der Knallsonne auf unsere Presse-Armbändchen warten, und anschließend die richtige Stelle auf dem riesigen Campingplatz zu finden, um uns unserem Camp, dem „Ponyhof“, anzuschließen. Der Name ist Programm, den Dreh- und Angelpunkt des Camps bildet ein ausgemusterter Militärtruck, der mit diversen Stoff-Ponys in allen Größen verziert ist. Ansonsten gibt es viele Zelte und einen großen Pavillon mit drei Kühlschränken, Küchenzeile mit Spüle und Holzofen und mehrere Paletten voll Nahrung, Getränken und allem, was man womöglich in diesen vier Tagen brauchen könnte. Wir sind also bestens versorgt und arbeiten EINMAL mit Profis!

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Konzert: 30.07.2018 – Chelsea Wolfe + Brutus – Feierwerk, München

Von Rebellion bis hin zum Tod!

Quelle: FB Chelsea Wolfe

München bietet konzerttechnisch für jeden erdenklichen Musikgeschmack etwas. Allerdings zu kurz gekommen ist der Sektor des  sogenannten Drone Pop und Neofolk. Genau aus diesem Grund freute es mich besonders, als ich die Konzertankündigung von Chelsea Wolfe gesehen habe. Das Feierwerk in München ist in Undergroundkreisen eine mehr als beliebte Location für Künstler, die jenseits des Mainstreams wandeln. Seit Wochen ist München nun von einer Hitze geplagt (aus meiner Sicht), und trotzdem musste ich nicht lange überlegen, mich ins Getümmel des Feierwerks zu stürzen und mir einen Saunaabend zu geben. Chelsea Wolfe hat im Laufe ihrer Karriere mit namhaften Künstlern kollaboriert, unter anderem mit King Dude (einem Aushängeschild des amerikanischen Death Country und Neofolk) oder Deafheaven (einem Post Black Metal Projekt). Der Sound, dessen sich die aus Kalifornien stammende Künstlerin bedient, ist eine wilde Mischung aus allen nur erdenklich dunklen Spielarten des Metal, Gothic und noch einigem mehr. Meine Freude und Begeisterung waren so groß, dass ich um 19:30 Uhr bereits vor dem Feierwerk stand, obwohl das Konzert erst um 21 Uhr begann. So konnte ich Eindrücke sammeln und noch ein wenig gechillt im Schatten verweilen. Nach und nach kamen immer mehr Konzertbesucher, und es war interessant zu beobachten, welche Genrezugehörigkeiten vertreten waren. Weiterlesen