Festival: 01.08.-04.08.18 – Wacken Open Air

Scheiß auf Feenstaub, hier gibt’s Wackendreck!

2018-08-04_23-25-45_wacken_impressionenSchwarzes Bayern goes Wacken – das bedeutet zunächst einmal eine LAAAAANGE Fahrt von München in das wohl bekannteste Kuh-Dorf Schleswig-Holsteins. In unserem Fall über Nacht von Dienstag auf Mittwoch, was den Fotografen Andreas Brauner und mich zwar die Affenhitze besser aushalten lässt, aber ansonsten eine ziemliche Quälerei ist. Endlich angekommen – erstaunlicherweise ohne Anreisestau und mit perfekt ausgearbeitetem Verkehrsleitsystem – heißt es erstmal gut zwei Stunden in der Knallsonne auf unsere Presse-Armbändchen warten, und anschließend die richtige Stelle auf dem riesigen Campingplatz zu finden, um uns unserem Camp, dem „Ponyhof“, anzuschließen. Der Name ist Programm, den Dreh- und Angelpunkt des Camps bildet ein ausgemusterter Militärtruck, der mit diversen Stoff-Ponys in allen Größen verziert ist. Ansonsten gibt es viele Zelte und einen großen Pavillon mit drei Kühlschränken, Küchenzeile mit Spüle und Holzofen und mehrere Paletten voll Nahrung, Getränken und allem, was man womöglich in diesen vier Tagen brauchen könnte. Wir sind also bestens versorgt und arbeiten EINMAL mit Profis!

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Konzert: 30.07.2018 – Chelsea Wolfe + Brutus – Feierwerk, München

Von Rebellion bis hin zum Tod!

Quelle: FB Chelsea Wolfe

München bietet konzerttechnisch für jeden erdenklichen Musikgeschmack etwas. Allerdings zu kurz gekommen ist der Sektor des  sogenannten Drone Pop und Neofolk. Genau aus diesem Grund freute es mich besonders, als ich die Konzertankündigung von Chelsea Wolfe gesehen habe. Das Feierwerk in München ist in Undergroundkreisen eine mehr als beliebte Location für Künstler, die jenseits des Mainstreams wandeln. Seit Wochen ist München nun von einer Hitze geplagt (aus meiner Sicht), und trotzdem musste ich nicht lange überlegen, mich ins Getümmel des Feierwerks zu stürzen und mir einen Saunaabend zu geben. Chelsea Wolfe hat im Laufe ihrer Karriere mit namhaften Künstlern kollaboriert, unter anderem mit King Dude (einem Aushängeschild des amerikanischen Death Country und Neofolk) oder Deafheaven (einem Post Black Metal Projekt). Der Sound, dessen sich die aus Kalifornien stammende Künstlerin bedient, ist eine wilde Mischung aus allen nur erdenklich dunklen Spielarten des Metal, Gothic und noch einigem mehr. Meine Freude und Begeisterung waren so groß, dass ich um 19:30 Uhr bereits vor dem Feierwerk stand, obwohl das Konzert erst um 21 Uhr begann. So konnte ich Eindrücke sammeln und noch ein wenig gechillt im Schatten verweilen. Nach und nach kamen immer mehr Konzertbesucher, und es war interessant zu beobachten, welche Genrezugehörigkeiten vertreten waren. Weiterlesen

Konzert: 01.08.18 Dalriada + Triddana + Reysswolf + Mornir, Backstage Club, München

Hitzeschlacht und Battle Songs

München glüht seit Wochen, daheim schmilzt die Schokolade in der Wohnung, und eigentlich wäre ein kühler Badesee sehr viel verlockender als ein Abend in der Backstage-Sauna. Wären da nicht das unbedingt zu unterstützende Free & Easy-Festival sowie vier Bands aus dem Pagan- und Folk-Metal-Bereich, die zum Teil weite Wege auf sich genommen haben, um heute Abend die Temperaturen noch mehr in die Höhe zu treiben. Dalriada sind zum Beispiel extra aus Ungarn angereist, Triddana aus Argentinien feiern ihren Tourabschluss, und Reysswolf haben es aus Regensburg zwar nicht so weit, sind aber dafür zum ersten Mal in München auf der Bühne. Mit Mornir aus Freising, einer der besten lokalen Pagan-Metal-Bands, gibt’s noch ein weiteres Schmankerl, und so begebe sogar ich als bekennender Kältefan mich freudig ins Backstage. Weiterlesen

Festival: Sick Midsummer 2018, 14.07.2018, Bäckerberg, Scharnstein (AUT)

 Ein musikalisches Acht-Gänge-Menü

Manche Menschen mögen sich ja am Abend vor einem Festivalbesuch hinsetzen und die Running Order durchgehen, damit ja keine Lieblingsband verpasst wird. Dieses Problem stellt sich beim Sick Midsummer glücklicherweise nicht, da es nur eine Bühne gibt, sodass wir unsere Planung auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist: das Essen. Wann es Kuchen, wann es Dal und wann es Chili gibt, will gut geplant sein, schließlich stehen uns gerade einmal zehneinhalb Stunden zur Verfügung, um uns einmal durch die Speisekarte zu fressen. Pro Gang haben wir zwanzig Minuten Zeit, so lange brauchen die Helferlein zum Bühnenumbau. Das setzt uns gewaltig unter Druck, aber auch in diesem Jahr haben wir es einmal mehr geschafft und weder eine Band, noch eine Speise ausgelassen! Weiterlesen

Konzert: 02.07.18 Wolves in the Throne Room + Wolvennest, Feierwerk/Hansa 39, München

Ein Abend unter Wölfen

Was hilft besser gegen den Montagsblues als zwei abgefahrene Bands mit spannender Herangehensweise an das Genre „Black Metal“? Richtig: Gar nichts. Deswegen fanden sich an einem lauen Montagabend im Feierwerk (Hansa 39) auch nach einem proppenvollen Konzertwochenende einige schwarzgewandete Menschen ein, die sich Wolvennest und Wolves in the Throne Room nicht entgehen lassen wollten – genug, um für ordentlich Stimmung zu sorgen, aber nicht so viele, dass man wie die Sardinen vor der Bühne gestanden hätte, was bei den Temperaturen sehr, sehr angenehm ist. Weiterlesen

Festival: 15./16.06.18 Subkultfestivalen, Folkets Park, Trollhättan/Schweden

Endlich wieder schöne Leute

Unsere in Norwegen lebende Korrespondentin Ankalætha war wieder auf Reisen und berichtet vom kleinen, aber äußerst feinen Subkultfestivalen in Trollhättan, im Westen Schwedens. 

Donnerstag

Normoria shirtNach dem WGT ist vor dem Subkult. Kaum sind die Klamotten gewaschen und die Schuhe neu verschraubt, heißt es Mitte Juni schon wieder Koffer packen, um nach Schweden zu fahren. Zum dritten Mal findet hier in Trollhättan das Subkultfestivalen statt, und wieder stehen einige sehr interessante Acts auf dem Programm. Zunächst muss ich aber den vorsintflutlichen und beunruhigend ächzenden Aufzug im Hotel bezwingen, um mich und mein Gepäck in den dritten Stock zu bekommen. Danach folgt eine kleine Orientierungsrunde durch die Innenstadt, das Bestücken der Minibar mit eigenen Einkäufen, und was tut man dann mit dem angefangenen Abend, wenn man wo ist, wo man diesmal aber auch wirklich überhaupt niemanden kennt? Man geht auf die Pre-Party. Die ist glücklicherweise leicht zu finden, nämlich in der „Backstage Rockbar” in der Fußgängerzone. Als ich ankomme, ist nicht allzu viel los, und ich beschließe, wenigstens ein Getränk zu mir zu nehmen, bevor ich wieder gehe. Weiterlesen

Konzert: 16.06.18 Winterkälte + P·A·L @Dark Infection, Feierwerk Orangehouse, München

Lärmglück in München

Der Süden Deutschlands ist traditionell nicht gerade verwöhnt mit Veranstaltungen aus den Bereichen Industrial, Noise, Rhythm ‘n‘ Noise und generell härterem, experimentellem Elektro. Die Dark-Infection-Partyreihe, die es seit Januar 2017 gibt, ist da in München ein echter Lichtblick, und besonders groß war die Freude, als die Veranstalter nach zwei reinen Partyabenden (Januar 2017 und 2018) für den Juni 2018 eine Konzert- und Partynacht in Aussicht stellten. Mit den Szeneurgesteinen P·A·L und Winterkälte konnten hierfür zwei echte Schmankerl gewonnen werden. Das kann ja nur ein großartiger, schweißtreibender Abend werden, weshalb sich am 16.6. eine durchaus ansehnliche Zahl Lärmfreunde von nah und fern im Feierwerk Orangehouse versammelt. Weiterlesen

Unser WGT 2018: Montag, 21. Mai

torshammare:

20180521_125401Heute wird es heiß, sehr heiß, also mein absolutes *hust* Traumwetter. Ich fahre trotzdem ins Heidnische Dorf, auch wenn gestern die Schlange am Einlass wohl bis zur Tram reichte (Tagesbesucher, Taschenkontrolle, Einlasstopp, WGTler mit Bändchen, die nicht wussten, dass man vorbeilaufen kann? Man weiß es nicht, aber laut Berichten ging nichts mehr vorwärts), obwohl Schandmaul doch sogar krankheitsbedingt ausfielen. Heute habe ich jedoch Glück, bin sofort drin und springe dann von Schatten zu Schatten. Es ist moderat gefüllt, man muss an keinem Stand lange warten und sieht auch alles, was man sehen möchte. Ich ziehe dann trotzdem bald weiter zum agra-Gelände, noch mal durch die Markthalle schlendern und schließlich mit diversen Freunden im Schatten an einem der Biergartentische die Zeit totschlagen. Dementsprechend unmotiviert bin ich dann auch, mich auf den Weg in die Kuppelhalle zu machen, wo für heute große Dinge angesagt sind. Zum Glück (?) verschiebt sich das Programm dort um eine Stunde, weshalb ich trotz Trägheit nur Sarin verpasst habe und von Beinhaus zumindest noch einen Eindruck bekomme (der mir auch reicht). Bei den Deutschen Sardh ist dann schon der Soundcheck spannend und laut, diverse Kästchen und verschiedenste Instrumente werden getestet und eingestellt, und ich bin gespannt, was daraus dann wird. Tatsächlich etwas richtig Tolles, auch wenn man sich an den vielfältigen und oft anstrengenden Sound und den durchdringenden Gesang erst gewöhnen muss. Nach und nach fügt sich aber alles zusammen, das Experimentelle wird zu einem großen Ganzen, und etwa ab der Hälfte des Sets kann man sich wie so oft bei diesen Acts von der Geräuschdecke einhüllen lassen. Laut Webseite der Band handelt es sich bei dem Auftritt um eine Uraufführung, „SARDH:UNORT“, wird geboten, mit Matthias Jackisch als Gast an den Steinflöten. Und gerade diese live gespielten Flöten verleihen dem Ganzen wirklich etwas Besonderes. Nach anfänglicher Skepsis bin ich nach dem Auftritt von Sardh jedenfalls völlig überzeugt und empfehle die Band jedem, der auf experimentelle Klangkunst steht.

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Unser WGT 2018: Sonntag, 20. Mai

Mrs.Hyde:

Suld_IMG_4542Der Tag beginnt für uns im Heidnischen Dorf. Die Einlassschlange reicht krasserweise vor bis zur Hauptstraße, doch mit Bändchen kann man diese auslassen und direkt vorgehen, was viele scheinbar nicht wissen. Leider haben Schandmaul wohl abgesagt, sodass der gesamte Tagesablauf eine Stunde nach hinten raus verschoben wird, was uns den weiteren geplanten Ablauf etwas zersägt. Nytt Land mit ihrem Schamanen-Ritual-Black-Metal sind uns zu anstrengend, aber man kann sich ja anderweitig vergnügen, solange man nichts trinken möchte, denn die Schlangen an den Getränkeständen sind wegen des heißen Wetters teilweise dreißig Meter lang. Endlich kommen mit siebzig Minuten Verspätung die Mongolen Suld auf die Bühne und heizen dem Publikum mit ihrer Version von Folk Metal ein, deren besonderes Merkmal die traditionelle zweisaitige mongolische Pferdekopfgeige ist. Haare fliegen und Leiber zucken, Band und Publikum haben mächtig Spaß, was die Mongolen mit einigen CDs honorieren, die in die Menge fliegen.

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Unser WGT 2018: Samstag, 19. Mai

Phoebe:

Plakat Saeldes SancSaeldes Sanc und Ernst Horn sind für 17 Uhr in der Peterskirche angekündigt. Das ist ein Event, das man auch ohne WGT-Bändchen aufsuchen kann. Keine Ahnung, ob es voll werden würde. Lieber überpünktlich dort sein. Die Peterskirche an sich (mit dem höchsten Kirchturm Leipzigs!) lohnt einen kleinen Abstecher, und Hannah Wagner mit Ernst Horn ist toll wie immer. Hannah Wagner hat eine wundervolle ausdrucksstarke Stimme, mit der sie alle Töne in allen Stimmlagen exakt trifft. Zwischendurch immer wieder ein kleiner Joke zwischen Hannah und Ernst um das Mikro, Hannah Wagner wie gewohnt in Plauderlaune. Liebenswert! Weiterlesen