Wave française

Im Netz macht sich die junge Band Order 89 aus Paris eher rar, viele Informationen liefert ihre Instagram-Seite auch nicht, wenn man von den äußerst gelungenen Fotos einmal absieht. Sie haben aber bereits einige Live-Erfahrungen gesammelt, und sich somit an ihr Debüt Bleu acier gewagt, das letztes Jahr im Herbst erschienen ist. Order 89, das sind Bassist und Sänger Jordi, Flavien, der den Drum Computer und die Synthies programmiert, und Gitarrist Elliot. Mein Französisch ist leider sehr eingerostet, aber inhaltlich setzen sie sich wohl mit den dunklen Seiten der Liebe und dem Tod auseinander. Weiterlesen

Eiszeit, die fünfte

Bereits seit einer halben Eiszeitdekade beschert uns das frostige Hamburger Trio nun schon erfrischenden Sound und auch das neue und bereits fünfte Studioalbum bleibt dem Eisfabrik-Charakter augenscheinlich weiterhin treu. Das neue Album Kryothermalmusik aus der Eisfabrik ist, Gerüchten zu Folge, durch einen folgenschweren Betriebsunfall in der Eisfabrik entstanden. Nach Meldung eines besonders flauschigen Mitarbeiters kam es wohl am 22.11.2019 zu einem heftigen Rotationsausfall in der Eisfabrik, der etwas kauzige und optisch durchaus etwas auffällige Mitarbeiter beschreibt weiter: „Nach diesem Vorfall programmierten sich die Maschinen neu, Eiskristalle begannen zu glühen und die Regenbogenkinder ließen es schneien.“ Weiterlesen

Gefangen im Reich der Schatten

Und damit ist ausnahmsweise mal nicht die Erweiterung von World of Warcraft gemeint. Shadowlands stammen aus Portland, Oregon, und sind seit 2013 aktiv. Nach 001 und 002 ist vor kurzem das offizielle Debütalbum mit dem sinnigen Titel 003 bei Icy Cold Records erschienen. Die Band besteht aus Bassist Jesse Elizondo (Ex-The Minds), Drummer Casey Logan, auch bei Murderbait aktiv und Ehemann von Sängerin Amy Sabin (Ex-Phantom Lights), die zusätzlich das Keyboard bedient. Ihre Zwillingsschwester Angie Sabin ist als neue Gitarristin dabei, nachdem Jason Sartain nach vier Jahren die Band verlassen hat. Darüber hinaus ist im Vorfeld der Aufnahmen zu 003 ein enger Freund verstorben, was sich sicherlich musikalisch ausgewirkt hat. Weiterlesen

Wenigstens in Jotunheim herrscht Winter

Ein Metal-Highlight jagt in diesem Februar das nächste, viele finden in den großen Locations wie Tonhalle oder sogar Olympiahalle statt. Mir hingegen ist nach ordentlichem finnischen Pagan Metal, der so wütend und finster wie die Eisriesen daherkommt und für Fans ein metallisches Walhalla darstellt. Meine Lieblinge Moonsorrow bitten zu einem Konzert außerhalb jeder Tour in die Backstage Halle, das letzte Album Jumalten aika ist auch schon von 2016 – so langsam wäre neues Material sehr schön, aber so deutet alles auf einen fetten Abend durch die Bandgeschichte hin, und das hat man ja nun auch nicht jeden Tag. Mit Groza hat man (nur) einen spannenden Opener organisiert, und ein Zwei-Band-Konzert ist eine wohltuende Abwechslung zu den sonstigen Marathonabenden. Also, Kamera geschultert und ab in die Backstage Halle. Weiterlesen


Hätten die Wikinger Stromgitarren gehabt, wäre vermutlich diese Form des Metals dabei herausgekommen: Mit leidenschaftlichen Metal-Gitarren und gekonntem, progressivem Schlagzeug formen die Verwandlungskünstler von Corvus Corax ihren Stil in eine gelungene Symbiose von traditionellem Instrumentarium und Heavy Metal – und schaffen eine einzigartige Verbindung zwischen Althergebrachtem und schillernd Modernem. Mit ihrem neuen Projekt Era Metallum bringen sie die Epik von Corvus Corax mit der Wucht des Metals zusammen und kreieren so ein neues, einzigartiges Musikerlebnis. Weiterlesen


Früher war nicht alles schlecht. Für ihre ersten Platten mussten sich die Musiker von Subway to Sally noch gemeinsam im Studio einfinden und ihre Songs zusammen live einspielen. Dazu brauchte es die Fähigkeiten einer guten Liveband. Und wenn man eines von dieser Band behaupten kann, dann das: Sie sind eine gnadenlos gute Liveband. Auf ihrer Hey!-Tour zum aktuellen Album im Frühjahr 2019 mischte die Band einen fetten Block der neuen Songs mit alten Klassikern und ausgegrabenen Schätzen ihrer musikalischen Historie. Das Aufnahmegerät lief an jedem Abend der Tour mit. Was die Band auf diesen Aufnahmen fand, war der Geist der frühen Studioaufnahmen, gepaart mit moderner Technik und jeder Menge Publikumsgefühl. Gnadenlos gut. Zu gut, um es nur ins Archiv zu stellen. Dieses Live-Album hat es in sich und bietet alles, was das Herz will. 27 Songs, erhältlich als Doppel-CD in der BrillantBox mit 16 Seiten Booklet und digital als eAlbum. Weiterlesen

Ein arktischer Wintersturm

Ein windiger Mittwochabend in München lädt nun wirklich nicht dazu ein, das Haus zu verlassen. Es sei denn, die Argumente sind gut genug. Doch was könnte überzeugender sein als laute Musik norwegischer Provenienz? Zumindest ein gewisser Teil des Münchner Metal-Publikums hat sich aufraffen können, ins Backstage zu fahren, und absoluten Genre-Größen wie Abbath, 1349 und David Vincent mit neuem Projekt Vltimas die Ehre zu erweisen – aber bei weitem nicht so viele, wie es bei dem Line-up eigentlich hätten sein müssen. Weiterlesen

Vom Klohäusl zum Gedenkort

Eins der hübschesten und originellsten Viertel Münchens würde ich das Glockenbachviertel nennen. Individuelle Lädchen, Kneipen, Straßen und Plätze. Ein eigentlich schön gelegener Platz hatte leider mittendrauf einen regelrechten Schandfleck. Auf dem Holzplatz steht ein Pissoir, ein altes Klohäuschen. Es stammt aus dem Jahr 1900 und ist ein gusseisernes Oktagon, das unter Denkmalschutz steht. Ursprünglich befand es sich am Stachus und wurde in den 1950er Jahren an den Holzplatz/Ecke Pestalozzistraße verlegt. Seit den 90er Jahren ist es aber außer Betrieb und verschlossen. Nur einmal, im Jahr 1998, wurde es noch genutzt: für eine Ausstellung im Rahmen des Christopher Street Day. Das Klohäusl hat schon viel gesehen in seinem Leben. Zuerst der Umzug ins Glockenbachviertel, danach wurde es im „Schwulenviertel“ als „Kladde“ benutzt, dann stand es leer, wurde aber nicht zufriedengelassen. Immer wieder wurde es beschmiert und beschmutzt, und die Anwohner oder auch Besucher der hübschen Kneipen drumrum mussten da drauf schauen.

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Gothic Pogo

Aus dem französischen Nantes stammt die Band Bleakness, die sich 2016 gegründet hat und mittlerweile nach Lyon umgesiedelt ist. Sie treten in klassischer Dreier-Besetzung an mit Drummer Jake, Bassist Phab sowie Sänger und Gitarrist Nico. Alle haben zuvor schon Erfahrung in anderen Bands gesammelt, und nach einigen EPs in der Vergangenheit ist Functionally instinct ihr offizielles Debütalbum, das nun bei Icy Cold Records erschienen ist. Der Pressetext verrät, dass die drei ihre Version von Punk als Ventil für die Frustration über die politischen Zustände in Frankreich nutzen, was zunächst wenig überraschend ist. Dass dabei aber punkuntypisch melancholische Melodien integriert werden hingegen schon. Weiterlesen

Besser spät als nie

Endlich hat er zwischen Tourplanung und Album mit der Band Zeit und Muße für ein Soloalbum gefunden! Die Rede ist von Marko Hietala, dem männlichen Gesangspart und Bassisten der finnischen Band Nightwish. Pyre of the black heart heißt sein Erstlingswerk, wir haben mal reingehört, wie das so klingt.

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