Blood, Sweat and Vampires

Annie Rice hat in den 1970er und 80er Jahren eine Reihe von Vampirromanen geschrieben, sie waren richtig Kult. Hier gab es Sex und Crime und Blut, und davon richtig viel und richtig lang, für die Ewigkeit eben. Dann wurde 1994 ein Roman von 1976 mit Brad Pitt und Tom Cruise verfilmt: Interview mit einem Vampir. Großartig! Doch nun gibt es eine Serien-Adaption. Sie spielt zwar auch in derselben Zeit, wirkt aber ganz anders. Hier wird nicht geglitzert und geschmachtet, hier sind nicht alle Teenager, hier gibt es Erwachsene, die ein echtes Leben haben. Hier werden auch Queerness und Rassismus zum Thema gemacht.

Eines Tages erhält der Journalist Daniel Molloy einen Brief, der ihn schaudern lässt. Die Handschrift kennt er doch! Sie gehört Louis de Pointe du Lac, einem Vampir, mit dem er in den Siebzigerjahren ein Interview geführt hat. Weiterlesen

Die Saat der Lerche

Ach wunderbar! Es gibt seit dem 25. Dezember 2022 ein Prequel zur Serie „The Witcher“ (KLICK). Von dieser aufregenden von der Geralt-Saga inspirierten Fantasy-Serie gibt es bislang zwei tolle Staffeln. Eine dritte wird bald erscheinen, aber danach ist Schluss mit dem beliebten Hauptdarsteller Henry Cavill, der Geralt, den Witcher, spielt. Wie schön, dass es da zumindest als kleinen Trost ein Prequel gibt. Gleich ansehen!

Es ist eine Welt, in der es nur Elfen gibt. Natürlich ist auch hier nicht alles nur Friede und Freude. Eine Prinzessin, scheinbar schwach, soll heiraten, um das Königshaus zu stärken. Weiterlesen

Sex and the City – in München

Ihr erinnert euch noch an diese vier frechen, lustigen, manchmal aber auch frustrierten Freundinnen in ihren 30ern? Was das für ein Hin und Her war in der ersten Staffel mit den Männern und der Liebe? Das Riesen-Durcheinander? Weiterlesen

Happy End gibt’s nur im Kino

Der Film fällt gleich mit der Tür ins Haus. Karla hält ihrem Freund einen positiven Schwangerschaftstest ins Gesicht. „Willst du jetzt ein Kind, oder was?!“ fragt der Freund. Er scheint nicht begeistert zu sein. Karla hat Verständnis und lässt abtreiben. Der kitschige Countrysong „Stand by your man“ erklingt, und der Songtext ist einfach nur makaber. „Sometimes it’s hard to be a woman“ – oh ja. Der Freund verlässt Karla trotzdem, und diese hat daraufhin eine lange Zeit etliche schreckliche Dates. Weiterlesen

Das Grauen im Vorort

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Ein Traum scheint in Erfüllung zu gehen! Die Familie Brannock zieht vom lauten New York nach Westfield, einem kleinen Örtchen in der Nähe von New Jersey. Nur eine Fahrstunde von der großen Stadt entfernt, und doch so idyllisch, und erst die Luft! Hier kann man atmen! Das ist auch gut so, denn für die Finanzierung der Vorstadtvilla haben Dean (Bobby Cannavale) und Nora (Naomi Watts) sich gewaltig ins Zeug legen müssen, alle Reserven sind aufgebraucht. Aber es steht ja Deans Beförderung an! Alles also kein Problem, gäbe es da nicht schon nach kurzer Zeit seltsame Vorkommnisse. Weiterlesen

Das Gezanke geht weiter

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Ungefähr drei Jahre ist das jetzt her, dass sich die ganze Familie getroffen hat und das Abendessen gehörig ausartete. Der Vorname war der Zankapfel (und der Name des Films). Und zwar der Vorname des noch ungeborenen Kindes von Thomas (Florian David Fitz) und Freundin Anna (Janina Uhse). Elisabeth (Caroline Peters) und ihr Ehemann Stephan (Christoph Maria Herbst) luden zu einem Essen ein. Thomas, Elisabeths Bruder war da, ihr Adoptivbruder René (Justus von Dohnányi) und Thomas schwangere Freundin Anna. Sogar die abwesende Mutter (Iris Berben) war irgendwie da, weil sie ja ohnehin immer wieder das Thema ist. Aus einer Laune heraus, den Schalk im Nacken, ließ Thomas alle raten, wie denn der Stammhalter – denn von einem Sohn ging er aus – heißen könnte. Adolf solle der Kleine heißen! Dieser Vorname führte zu heftigen Diskussionen. Freilich wurde es später als schlechter Scherz aufgedeckt, aber ein handfester Familienstreit war schon vom Zaun gebrochen. Zuerst ging es um political correctness, später ans Eingemachte und um Neid, Eifersucht und Familiengeheimnisse. Als dann auch noch als Höhepunkt herauskam, dass ihr Adoptivbruder und ihre Mutter ein Paar sind, mussten das alle erst einmal irgendwie verarbeiten.

Drei Jahre sind in der Realität vergangen und auch im Film.

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Geschichten in einer Geschichte

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Drehbuchautor und Regisseur Mike Flanagan hat wieder zugeschlagen. Nach „The Haunting of Hill House“, „Midnight Mass“ oder der Stephen-King-Verfilmung „Doctor Sleeps Erwachen“ gibt es seit kurzem etwas Neues vom Horrorfürsten, nämlich „Gänsehaut um Mitternacht“.

Die USA Mitte der 90er Jahre. Die junge Ilonka ist eine Eliteschülerin, mit großen Plänen fürs College. Doch bevor sie richtig durchstarten kann, erkrankt sie an Schilddrüsenkrebs. Weiterlesen

Noch eine Sisi?!


Adel scheint zu faszinieren. Die traditionellen „Sissi-Filme“ aus den 1950ern werden jedes Jahr zur Weihnachtszeit gern gesehen, 2021 kam „Sisi“ heraus (KLICK ), und nun gibt es „Die Kaiserin“. Was ist hier anders? Es beginnt wie immer: Sisi – sie will partout Elisabeth genannt werden – ist ein junges, störrisches Ding, das von der Mutter angedroht bekommt, sie käme ins Irrenhaus, wenn sie sich nicht bald benähme. Weiterlesen

Haben Blondinen mehr Spaß?

Marilyn Monroe, geborene Norma Jean Baker, hat mich schon immer interessiert. Deshalb hat mich diese Film-Neuerscheinung sofort angesprochen. Der Film handelt natürlich von Norma Jean/Marilyn, von ihrem Leben, das wir alle bereits zu kennen glauben. Ihre arme Kindheit, Waisenhaus, ihre Liebschaften und Ehen, wie sie zur Kunstfigur Marilyn Monroe wird und in die Maschinerie Hollywoods gerät, ausgebeutet wird, als naives Dummchen und Blondchen. Es kann niemand glauben, dass sie die Figur der Nora von Ibsen kennt, Drei Schwestern von Tschechow und tatsächlich Dostojewski gelesen hat. Zu ihrer Zeit gab es noch keine #MeToo-Bewegung, und doch hat sie alle Varianten der Ausbeutung miterlebt. Sogar ihre Affäre mit Kennedy wird angesprochen, weit unromantischer als je zuvor. Mit nur 36 Jahren stirbt sie allein in ihrem Bett an einer Überdosis Tabletten, kombiniert mit Alkohol. Gewalt schon im Kindesalter, Sexszenen, Drogen, Vergewaltigung, Abtreibung, Fehlgeburten, alles ist geboten in diesem fast dreistündigen Film. Auf den Filmfestspielen in Venedig erhielt der Film minutenlange Standing-Ovations, beim Netflix-Publikum und den Kritiker*innen fiel er durch. Unter anderem, weil er so unrealistisch sei. Aber: “Blonde” basiert auf der Buchvorlage von Joyce Carol Oates, die das Leben der Monroe mit fiktiven Geschichten anreichert. Es ist also nur eine fiktive Geschichte über einen echten Menschen, die auf wahren Ereignissen basiert. Der Film hat eine Altersfreigabe ab 18 Jahren, das sollte doch vor dem Einschalten ein wenig zu denken geben. Weiterlesen

Als München noch aufregend war!

Bild: Constantin

Als Fan von Münchner Gschichten, Monaco Franze, Kir Royal und all den anderen Serien, die in München spielen, muss man das sehen: Schickeria – Als München noch sexy war.

„München war mal laut, rebellisch und verrucht – eine Stadt voller Visionäre“ erzählt Iris Berben am Anfang. Sie führt in den ersten der vier Teile ein. Was uns hier begegnen wird umspannt in etwa die Zeit beginnend mit der Olympia-Bewerbung 1965 – denn hier wurde München Großstadt – bis ungefähr 20 Jahre später, als Freddie Mercury in München einen unvergesslichen 39. Geburtstag feiert. Weiterlesen