Film: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Fluchtdrama aus Kinderaugen

Als Hitler das rosa Kaninchen stahlDie neunjährige Anna und Max, ihr großer Bruder, haben es schön. Sie leben behütet und geliebt in Berlin in einem liebevollen Elternhaus, der Vater ist Journalist, die Mutter Pianistin. Sie haben eine Haushälterin, die sie über alles lieben. Doch von einem Tag auf den anderen ist alles vorbei. 1933 kommt Hitler an die Macht, und sie sind Juden, der Vater ein bekannter Journalist, der sich von jeher öffentlich gegen die Nazis ausgesprochen hat. Es geht das Gerücht um, dass man ihnen die Pässe nehmen könnte, aber sie entkommen, indem sie alles aufgeben und in der Schweiz erst einmal abwarten wollen. Einen kleinen Koffer mit persönlichen Habseligkeiten darf jeder mitnehmen, Anna entscheidet sich für den neuen Stoffhund und gegen ihr geliebtes, altes, rosa Kaninchen.

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Film: Last Christmas

Weihnachtsschnulze mit völlig überraschendem Ausgang

Last ChristmasKate arbeitet in einem Londoner Christmas-Shop als Weihnachts-Elf. Sie muss, lächerlich verkleidet und mit bimmelnden Elf-Schuhen an den Füßen, unglaublichen Kitsch an den Mann bringen. Sie sieht dabei aber dennoch dermaßen knuffig und süß aus und hat dabei ein Lächeln, das sämtliche noch vorhandenen Pole zum rapiden Abschmelzen bringt. Auf die Art und Weise bringt sie doch dann und wann jemanden dazu, etwas zu kaufen. Eigentlich träumt sie aber von einer Karriere als Bühnentänzerin und -sängerin. Abends geht sie daher oft sogar noch in ihren albernen Klamotten in den nächstbesten Pub und besäuft sich. Nicht selten wacht sie in einem fremden Bett auf, was ihr gar nicht so unrecht ist, denn mit ihrer Familie hat sie, man weiß zuerst nicht warum, gebrochen, und sie braucht sehr oft eine neue Unterkunft. Sie, die tagsüber den entzückenden Elf gibt, ist eigentlich eine brüske, unglückliche junge Frau, die zynisch durchs Leben trampelt, am liebsten keinen Ratschlag annimmt und sich auf diese Art selbst die besten und langjährigsten Freunde und Familienangehörigen vergrault. Doch dann lernt sie plötzlich Tom kennen.

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Film: Terminator: Dark Fate

Für John

terminator dark fateDamals, 1995, am Ende von Terminator 2, haben John Connor und seine Mutter Sarah „Skynet“ besiegt, den auf sie angesetzten T-1000 erledigt und somit die Menschheit gerettet, die gnadenlos von Skynet ausgemerzt oder verknechtet worden wäre. Drei Jahre später wähnen sie sich völlig in Sicherheit, als plötzlich weitere Terminatoren auftauchen, und ein T-800 tötet John und verschwindet wieder. Seitdem macht Sarah Connor nichts anderes, als Terminatoren zu jagen, die von Skynet in die Vergangenheit geschickt werden. Jedes Mal wird ihr der Terminator mit Angabe der Koordinaten auf ihrem Mobiltelefon angekündigt, mit nur zwei Worten: für John.
22 Jahre nach diesen Ereignissen lebt die junge Dani Ramos in Mexiko mit ihrer Familie ein unspektakuläres Leben. Dennoch wird sie plötzlich gejagt, und es stellt sich heraus, es ist ein weiterer Terminator, ein hoch entwickelter Rev-9, der durch die Zeit zurückgeschickt wurde.

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Film: Das perfekte Geheimnis

Unangenehme Wahrheiten ploppen auf

das perfekte geheimnisRocco, Leo, Pepe und Simon, das sind vier große Jungs, die sich schon seit der Grundschule kennen. Damals haben sie viel Unsinn getrieben, zum Beispiel Blutsbrüderschaft geschworen, was mit einem Notarzteinsatz endete. Mittlerweile sind alle gestandene Männer, und jeder ist irgendwie erwachsen geworden. Aus Einzelgängern sind Pärchen geworden, teils mit Kindern, aber man trifft sich immer noch und kennt einander wie die Westentasche. Es steht mal wieder ein gemeinsamer Abend an, Rocco (Wotan Wilke Möhring) kocht und alle kommen mit Partner, bis auf Pepe (Florian David Fitz). Es wird geneckt, es wird gelacht, und ausgerechnet die Psychotherapeutin Eva (Jessica Schwarz) kommt auf die Idee, alle Anwesenden mögen doch ihr Handy während des Essens mit dem Display nach oben auf den Tisch legen, alle Nachrichten und Bilder sollen vorgelesen und gezeigt, Anrufe angenommen und auf laut gestellt werden.

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Film: Joker

Sympathy for the Joker

jokerGotham City, Anfang der 80er Jahre. Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) ist ein Außenseiter. Psychisch krank – er lacht in den unpassendsten Situationen laut auf – scheint ein Job als Clown am ehesten zu ihm zu passen. Aber auch hier gibt er eine armselige Figur ab, er wird öfters zum Opfer von Verspottung und Gewalt als ihm lieb ist. Abends kehrt er in sein armseliges Leben zu seiner Mutter in einer heruntergekommenen Wohnung zurück. Arthurs Mutter Penny ist viel damit beschäftigt, hilfesuchende Briefe an den superreichen Thomas Wayne zu schreiben, für den sie vor vielen Jahren gearbeitet hat. Wayne ist Kandidat als Bürgermeister von Gotham City, einer Stadt, die in Müll und Chaos versinkt, er verspricht, den Bürgern zu helfen. Hilfe erhofft sich somit auch Penny, er schreibt aber nie zurück. Arthurs einzige Freude ist die Late Night Show, moderiert vom Talkmaster Murray Franklin (großartig selbstherrlich und zynisch: Robert de Niro), seinem großen Vorbild. Als er nach und nach alles verliert (seinen Job als Clown, die Gespräche mit seiner Sozialarbeiterin und somit seine Medikamente), und als er einmal mehr angegriffen und in einer U-Bahn von drei jungen Schnöseln zusammengeschlagen wird, wehrt er sich mit Hilfe eines Revolvers, den er zum persönlichen Schutz von einem Kollegen zugesteckt bekam.

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Film: Eine ganz heiße Nummer 2.0

Frauenpower in Marienzell

Eine ganz heiße nummer 2In Marienzell, dem kleinen bayerischen 1000-Seelen-Kaff, sieht es wieder einmal mau aus. Junge Familien ziehen weg, Touristen wollen keine kommen, es gibt keine Kinder mehr, sogar der Pfarrer läuft ihnen davon. Woran liegt’s? Das Dorf ist abgeschnitten von der Außenwelt, isoliert sozusagen, denn es gibt kein Internet! Fast überall kein Netz! Das für die Region zuständige Kommunikationsunternehmen hat ihnen mitgeteilt, dass sich das Glasfaserkabelverlegen in Marienzell nicht rentiert, viel zu teuer ist. Was tun, um Himmelswillen? Waltraud (Gisela Schneeberger), Maria (Bettina Mittendorfer) und Lena (Rosalie Thomass) haben es ohnehin momentan nicht leicht. Waltrauds Mann nervt, Marias Ex-Mann heiratet erneut, was sie belastet, und Lenas Mann interessiert sich nicht mehr für sie. Finanziell sind sowieso alle nicht besonders gut aufgestellt. Und nun auch noch dieses teure Internet! Die wie immer überengagierte Bürgermeistersfrau hat die Idee, die Männer die paar lächerlichen Kilometer Kabel doch selbst verlegen zu lassen.

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Film: Es Kapitel 2

Grauen pur in XXL

es 2Als Kinder haben die sieben Freunde Bill, Beverly, Ben, Mike, Richie, Eddie und Stan damals ihre Heimatstadt Derry gerettet. Sie haben die Ausgeburt des Bösen bekämpft, ein Monster, das meist im Clownskostüm auftrat: Es, Pennywise, das Böse. Sie legten danach einen Blutschwur ab: Niemals würden sie sich aus den Augen verlieren, und wenn es nötig wäre, würden sie wieder gemeinsam gegen das Wesen antreten und es endgültig vernichten. Aber es waren Kinder, und natürlich hat einer nach dem anderen den Ort verlassen, bis auf Mike. 27 Jahre später sieht man aufrüttelnde Szenen: In Derry passieren wieder schlimme Dinge. Mike, der dort als Bibliothekar tätig ist, hat sich eingehend mit der Geschichte des Monsters befasst. Er erkennt die Zusammenhänge. Alle 27 Jahre erwacht hier das Grauen, und man muss etwas dagegen tun, und das geht nur gemeinsam.

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Film: I am Mother

Die Übermutter

I am motherEs gab wohl eine Apokalypse, die die Menschheit ausgelöscht hat. Ein Roboter befindet sich in einer bunkerartigen Anlage in der Erde und entnimmt einem Behältnis einen von mehr als 60.000 menschlichen Embryonen. Diesen legt er in einen Inkubator, und nach genau 24 Stunden kann er einen voll entwickelten Säugling herausnehmen. Der Roboter erzieht das Mädchen sorgfältig und streng, aber doch auch liebevoll. Die künstliche Intelligenz nennt sich „Mutter“, das Mädchen ganz einfach „Tochter“. Obwohl es in der Anlage einsam ist, nur immerzu Mutter und Tochter, gibt es viel zu tun.

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Film: Blinded by the light

Wie der Boss ein Leben rettete

Blinded by the light

Dass das Leben manchmal nicht ganz fair ist, bemerkt Javed schon als Kind. Sein Freund von gegenüber bekommt zum Geburtstag ein Rad geschenkt, er einen Zauberwürfel. Sein Freund kann machen und tun, was er will, bei Javed daheim wird gemacht, was der Vater sagt. Sie kamen aus Pakistan und sind zwar im britischen Luton zu Hause, seine Wurzeln kann man aber nicht ignorieren. Als Teenager wird sein Leben noch schwieriger. Der Vater verliert seinen langjährigen Job, die Mutter muss Tag und Nacht nähen, die Mädchen sollen gut verheiratet werden – doch das kostet viel Geld –, und Jared soll mitarbeiten, wohingegen er lieber Gedichte schreibt und Schriftsteller werden will. In der Schule ist er ein Einzelgänger und muss sich vor den Anfeindungen örtlicher Skinheads in Acht nehmen. Er hat noch seinen Freund aus Kindestagen, doch dieser ist ganz anders als Javed: Er ist ein „Wham-Boy“, mit seiner fluffigen Föhnfrisur, seiner Vorliebe für Partys und Mainstream-Teeniemusik haben die beiden keine Gemeinsamkeiten mehr. In der Schule freundet er sich irgendwann mit Roops an, der auch pakistanischer Abstammung ist, aber deutlich forscher auftritt als er selbst. Roops gibt ihm zwei Alben von Bruce Springsteen zum Anhören, stilecht für die 80er Jahre als Kassetten. Zuerst ist Javed skeptisch, aber dann hört er doch rein. Und er ist geflasht!

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Film: Leberkäsjunkie

Die Work-Life-Balance vom Franz Eberhofer

leberkäsjunkieDiesmal lässt es der Eberhofer Franz arbeitstechnisch ganz schön langsam angehen. Abends möchte er am liebsten feiern und trinken, als gäb`s kein Morgen mehr, obwohl die anderen schon längst ans Heimgehen denken. Morgens kommt er schwer aus dem Bett. Und dann wird erst einmal bei der Oma gescheit gefrühstückt. Als ein Anruf dazwischenkommt, dass es in Niederkaltenkirchen brennt, lässt ihn das völlig kalt. Schließlich ist er bei der Polizei und nicht bei der Feuerwehr. Leider stellt sich heraus, dass es eine – verkohlte – Leiche gibt.