Film: I am Mother

Die Übermutter

I am motherEs gab wohl eine Apokalypse, die die Menschheit ausgelöscht hat. Ein Roboter befindet sich in einer bunkerartigen Anlage in der Erde und entnimmt einem Behältnis einen von mehr als 60.000 menschlichen Embryonen. Diesen legt er in einen Inkubator, und nach genau 24 Stunden kann er einen voll entwickelten Säugling herausnehmen. Der Roboter erzieht das Mädchen sorgfältig und streng, aber doch auch liebevoll. Die künstliche Intelligenz nennt sich „Mutter“, das Mädchen ganz einfach „Tochter“. Obwohl es in der Anlage einsam ist, nur immerzu Mutter und Tochter, gibt es viel zu tun.

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Film: Blinded by the light

Wie der Boss ein Leben rettete

Blinded by the light

Dass das Leben manchmal nicht ganz fair ist, bemerkt Javed schon als Kind. Sein Freund von gegenüber bekommt zum Geburtstag ein Rad geschenkt, er einen Zauberwürfel. Sein Freund kann machen und tun, was er will, bei Javed daheim wird gemacht, was der Vater sagt. Sie kamen aus Pakistan und sind zwar im britischen Luton zu Hause, seine Wurzeln kann man aber nicht ignorieren. Als Teenager wird sein Leben noch schwieriger. Der Vater verliert seinen langjährigen Job, die Mutter muss Tag und Nacht nähen, die Mädchen sollen gut verheiratet werden – doch das kostet viel Geld –, und Jared soll mitarbeiten, wohingegen er lieber Gedichte schreibt und Schriftsteller werden will. In der Schule ist er ein Einzelgänger und muss sich vor den Anfeindungen örtlicher Skinheads in Acht nehmen. Er hat noch seinen Freund aus Kindestagen, doch dieser ist ganz anders als Javed: Er ist ein „Wham-Boy“, mit seiner fluffigen Föhnfrisur, seiner Vorliebe für Partys und Mainstream-Teeniemusik haben die beiden keine Gemeinsamkeiten mehr. In der Schule freundet er sich irgendwann mit Roops an, der auch pakistanischer Abstammung ist, aber deutlich forscher auftritt als er selbst. Roops gibt ihm zwei Alben von Bruce Springsteen zum Anhören, stilecht für die 80er Jahre als Kassetten. Zuerst ist Javed skeptisch, aber dann hört er doch rein. Und er ist geflasht!

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Film: Leberkäsjunkie

Die Work-Life-Balance vom Franz Eberhofer

leberkäsjunkieDiesmal lässt es der Eberhofer Franz arbeitstechnisch ganz schön langsam angehen. Abends möchte er am liebsten feiern und trinken, als gäb`s kein Morgen mehr, obwohl die anderen schon längst ans Heimgehen denken. Morgens kommt er schwer aus dem Bett. Und dann wird erst einmal bei der Oma gescheit gefrühstückt. Als ein Anruf dazwischenkommt, dass es in Niederkaltenkirchen brennt, lässt ihn das völlig kalt. Schließlich ist er bei der Polizei und nicht bei der Feuerwehr. Leider stellt sich heraus, dass es eine – verkohlte – Leiche gibt.

Film: Yesterday

Was wäre wenn?

yesterdayWas würdest du machen, wenn du ein leidenschaftlicher Musiker wärst, aber immer erfolglos dahin vegetieren müsstest, ungeliebte Jobs annehmen, um dich über Wasser zu halten, und plötzlich käme DIE Gelegenheit? Du wirst in zwölf Sekunden, in denen weltweit der Strom ausfällt, von einem Bus angefahren, und danach fehlen dir zwei Zähne und der gesamten Menschheit die Kenntnis über die Beatles? Nur du kennst diese Band und deren Megahits? So geschehen bei Jack Malik, dem jungen erfolglosen indisch-britischen Singer-Songwriter. Nach dem Unfall in der stromlosen Nacht wacht er ziemlich lädiert in der Klinik auf. Ellie, seine langjährige Freundin und Managerin, ist bei ihm. Sie und gemeinsame Freunde machen ihm zu seiner Entlassung eine Freude, er bekommt ein künstliches Gebiss – wegen seiner ausgeschlagenen Zähne – einen kleinen Plastikbus (witzig) – und eine Gitarre. Hiermit stimmt er „Yesterday“ an. Keiner kennt den Song, und jeder denkt, er sei von ihm. The Beatles? Wer soll das sein? Das Auto oder der Käfer?
Zu Hause googelt er die Beatles, und tatsächlich, kein Eintrag. Nicht einmal in seiner privaten Plattensammlung stehen die Beatles. Zwischen den Bee Gees und David Bowie ist nichts! Die Leute in den Kneipen aber lieben diese neuen Songs, die er neuerdings performed. „Yesterday“, „Hey Jude“, „Let it be“, all das kommt wesentlich besser an, als seine eigenen Songs. Bald wird Ed Sheeran auf ihn aufmerksam, besucht ihn zu Hause bei seinen Eltern und heuert ihn als Vorband zu seiner Tournee an. Die Leute rasten bei den Konzerten aus. Jack wird in kurzer Zeit zum größten Songwriter und Musiker aller Zeiten. Doch Jack hat Skrupel. Was, wenn er enttarnt wird? Zusätzlich sind in seinen Konzerten dann und wann Leute, die sich auch noch an die Beatles erinnern können, sie, und ein gelbes Unterseeboot, das sie in einem Konzert hochhalten, machen ihm Angst.

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Film: Pets 2

Vom geheimen Leben der Haustiere

pets2Der kleine Jack Russel Terrier Max ist happy. Er hat sich mit Duke angefreundet, dem Hund, den sein Frauchen Katie angeschleppt hat, und er liebt natürlich Katie. Doch da lernt diese einen Mann kennen, heiratet und bekommt ein Baby. Liam ist nun hier. Er bringt momentan alles durcheinander, ist laut, zieht den Hunden die Ohren lang, pupst und nervt. Bis eines passiert: Er liebt den kleinen Hund! Und dieser liebt das Kind zurück! Der gepflegte Alltag kann wieder einsetzen. Abwechslung bringt da ein Ausflug auf einen Bauernhof. Das Leben hier ist ganz anders als in der Großstadt New York bei den daheim gebliebenen Freunden. Auf der Ranch müssen Tiere draußen schlafen, wohingegen in der Stadt die Katzen Minze bekommen und sich entspannt auf der Couch räkeln. Doch eines haben alle Haustiere gemeinsam: Hier und da gilt es aufzupassen und Leben zu retten, ob es sich um ein Spielzeug-Quietschebienchen handelt oder um ein gefangenes Tigermädchen oder verirrtes Schaf. Weiterlesen

Film: Ein Becken voller Männer

Loser schwimmen sich frei

Ein Becken voller Männer

Diese Männer hier sind im besten Alter, Bertrand, Marcus, Simon, Laurent, Thierry, John, Basile und Avanish, sie sind alle zwischen Mitte 30 und Mitte 50. Aber sie sind weder die Schönsten noch die Klügsten. Sie haben alle mit ihrem Leben zu kämpfen. Der gescheiterte Rockmusiker lebt im Wohnwagen und verdingt sich als Küchenkraft, ein anderer ist zwar Firmenchef, fährt aber jede von ihm geführte Firma an die Wand, dem anderen läuft die Frau davon, und Bertrand: Der liegt seit zwei Jahren depressiv und arbeitslos auf der Couch, während seine Frau ihr gemeinsames Leben wuppt. Bis er im Schwimmbad auf eine skurrile Truppe trifft:

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Film: The dead don’t die

„Das wird kein gutes Ende nehmen“

dead dont dieSeit Wochen gibt es im Internet diesen schrägen Trailer zum neuen Film von Jim Jarmusch. Jim Jarmusch? Kult!!! Die Schauspieler? Kult!!! Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Steve Buscemi, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Rosie Perez, Iggy Pop, Sara Driver, RZA, Selena Gomez, Carol Kane, Austin Butler, Luka Sabbat und Tom Waits. Der eigentliche Star ist aber ein Song, und zwar von Sturgill Simpson, mit dem titelgebenden Namen „The dead don’t die“. Jeder, der ihn im Film zufällig hört, verfällt ihm und liebt ihn.

Es beginnt mit einer Autofahrt, mit eben diesem Lied im Radio. Cliff Robertson (Bill Murray) und Ronald „Ronnie“ Peterson (Adam Driver) drehen ihre Runden, schauen nach dem Rechten.

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Film: Greta

Das eiskalte Luder

Greta

Die junge Kellnerin Frances (Chloë Grace Moretz) findet eine Handtasche in der New Yorker U-Bahn. Sie forscht nach der Besitzerin und bringt ihr das Fundstück nach Hause. Die Tasche gehört Greta Hideg (Isabelle Huppert), einer eleganten Dame, die alterstechnisch Frances Mutter sein könnte. Schon bei diesem ersten Besuch finden sich beide Frauen sehr sympathisch. Sie haben eine große Gemeinsamkeit: das Alleinsein. Greta ist Witwe, Frances Mutter ist vor kurzem gestorben. Und so freunden sie sich recht schnell an, sie kochen miteinander, sie retten einen Hund aus dem Tierheim, sie führen gute Gespräche. Bis Frances versehentlich bei Greta eine falsche Schranktür öffnet. Fein säuberlich nebeneinander stehen mehrere Handtaschen des gleichen Modells, das Frances in der U-Bahn gefunden hat.

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Film: Kirschblüten und Dämonen

Dämonen bekämpfen

KirschblütenZehn Jahre ist es her, dass Rudi (Elmar Wepper) und Trudi (Hannelore Elsner) tot sind. Ihr jüngster Sohn Karl (Golo Euler) war einst ein erfolgreicher Banker in Japan, nun aber steht er vor dem Aus: Getrennt von Frau und Kind, joblos in einer winzigen Wohnung, Trost findet er nur im Alkohol. Plötzlich sucht ihn eine junge Frau auf, die Japanerin Yu (Aya Irizuki), die einzige, die sich vor vielen Jahren um seinen Vater in Japan kümmerte, denn er hatte keine Zeit dazu. Sie suchen gemeinsam Karls seit vielen Jahren leerstehendes Elternhaus im Allgäu auf. Von Anfang an sind sie nicht alleine: Die Toten sind um sie herum, Karls Eltern, Yus Mutter wie auch Dämonen.

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Serie: Kingdom (2019)

Koreanische Mittelalterzombies

kingdom 2019

Es beginnt wie irgendein Mittelalterschinken, noch dazu in einem uns fernen Land, Entfernung und Kultur betreffend. Es erinnert an alte Schwarzweißfilme von Akira Kurosawa, aber auch an Opulenz wie in Die rote Laterne, Filme aus China. Aber eine südkoreanische Netflix-Serie, das ist mal was Neues. Sie spielt zur Zeit der Joseon-Periode, auch Yi-Dynastie genannt (1392 bis 1897). Von Anfang an wird polarisiert. Arm gegen Reich, Völlerei gegen Hunger, glänzende Paläste gegen Bretterbuden. Dann gibt es einen altersschwachen König mit einer blutjungen Gemahlin, die ein Kind im Leib trägt. Der Palast hat eine sehr außergewöhnliche Methode gefunden, diesen alten, kranken König zumindest so lange „am Leben“ zu erhalten, bis das Kind zur Welt kommt. Dieses Kind wäre nämlich der neue König, obwohl es eigentlich schon einen erwachsenen Kronprinzen gibt. Leider ist seine Mutter aber keine Königin gewesen, sondern nur eine Konkubine. Dem Kronprinzen Li Chang kommt zu Ohren, dass mit seinem Vater ganz gehörig etwas nicht stimmt, und dass das Ganze mit dem Hofarzt zu tun hat. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit seinem Leibwächter nach diesem zu suchen, denn er hat sich mittlerweile wieder in sein Dorf irgendwo in der tiefsten Provinz zurückgezogen. Der Prinz und sein Gefährte finden auf ihrer Reise schreckliche Dinge vor, die sie anfangs nicht glauben wollen, dann nicht fassen können, sich dann aber damit auseinandersetzen müssen, um nicht selbst zu sterben, und das ganze Volk mit dazu.

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